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Pussy Riot

Pussy Riot - 2012 ist dieser Name in aller Munde. Seit einem Aufsehen erregenden Auftritt in der orthodoxen Christ-Erlöser-Kathedrale, der folgenden Verhaftung und der Anklage wegen Rowdytums symbolisiert dieser Name das furchtlose Eintreten für Meinungsfreiheit und Bürgerrechte.

Pussy Riot: Zur Russland-Wahl: "Elections"
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Putin bleibt weitere sechs Jahre Präsident. Das Frauen-Kollektiv verspricht: "Wir werden in dieser Zeit nicht gehorchen!"
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Die Punk-Band gründet sich 2011 in Russland und besteht nur aus Frauen, denn sie sind vor allem eines: Feministinnen. Einen großen Wiedererkennungswert liefern Pussy Riot mit ihren ausgefallenen Kostümen: Sie tragen helle, bunte Kleider, Strumpfhosen. Ihr Gesicht verdecken sie mit Sturmmützen, ebenfalls in allen denkbaren Farben.

Das Kollektiv besteht aus ungefähr 10 Performerinnen und 15 Frauen, die sich um Videodrehs oder Fotoshootings kümmern, die anschließend auf ihre Website geladen werden.
Inspiration finden die Russinnen in den Bands Bikini Kill, Sham 69 oder Era.

Pussy Riot zählen sich zur Riot-Grrrl-Bewegung, die in Washington D.C. 1990 ihren Ursprung findet, sich aber schnell weltweit ausbreitet. Bands dieser Strömung setzen sich mit politischen Themen sowie Vergewaltigung, häuslicher Gewalt, Sexualität und Rassismus auseinander. So auch Pussy Riot.

Im Februar 2011 marschierten drei Mitglieder der Gruppe (Maria Alyokhina, Jekaterina Samuzewitsch und Nadeschda Tolokonnikova) in die russisch-orthodoxe Kirche in Moskau und performen einen Song gegen die Wiederwahl von Vladimir Putin. Die drei Frauen werden umgehend verhaftet und werden wegen "Rowdytums" angeklagt.

Prominente Künstler auf der ganzen Welt wie Madonna oder die Red Hot Chili Peppers, unterstützen die jungen Frauen mit Songs, Trost, oder dem mittlerweile allseits bekannten Ausruf: "FREE PUSSY RIOT!"

Nach zermürbend langer Untersuchungshaft verurteilt ein Moskauer Gericht die Angeklagten wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" zu jeweils zwei Jahren Freiheitstrafe. Nur Jekaterina Samuzewitsch erreicht in einer Berufungsverhandlung, dass ihre Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Alyokhina und Tolokonnikova werden in Straflager überstellt.

Vor allem im Westen wird das Urteil scharf kritisiert. Im Verlauf von 2013 treten zunächst Maria Alyokhina und später auch Nadeschda Tolokonnikova in Hungerstreik, um gegen Haftbedingungen und willkürliche Schikanen zu demonstrieren. Ende des Jahres kommen sie aufgrund eines neu erlassenen Amnestiegesetzes frei.

Den angeblichen Gnadenakt bezeichnen sie als PR Gag. Auch in der Folge machen Pussy Riot immer wieder mit ihren Aktionen von sich reden. Als Alyokhina und Tolokonnikowa einen Auftritt während der olympischen Winterspiele in Sotschi planen, werden sie zunächst festgenommen und bei einem zweiten Versuch von Kosaken mit Gewalt vertrieben. Aufmerksamkeit erregen sie auch mit "Refugees In, Nazis Out!", ihrem Beitrag zu Banksys Dismaland-Produktion.

Auch zur russischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2018, die Wladimir Putin gewinnt, melden sich die Protest-Frauen zu Wort und rufen mit dem Song "Election" zur Rebellion auf. Im Januar und im März des selben Jahres sind vier Mitglieder des Kollektivs erstmals auch live in Deutschland zu sehen, darunter mit Maria Alyokhina auch eine der drei Symbolfiguren der Gruppe.

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    Hier posten Nadya Tolokonnikova & Masha Alekhina auf Englisch.

    https://www.facebook.com/wearepussyriot

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