laut.de-Kritik

Die US-Punks enttäuschen nie.

Review von

Kaum zu glauben: "Hard Times And Nursery Rhymes" ist tatsächlich fertig geworden, nachdem es vor über einem Jahr erstmals angekündigt wurde. Vielleicht sollte der alte Perfektionist Mike Ness die Produzentendienste beim nächsten Mal doch wieder einem Außenstehenden übertragen, denn noch mal sieben Jahre wollen wir auf den kommenden SD-Streich nicht warten.

Wobei, sind wir ehrlich: Das Warten ist im Falle von Social Distortion keine Strafe, denn schließlich enttäuscht uns der charmante Sänger und Gitarrist eh nie. Allerdings wartet er immer wieder gern mit der ein oder anderen Überraschung auf, so auch auf der neuen Scheibe. Der Einstieg mit dem instrumentalen "Road Zombie", das perfekt als Soundtrack für einen Tarantino-Streifen durchgehen würde, bewegt sich noch im erwartbaren Rahmen.

Den sprengt das bluesige, irgendwo zwischen den Rolling Stones und Bruce Springsteen angesiedelte "California (Hustle And Flow)" zunächst eigentlich auch nicht. Wenn da nicht die weiblichen Backing Vocals wären, die auch vor Gospel-Regionen nicht zurückschrecken. Das klingt auf den ersten Eindruck vielleicht ungewöhnlich, funktioniert aber herrlich. Sogar wenn das Tempo gegen Ende hin ansteigt passen die Gospels noch immer bestens zu dem Song.

Ebenfalls mit weiblicher Unterstützung glänzt das ernst betitelte "Can't Take It With You", dem man eine musikalische Fröhlichkeit und Leichtigkeit kaum absprechen kann. Wem die Nummer nicht in die Beine fährt, sollte mal sehen, ob er noch Blut in den Zehen oder einfach ein überdimensionales Loch im Trommelfell hat. Für mich zählt der Song neben der rockigen Single "Machine Gun Blues" und dem etwas düsteren "Alone And Forsaken" zu den besten Momenten des Albums.

So ganz nebenbei findet man natürlich auch den gewohnten Social Distortion-Stuff der Marke "Gimme The Sweet And Lowdown" oder das ebenfalls leicht an Springsteen erinnernde "Diamond In The Rough", die einfach perfekt dafür komponiert wurden, an der Strandpromenade in Kalifornien entlang zu cruisen. Aber keine Sorge, das klappt auch in der Innenstadt von Mainz oder jedem anderen Kaff sehr gut.

Die besinnlicheren Klänge schlägt Ness mit "Bakersfield" oder dem vom Klavier getragenen "Writing On The Wall" an. Allerdings läuft der Mann zu keiner Zeit Gefahr, in schwülstige oder gar kitschige Gefilde abzudriften. Den glorreichen Abschluss liefert das unbeschwerte "Still Alive", das bei Sonnenschein im Cabrio fantastisch funktionieren dürfte und selbst im grauen Winterlicht ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Trackliste

  1. 1. Road Zombie
  2. 2. California (Hustle and Flow)
  3. 3. Gimme The Sweet And Lowdown
  4. 4. Diamond In The Rough
  5. 5. Machine Gun Blues
  6. 6. Bakersfield
  7. 7. Far Side Of Nowhere
  8. 8. Alone And Forsaken
  9. 9. Writing On The Wall
  10. 10. Can't Take it with You
  11. 11. Still Alive

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