laut.de-Kritik

Lieber Sasha, bitte trage den Barden in dir zu Grabe.

Review von

Irgendwie sitzt Sasha zwischen den Stühlen. Seit der Geburt seines Alter Egos Dick Brave vor gut zehn Jahren pendelt der Westfale zwischen der Coolness eines recht vorzeigbaren Rockabilly-Predigers und der Tristesse eines glatten Schmuse-Poppers.

Ist es das Verlangen nach dem Mainstream-Hurra, das ihn nicht konstant auf dem Rock'n'Roll-Schemel hält? Oder glaubt er wirklich, dass seine Vorstellung von Pop zu mehr taugt als die Beschallung von Wartezimmern? Sashas neues "Sasha"-Album erreicht jedenfalls in seinen tanzbaren Momente den Coolness-Faktor eines in der Sonne liegenden Kühlkissens.

Gleichgültig ob mit schnippenden Fingern und Standard-Offbeat ("Rock Within The Breakers", "A Girl Like You") oder Meinem-Kuschel-Pop-kann-keine-Frau-widerstehen-Grinsen im Gesicht ("A Girl Like You", "Skyline"): Wenn er in alte Rollenmuster fällt, sinkt das Blut auf Zimmertemperatur. Da bieten weder Dschungelchöre ("Me And My Gorilla") noch aberwitzige Bee Gees-Ausflüge ("The One") einen Ausweg.

Sashas Stimme bringt im Candlelight-Modus ("Sleeping With The Lights On", "Can't Quit Loving You", "Silver Linings") zwar immer noch Herzen zum schmelzen. Nehmen die Instrumentals aber an Fahrt auf, wird sie immer blässer und monotoner. Doch der Weg in eine bessere, glaubwürdigere Zukunft wurde dank Dick Brave ja schon vor langer Zeit geebnet. Drum, lieber Sasha, trag den Barden in dir doch endlich zu Grabe.

Trackliste

  1. 1. Enjoy The Ride
  2. 2. Good Days
  3. 3. Mad Love
  4. 4. Rock Within The Breakers
  5. 5. Sleeping With The Lights On
  6. 6. Me And My Gorilla
  7. 7. Can't Quit Loving You
  8. 8. A Girl Like You
  9. 9. Working For Love
  10. 10. Skyline
  11. 11. Silver Linings
  12. 12. The One

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7 Kommentare mit 26 Antworten

  • Vor 4 Jahren

    Ich glaube das sein Dick Brave um einiges kommerzieller ist als Sasha

  • Vor 4 Jahren

    So ne kurze Rezi gabs hier ja seit der Jahrtausendwende nicht mehr. :D

    • Vor 4 Jahren

      Der faule Edele haut doch seit mindestens 2 Jahren schon hauptsaechlich nur noch sowas raus, wenn er mal was schreibt.

    • Vor 4 Jahren

      Bekomm ich nicht mit. Lese nur Verrisse oder Rezensionen zu richtiger Musik. Ausm Metal bin ich dann doch schon rausgewachsen.

    • Vor 4 Jahren

      Tja, wenn man im Vorfeld schon aufgrund des Interpreten die Veriss-Schablonen aus dem Schreibtisch herauskramt und sich dann noch eine halbe Flasche Jack Daniels gönnt (vermute ich jedenfalls), dann kommt halt so ein Murks bei raus wie hier.

      Dieses Wettern gegen Mainstream ... Nirvana sind auch Mainstream. Dennoch waren die hier vor einiger Zeit mit einer Retrospektive-5-Sterne-Wertung vertreten. Oder die Foo Fighters. Auch Mainstream (und dazu nicht besonders originell)

      Vielleicht ist diese Rezension auch nur der Teil, der bei der Rezension vom Nickelback-Album übrig geblieben ist, entsprechende Worte durch Sasha ersetzt.

  • Vor 4 Jahren

    die unredigierte version hatte ein paar zeichen mehr...;-) aber so kommt's wohl besser auffen punkt :-)