laut.de-Kritik

Watusi im Herzen, Boogaloo in der Stimme, Jerk im Nacken.

Review von

"Okay, Jungs, hört zu, das ist ein Blues, Rhythmus B, achtet auf die Tempiwechsel, der Rest kommt von selbst, okay?"

Mit einer Energie, die an die junge Tina Turner erinnert, geht sie ab, die wilde Luzie. Luzie hört bei The Excitements aus Barcelona auf den Namen Koko Jean Davis. Sie ist Sängerin mit ganzer Seele, mit dem Watusi im Herzen, dem Boogaloo in der Stimme, dem Jerk im Nacken und dem Mashed Potato in den Beinen. Ihre Stimmgewalt lässt in "From Now On" das Mikro schier bersten.

Die Musikkapelle im Hintergrund gibt alles. Das letzte verschwitzte Hemd für rauen R'n'B. Die Aufnahmen könnten kaum näher am Live-Erlebnis sein. Die Band steht mitten im eigenen Wohnzimmer und macht daraus einen fiesen verrauchten Clubkeller.

Auf ihrem ersten Longplayer öffnen The Excitements das Geschichtslexikon des R'n'B, noch lange bevor er zum Soul mutierte. Aber anstelle bei den Standards halt zu machen, geht der Blick weiter in die Fußnoten, in die vergessenen Ecken. "Let's Kiss And Make Up" versteckte sich zum Beispiel im Jahr 1963 auf einer B-Seite der Falcons.

Gleich mit dem Einstieg "Take The Bitter With The Sweet", das sich stark an der Version von Little Gigi orientiert, geht das Debüt ohne überflüssige Aufwärmphase auf Hundert. "I Do The Jerk" von Bill Pinkney lässt mit voller Hingabe fast im Vorbeigehen den Großteil der Soul-Produktionen der letzten Jahre weit hinter sich. "Und dann könnt ihr uns von hinten sehen."

Mit "I Don't Love You No More" von Little Richard zeigt die Band um Koko Jean Davis, dass sie sich nicht nur auf dem Tanzboden zu Hause fühlt, sondern dass auch die Seele, ganz tief innen, nicht vor ihnen sicher ist.

Doch gleich mit "Wait A Minute" kehrt die Elektrizität zurück ins Kraftwerk The Excitements. Warum sie aber ausgerechnet "Fat Back" von Mr. Wiggles nur als Instrumental spielen, bleibt ein kleines Rätsel. So bringen sie sich um einen weiteren Glanzpunkt.

Die Dynamik nimmt bis zum letzten Ton nicht ab. "If It Wasn't For The Pride" und "Love Is Here To Stay" schnüren das Paket Debüt-Album perfekt zu. Ab zur Post in Barcelona und - zack - auf die Tanzböden der Republik.

Trackliste

  1. 1. Take The Bitter With The Sweet
  2. 2. I Don't Love You No More
  3. 3. I Do The Jerk
  4. 4. Never Gonna Let You Go
  5. 5. Wait A Minute
  6. 6. Let's Kiss And Make Up
  7. 7. Fat Back
  8. 8. Won't You Let Me Know
  9. 9. From Now On
  10. 10. I Want To Be Loved
  11. 11. If It Wasn't For Pride
  12. 12. Love Is Here To Stay

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