Slayer, Sabaton Parkway Drive u.a. feiern das bekannteste Metal-Festival der Welt.

Holy Wacken Land (mab) - 1990 öffneten Thomas Jensen und Holger Hübner den Metalheads zum ersten Mal die Pforten des später zumindest in der Szene heilig gesprochenen Wacken-Ackers. Das heißt: 2019 findet das Festival zum 30. Mal statt! Wir werden uns für euch wieder vor Ort durch Schlamm und Moshpits wühlen.

Slayer, Sabaton und Parkway Drive als Headliner

Rund 75.000 Fans pilgern zur Jubiläumsausgabe. Das Wacken Open Air 2019 war innerhalb von nur vier Tagen ausverkauft. Auf einer der insgesamt neun Bühnen wird – wie schon 1990 – Festivalgründer Jensen selbst stehen. Mit seiner Coverband Skyline ist er einer von gut 170 heuer auftretenden Acts.

Die aufwändigste Produktion werden sicherlich Sabaton fahren. Wie das Festival selbst, feiern auch die Schweden Jubiläum - 20-jähriges Bandbestehen. Aus diesem Anlass bespielen sie am Donnerstagabend beide Hauptbühnen gleichzeitig. Dass das erfolgreich möglich ist, zeigten 2015 bereits Savatage und Trans-Siberian Orchestra mit einer gemeinsamen Show. Sabaton-Fronter Joakim Brodén verspricht: "Es wird extralang, extragroß, extraalles."

Das erhoffen sich sicher auch viele Fans von Slayer. Die Thrasher werden beim Wacken ihren letzten deutschen Festivalgig überhaupt zocken. Gänsehaut ist also vorprogrammiert, wenn Tom Araya am Freitag "Angel Of Death" durch die Nacht kreischt.

Die jüngere Generation kommt bei Parkway Drive auf ihre Kosten. Die Metalcore-Heroes haben längst bewiesen, dass sie nicht nur verschwitzte Clubs in Ekstase und Crowdsurfer-Paradiese verwandeln können, sondern auch Arenen und Festivalfields. Wir erwarten reichlich Pyro bei ihrem Headliner-Slot am Samstag.

Noch mehr Jubiläen

Ein Jubiläumsjahr 2019 wäre ohne Saxon undenkbar – erst recht bei der Geschichte, die das W:O:A und die Band teilen. Thomas Jensen managte die NWOBHM-Pioniere jahrelang, in Wacken traten sie mehrfach auf und veröffentlichten die dortigen Shows teils auch als Live-DVD. Jetzt feiern Biff Byford und Kollegen 40. Bandgeburtstag. Fun-Fact am Rande: Der Saxon-Sänger bringt seinen Sohn mit. Seb Byford hilft mit seiner Band Naked Six dabei, die neue History Stage (gegenüber des Bullhead City Circus) einzuweihen.

Weitere exklusive Shows kommen von Body Count feat. Ice-T, D-A-D, Demons & Wizards, dem Kollaborationsprojekt von Jon Schaffer (Iced Earth) und Hansi Kürsch (Blind Guardian), und Rage. Letztere feiern verspätet den 20. Jahrestag ihres bis heute erfolgreichsten Albums "XIII" – natürlich begleitet vom Lingua Mortis Orchestra. Beim W:O:A bietet sich die einzige Möglichkeit, diese Show in Deutschland zu sehen.

Für jeden Metalhead was dabei

Die bisher Genannten bilden freilich nur die Spitze des wie immer genreübergreifend gut besetzten Wackenbergs. Progger freuen sich über Opeth, Meshuggah und TesseracT. Black Metaller stieren zu Dark Funeral, den von Tom G. Warrior wiederbelebten Celtic Frost-Vorläufer Hellhammer oder auf den Bildschirm des Movie Fields, wenn "Lords Of Chaos" läuft. Todestahl findet man bei Vltimas, Grave und Unleashed. Anthrax und Diamond Head schwenken die Klassiker-Fahne. Thy Art Is Murder und Jinjer beglücken die Core-Fraktion.

Kuriositäten wie wie Bollywood-Hardcoreler Bloodywood, Christopher Bowes And His Plate Of Beans und Gloryhammer lockern das Line-Up humorvoll auf, während die Rage Against The Machine-Nachfolger Prophets Of Rage Politik in die Running Order packen. Geheimtipp: In der Metal Church spielen ausgewählte Acts Akustikshows – heuer zum Beispiel Uli Jon Roth.

Nachwuchsförderung betreibt beim W:O:A traditionell der Metal Battle. Bands aus 30 Ländern treten beim Finale des Contests an. Für Deutschland am Start: die Niedersachsen Source Of Rage.

Abseits der Musik bietet das Wackinger Village allerhand lustige Freizeitaktivitäten, Komiker erzählen Schwanks aus dem Leben eines Metallers und Pyroshows erwärmen die kalten Nächte in Schleswig-Holstein.

Green Is The New Black

Mit 30 Jahren auf dem Buckel sollte man langsam auch an die Altersvorsorge denken. Das W:O:A tut das heuer unter anderem mit der neuen Wacken Future Factory. Dorthin laden sie ein, wer sich in Gesprächen und Diskussionsrunden aktiv zu Themen wie Nachhaltigkeit, Inklusion, Sicherheit, Festivalplanung, Digitalisierung und Wertekultur einzbringen oder in Workshops mehr erfahren möchte. Im Laufe des Festivals entsteht hier auch eine Kunstinstallation – aus Wegwerfartikeln.

Überhaupt rückt die Festivalleitung die Themen Nachhaltigkeit und Müllentsorgung heuer mehr in den Fokus. Wacken soll grüner werden! In einem YouTube-Video baten sie die Besucher bereits, rücksichtsvoller mit der Umwelt umzugehen und stellten auch eigene Verbesserungen vor. Zum Beispiel dürfen Essensstände kein nicht kompostierbares Einweg-Plastikgeschirr mehr nutzen.

Um Verpackungsmüll zu vermeiden, eröffnet auch ein neuer Supermarkt auf dem Gelände. Dort könnt ihr auf 2.100 Quadratmetern frische Lebensmittel kaufen.

Tipps für ein entspanntes Festival-Wochenende

Um schon möglichst grün in Wacken anzukommen, nutzt ihr entweder den legendären Sonderzug 'Metal Train' oder nehmt die reguläre Zugverbindung ins nahegelegene Itzehoe. Von dort pendeln fast rund um die Uhr Shuttlebusse zum Festivalgelände.

Solltet ihr selbst mit dem Auto anreisen, erreicht ihr den Holy Ground über die Autobahnen 7 und 23. Schon dort wird die Anfahrt großflächig ausgeschildert. Bitte folgt im Zweifel eher den Schildern als eurem Navi – denn die geleiten euch zum nächsten Einweiser, der euch dann auf den richtigen Campingplatz lotst. Das beugt Staus und Verwirrung vor.

Bisher prognostiziert der Wetterdienst zwar mehr warmes als Regenwetter für die kommenden Tage - also Hüte und Sonnencreme nicht vergessen. Auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, schadet aber trotzdem nicht.

Sobald das Zelt dann steht, die (Tofu-)Steaks brutzeln und die erste Bierdose gezischt ist, ladet ihr euch am besten noch die Wacken Smartphone-App runter. Dort findet ihr Running Order, Geländepläne, Infos zu Bands, Essen und Rahmenprogramm sowie aktuelle News. Auch der Blick ins Festival-ABC, das regelmäßig upgedatet wird, hilft weiter. Wacken, wir kommen!

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Der Soundtrack zum Kultfestival: Unser Wacken-Radio auf laut.fm bringt euch auf Betriebstemperatur:

Fotos

Slayer, Sabaton und Parkway Drive

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2 Kommentare mit 2 Antworten

  • Vor 3 Jahren

    Wacken verhält sich zu Metal inzwischen in Etwa so, wie der Ultras-Block eines Fussballstadions zu einer Fanmeile während einer WM oder EM. Dieses Jahr zum ersten Mal dabei: Der Kaufland Metal-Markt. Da muss der im gediegenen Audi A4 anreisende Familienvater, der ein Wochenende lang mal was richtig schön Böses erleben will, 90% der aufspielenden Bands aber allerhöchstens vom Namen her kennt, nichtmal seine samstägichen Einkaufsgewohnheiten umstellen.
    Genau deswegen meide ich seit Jahren Festivals ab einer gewissen Größe. Zu viele Leute, die da anreisen, weil man das halt einmal im Leben gesehen haben muss. Entsprechend ist dann auch oft die Stimmung im Publikum, da um einen herum haufenweise Menschen stehen, denen alberne Kostüme, ihr Vollrausch oder ihr bloßes Dabeigewesensein wichtiger sind, als die Bands. Und so stehen sie dann mit verschränkten Armen in der Menge, und warten auf den Hauptact, oder bisweilen auch nur auf die zwei Hits des Hauptacts, die sie aus ihrer Spotify-Playlist "die Größten Metalhits der 90er" kennen. Die Festivalauftritte von Bands, die an die entsprechenden Hallenkonzerte in puncto Stimmung heranreichen konnten, kann ich jedenfalls an einer Hand abzählen.

    • Vor 3 Jahren

      Sehr schön geschrieben! 100 prozentige Zustimmung meinerseits!
      Mit kleinen und feinen Festivals ist es aber auch so eine Sache die bleiben eben nunmal nicht lange klein dann schlägt auch dort der Kommerz zu.
      Aber Wacken ist tatsächlich richtig übel geworden seit dieser Doku damals

    • Vor 3 Jahren

      Klar, sobald dort jemand das große Geld wittert, ist es idR mit der Gemütlichkeit vorbei, wobei es aber durchaus Festivals gibt, die seit Jahren ihr Niveau einigermaßen halten, und sei es aus dem einfachen Grund, weil die Location einen Besucherzuwachs nicht hergibt.
      Wacken ist inzwischen sowas wie ein Metal-Faschings-Hybrid mitten im Sommer.

  • Vor 3 Jahren

    Wie oft ist es möglich "heuer" in einem einzigen Artikel unterzubringen? Gibt es eventuell Synonyme? Braucht ihr einen Thesaurus?