Porträt

laut.de-Biographie

Sophia Kennedy

Presseworte, die vor Begeisterung zu platzen drohen: "Elegant, melancholisch, manchmal bedrohlich, mit schwelgenden Klaviermelodien, wüst wimmernden Orgeln und flott gelooptem Maultrommelgeploinke; von güldener kalifornischer Sonne befunkelt und von düster dräuendem Nebel umflort: Sophia Kennedy ist die wandlungsreichste Komponistin, die wir in der deutschen Popmusik derzeit besitzen, und die tollste Sängerin ist sie sowieso."

Die poetischen Worte anlässlich von Sophia Kennedys selbstbetiteltem Langspieldebüt (2017, Pampa Records) scheuen vor Superlativen definitiv nicht zurück. Und wer die gebürtige US-Amerikanerin aus Baltimore, die seit mehreren Jahrzehnten in Hamburg lebt, einmal auf der Bühne am Klavier, Keyboard und Mikrofonständer erlebt hat, ist eigentlich auch gewillt, den salbungsvollen Versen zuzustimmen.

Denn Sophia Kennedys Leftfield-Songwriter-Popentwurf gibt sich in der Tat herrlich eingängig und abweichlerisch zugleich. Mit viel Selbstbewusstsein verkörpert die Sängerin ihre ganz eigene Spielart lakonischer Exzentrik. Live wird sie von Lebensgefährte und Produzent Mense Reents (u.a. Die Goldenen Zitronen, Die Vögel) begleitet.

Sophia Kennedy wächst in Baltimore auf. Für ein Filmstudium zieht sie nach Hamburg, wo sie bald für Verzückung sorgt, als sie im Herbst 2013 gemeinsam mit Tastenfex Carsten "Erobique" Meyer die Single "Angel Lagoon" aufnimmt. Gemeinsam mit Helena Ratka gründet sie dann das elektronisch orientierte Duo Shari Vari. Im Januar 2017 bringt das Duo seine erste EP "Life Should Be A Holiday" auf dem Label it's von Richard von der Schulenburg heraus.

In den folgenden Jahren komponiert Kennedy vor allem Theatermusik und tastet sich an ihren eigenen Stil heran. Ironie ist darin nicht wichtig, es geht vielmehr um Aneignung und Anverwandlung und darum, sich mit wirkungsvoll-minimalistischen Mitteln Raum für die Stimme, das Singen zu schaffen. Die theatralische Qualität ihrer Songs lebt von Off-Broadway-Appeal und guter Beoachtungsgabe. Beides verwebt die 1989 geborene Kennedy mithilfe von Piano, Streichern, Percussion und Electronica zu eingängigen wie berührenden Arrangements, die konzeptionell mitunter entfernt an die Musik der Dirty Projectors oder Tune-Yards erinnert.

Gemeinsam mit Mense Reents entsteht schließlich das Debütalbum, das ausgerechnet bei der Plattenfirma von DJ Koze erscheint – das erste richtige Songwriteralbum auf dem Label. Auf Pampa Records scheint ihre avantgardistische Popsensibilität allerdings auf den zweiten Blick geradezu perfekt aufgehoben: Zwischen verschwurbelten Tanzmusikkonzepten von Robag Wruhme und Axel Boman macht Kennedys abseitiger, dabei nie zu vordergründig auf Antihaltung basierender und stets melodische Brotkrumen legender Gesangspop absolut Sinn.

"Ich will das Traditionelle an die Grenze bringen, an der es extrem wird", sagt die Künstlerin selbst. In der bloß scheinbaren Einfachheit liegt also die unerhörte Raffinesse dieser Musik. "Man darf", sagt Sophia Kennedy, "einfach keine Angst haben, dass Pop daraus wird".

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