laut.de-Kritik

Pop für Erwachsene von den Crowded House-Brüdern.

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Obwohl sie seit den 70er Jahren zusammen musizieren, haben die Brüder Tim und Neil Finn nur gelegentlich miteinander geschrieben. Das erste Mal 1989, als sie innerhalb weniger Tage die Vorlage für die Crowded House-Platte "Woodface" und die Hitsingle "Always Take The Weather" ablieferten. Das zweite Mal 1995 für das schlicht betitelte Album "Finn". Das dritte Mal führte zur Aufnahme von "Everyone Is Here".

Schon die ersten Takte des Openers "Won't Give In" bezeugen, dass die Neuseeländer ihr Gespür für einprägsame Melodien mit einem gewissen Anspruch nicht verloren haben. Das Schlagzeug gibt einen 4/4-Takt vor, auf dem sich Gitarren, ein Klavier und Finn'sche Harmonien entfalten. Easy Listening gemischt mit einer gewissen Melancholie - ein Fach, in dem sich die Brüder gut auskennen.

Stellenweise übertreiben sie es aber. So warten "Nothing Wrong With You" und "Edible Flowers" mit überzogenen Streicherarrangements auf. "A Life Between Us" beschwert zu viel Keyboard, "All God's Children" erinnert eine Spur zu deutlich an David Bowie. Am besten gelingen ihnen die ruhigen, weniger aufwändig arrangierten Stücke wie "Disembodied" oder "Gentle Hum", in denen sich ihre vokalen Fähigkeiten am schönsten entfalten.

"Mit meinen Bruder sprechend als das Licht im Gang ausging, vor 40 Jahren. Was später so schwer wurde, war damals einfach. Sich einfach öffnen und gehen lassen", tragen sie in "Disembodied Voices" vor. Damit spielen sie, wie immer wieder auf dem Album, auf ihre nicht immer einfache Beziehung an. "Wir alle haben unsere Entscheidungen getroffen. Lass uns ausarbeiten, was wir tun sollen. Körperlose Stimmen verraten, was wahr ist", singen sie am Ende des Liedes über ihre wieder gefundene Harmonie.

"Everyone Is Here" ist kein Album, das sich beim ersten Hören einprägt. Es erhält auch keine Melodien, die nach einer Top-Position in den Charts schreien. Dafür bietet es den erwachsenen Pop zweier älter werdenden Menschen, die sich stellenweise interessante Gedanken über sich und die Welt machen.

Trackliste

  1. 1. Won't Give In
  2. 2. Nothing Wrong With You
  3. 3. Anything Can Happen
  4. 4. Luckiest Man Alive
  5. 5. Homesick
  6. 6. Disenbodied Voices
  7. 7. A Life Between Us
  8. 8. All God's Children
  9. 9. Edible Flowers
  10. 10. All The Colours
  11. 11. Part Of Me, Part Of You
  12. 12. Gentle Hum

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9 Kommentare

  • Vor 15 Jahren

    Was gibt es Besseres, als sich dieses Album in Neuseeland zu kaufen und von der wunderschönen Musik begleitet durchs Land zu düsen? :)

    Echt, die Scheibe steckt voller Ohrwürmer! Won't Give In, Nothing Wrong With You, All The Colours, Homesick und das wunderbare Luckiest Man Alive... Songwriting vom Feinsten! Die Finn-Brüder zählen nach wie vor zu den kreativsten Köpfen des Landes; Hut ab vor diesem Werk!

    Und... man muss NICHT in Neuseeland sein, um das Album zu geniessen... die Songs wirken auch hier in kälteren Gefilden! ;)

  • Vor 15 Jahren

    Juhu du hast das album gekauft. shcon ein klasse teil wa. Mein Fav ist Part of my Part of you

  • Vor 15 Jahren

    Tja, Won't Give In lief da unten praktisch täglich im Radio, und es hat sich einfach nicht totgespielt... da musste ja was dran sein! ;)

    Luckiest Man Alive ist mein Liebling... hatte während dem Urlaub mehr als einmal das Gefühl, dieser besungene Man zu sein! :)