In verschiedenen großen Tageszeitungen Deutschlands erscheint heute ein offener Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel zum "Tag des Geistigen Eigentums". Darin fordern Großverdiener der Medienbranche die Kanzlerin dazu auf, den "angemessenen Schutz" ihrer Werke "zur Chefsache zu machen".

Die …

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  • Vor 13 Jahren

    @JaDeVin («
    Ergo, ist dieser Brief eine Frechheit gegenüber den Fans, die auf Konzerte gehen, legal CDs kaufen (teilweise völlig überteuert) und sich Bands-Shirts kaufen »):

    Inwiefern kann der Brief eine Frechheit gegenüber Leuten sein die dort nicht angesprochen werden ?
    Ist der Hinweis "Ladendiebstahl wird bestraft/Ladendiebe erhalten Strafen und Hausverbot" eine Frechheit gegenüber zahlenden Kunden ? Ist die Sicherungsanlage im Saturn oder der örtlichen Stadtbibliopthek eine Frechheit ?

  • Vor 13 Jahren

    [quote="JaDeVin] Ich habe nicht gesagt, dass Künstler Existenzängste haben sollen. Was sie definitiv nicht haben, weil sich Leute die Musik über p2p ziehen. Man, diese Argumentation ist so behindert und beschränkt. Gute "FDP"-Argumente sind das von dir und der Plattenindustrie. »):

    erstens hast du mein ausgangsposting nicht gelesen. ich habe weder hier noch in der vergangenheit jemals die plattenindustrie oder die schreiber dieses briefes verteidigt. also erst lesen, dann unterstellen.

    zweitens habe ich dich mit dem "sollen" zitiert. du hast es folglich gesagt. wenn es anders gemeint war, war dies dem leser nicht erkennbar.

    drittens hast du wohl recht mit der kritik des persönlichen. den schuh zieh ich mir an, sorry, hätte ich neutral in der 3. person formulieren müssen.

    viertens bleibt es in der sache richtig.
    viele arme künstler haben den idealismus, die welt mit geilem sound zu beschenken und setzen sich nach den malocherjobs nicht aufs sofa.
    das sollten wir zu schätzen wissen.

  • Vor 13 Jahren

    man muss dazu einfach nur sagen (was glaube ich schon getan wurde), dass der finanzielle aspekt an musik halt einfach nicht mehr am tonträger an sich liegt, sondern an den tourneen und dem merchandise. aber wenn man schon das internet mit all seinen ecken und nieschen verteufelt, sollte man zu allererst mal darüber nachdenken, dass doch an dem ganzen mist die major labels, welche noch vor nicht all zu langer zeit platten zu horenden preisen verticken wollten, schuld sind...die haben sich nun mal selbst kastriert in ihrer geldgeilheit. aber ich versteh auch nicht, warum sich eben jene etablierten künstler "zu wort" melden?! ist bestimmt halt immer leicht majorgesigned zu sein unds maul aufzureisen!!!

    in diesem sinne...

  • Vor 13 Jahren

    Schuld SIND doch die Plattenfirmen. Egal ob jetzt bei einem Groenemeyer oder Lindenberg die sich schon ordentlich was absahnen konnten und eigentlich sich einen entsprechenden Brief hätten verkneifen können oder bei den schon erwähnten kleinen Musikern die es einfach nicht packen groß rauszukommen. Schuld sind die Plattenfirmen und die allgemeine Musikbranche. Castingmüll wie DSDS wird als Nonplusultra präsentiert und selbst da müssen die teilweise ihre eigenen Platten kaufen um Goldene Platten und Auszeichnungen zu kriegen. Natürlich kann man als Normalo sich seinen Teil denken wer Schuld daran ist. Die Durchschnittsleute die dank der Wirtschaftlichen Situation auch immer weniger zum Leben haben und ergo auch weniger Geld für "Luxus" und Kulturgut wie Musik (Aber das ist ein Problem der Politik) oder dass der Plattenfirmen (darauf würd ich wetten) die anstelle von früher den Verdienst im Verhältnis zu 60:40 nun zu 90:10 aufteilen? Große Namen wie Udo Lindenberg und Groenemeyer haben aber noch dementsprechend genug Einfluss sich mal wirklich dahinter zu klammern und mal die Augen aufzusperren und wirklich gegen die Raffgierigen vorzugehen, aber ich nehm an sie werden auch noch enorm an den Umsäten beteiligt damit sie darüber hinwegsehen und stattdessen sowas hier unterstützen. Wie gesagt ich glaube wenn wirklich jemand den Künstler schätzt so wird er auch Konzerte besuchen, Platten und andere Merchandising Artikel kaufen, vielleicht nicht alles aber bestimmt doch so einiges was ihm wert ist. So halte ich es jedenfalls, trotzdem, für jemanden von dem ich ein oder zwei Songs gut finde und ansonsten nicht viel halte brauch ich mir kein Album holen. Tokio Hotel sind noch eine Spur zu grün hinter den Ohren um in diesem Business durchzublicken würd ich mal denken, sie werden aber gerade noch ziemlich gehyped und kassieren alles in alles Ordentlich ab, deshalb ist ihre Teilnahme an so einem Brief schlicht unverschämt, wenn Bill inzwischen 30, 90 Kilo schwer mit Halbglatze wäre und mit seiner seltsamen Band auf einem absteigenden Ast wäre, dann könnte man das eventuell noch verstehen aber das ist schlicht lächerlich, auf dem , zugegeben unrechtmäßigen Höhepunkt ihres Schaffens treten sie nach allen Fans aus, egal ob Loader oder Käufer. Das wird die Teenies natürlich nicht davon abhalten weiter zu kaufen , nur die Leute hier die noch in der Lage sind sich ein paar Gedanken zu machen, regen sich auf (oder heissen es gut, je nachdem). Man kann auch nicht hinter all das blicken , wie gesagt aber ich bin mir 100%ig sicher das nicht wir die frustrierten Käufer und auch Loader Schuld sind und wenn dann zu max 5% an zurückgehenden Gewinnen, ich wette schuld sind die Plattenbosse die eine Gelegenheit sehen sich Milliarden abzuzweigen und diese fehlenden Summen dann uns in die Schuhe schieben.

  • Vor 13 Jahren

    @Whoman («
    Inwiefern kann der Brief eine Frechheit gegenüber Leuten sein die dort nicht angesprochen werden ?
    Ist der Hinweis "Ladendiebstahl wird bestraft/Ladendiebe erhalten Strafen und Hausverbot" eine Frechheit gegenüber zahlenden Kunden ? Ist die Sicherungsanlage im Saturn oder der örtlichen Stadtbibliopthek eine Frechheit ? »):

    Die Tatsache, dass sich hier Künstler in diesem Brief zu Wort melden, die eine zahlreiche Fans besitzen und wahrlich nicht am Hungertuch nagen. Ganz zu schweigen von der musikalischen Qualität einiger Unterzeichner, das sie hier als schützendes, geistiges Eigentum gelten machen wollen. Das ist eine Einstellung, die mir nicht passt. Metallica sind für mich auch gestorben.
    Musik ist für mich Kunst und kein Produkt, was man wie Heizdecken auf Kaffeefahrten verramscht. Sich darüber zu beschweren und Fans an den Pranger stellen, die sich eben ihre Musik über p2p ziehen, die dann teuer für ihre Konzertkarte blechen müssen. Diese Mentalität stößt mir auf und vielen anderen auch.

    Die Tatsache, dass Künstler (hallo Bushido) Anwälte auf ihre Fans hetzen usw.
    Dieser Brief ist eben der Gipfel des ganzen Gejammers.
    Wir haben kein Download-Problem, sondern die Musikindustrie ist schuld, dass sie weniger umsetzt.
    Wie wäre es dann mal mit einer Initiative von den Unterzeichner, die Fehler im Musikbusiness selbst anzugehen.

  • Vor 13 Jahren

    @Anonymous («
    und wie öfter schon erwähnt, die Plattenfirmen sind die schuldigen Nummer 1, die haben das Internet total verpennt, sind gierig und melken irgendwelche DSDS Versager.
    . »):

    nicht alle labels in einen topf werfen ;)

  • Vor 13 Jahren

    @Skywise (« @Prometheus77 (« Na, dann sucht Euch halt 'ne richtige Arbeit und macht die Musik nebenher! Ich und alle anderen, die einen normalen Job haben, machen auch viel Arbeit und verdienen nur durchschnittlich... warum muss ein Musiker mehr verdienen??? »):

    Du glaubst ja gar nicht, wie viele "Nur"-Musiker sich einerseits noch mit Musikunterricht oder durch Winz-Engagements noch ein paar Euro nebenher verdienen (müssen) »):

    sorry, aber die unterzeichner dieses briefs scheinen mir keine leute zu sein, die am hungertuch nagen, sondern sind wohl zum großteil "professionelle" (damit mein ich berufsmusiker, nicht gute musiker) musiker, die wirklich genug kohle haben, wenn ich da so namen wie grönemeyer lese...

    Die meisten Platten, die ich hab, sind von Musikern, die das nur als Hobby machen. Komischerweise beklagen die sich seltenst über die bösen Musikdownloads. hmmmm....

  • Vor 13 Jahren

    @Anonymous (« Hier (http://www.nerdcore.de/wp/2008/04/24/offen…) findet man eine lesenswerte Antwort auf das oberflächliche Rumgeheule der Musikindustrie. »):

    den blogeintrag hab ich zufälligerweise mal vor dem laut.artikel gelesen... wollt grad n thread hier aufmachen, und dann gibts schon ne news. grrrr :D

  • Vor 13 Jahren

    @Prometheus77 (« ^Ich denke aber die Musiker, die neben der Musik noch arbeiten müssen und sozusagen kämpfen müssen um Musik machen zu können, sind um einiges kreativer als die Musiker die es geschafft haben und mittlerweile ihre Cocktails an ihrem Swimmingpool in was weiss ich wo geniesen, während ihre Bediensteten ihnen das Essen zubereiten! »):

    Ich nicht.

  • Vor 13 Jahren

    @Prometheus77 («
    Ja, und jetzt? Gut, ist er halt überqualifiziert für den Job!

    Jemand mit einem, was weiss ich, Philosphiestudium (oder anderes Studium, wo man dann nicht wirklich einen Job bekommt) wird auch Probleme haben über die Runden zu kommen! Dann hätte er halt einen "richtigen" Job erlernen und am Abend Musik machen sollen! »):

    Jemand der mal 2 Stunden nach der Arbeit Zeit zuzm spielen hat wird nichts zu Stande bringen was du dir bereit bist anzuhören.

  • Vor 13 Jahren

    @Prometheus77 («
    Dieser Anspruch, ich mache Musik, ich muss davon, ohne dass ich noch andere Arbeit mache, gut leben können, nervt mich einfach! »):

    Den Anspruch von deiner Arbeit leben zu können hast du aber, oder?

  • Vor 13 Jahren

    @masterpiece (« @Skywise (« @Prometheus77 (« Na, dann sucht Euch halt 'ne richtige Arbeit und macht die Musik nebenher! Ich und alle anderen, die einen normalen Job haben, machen auch viel Arbeit und verdienen nur durchschnittlich... warum muss ein Musiker mehr verdienen??? »):

    Du glaubst ja gar nicht, wie viele "Nur"-Musiker sich einerseits noch mit Musikunterricht oder durch Winz-Engagements noch ein paar Euro nebenher verdienen (müssen) »):

    sorry, aber die unterzeichner dieses briefs scheinen mir keine leute zu sein, die am hungertuch nagen, sondern sind wohl zum großteil "professionelle" (damit mein ich berufsmusiker, nicht gute musiker) musiker, die wirklich genug kohle haben, wenn ich da so namen wie grönemeyer lese...

    Die meisten Platten, die ich hab, sind von Musikern, die das nur als Hobby machen. Komischerweise beklagen die sich seltenst über die bösen Musikdownloads. hmmmm.... »):

    Vermutlich beklagen die sich nicht drüber weil sie nicht davon leben. Und klar ist der Brief nur von Leuten dies geschafft haben, (und ich hätte mir gewünscht die Tatsache daß z.B. auch DOldinger sein Okay drunter setetzt würde wenigstens ein bißchen zum Nachdenken anregen...) hätt ich den geschrieben hätts keine Sau interessiert.

  • Vor 13 Jahren

    @Prometheus77 (« Ja, und jetzt? Gut, ist er halt überqualifiziert für den Job!

    Jemand mit einem, was weiss ich, Philosphiestudium (oder anderes Studium, wo man dann nicht wirklich einen Job bekommt) wird auch Probleme haben über die Runden zu kommen! Dann hätte er halt einen "richtigen" Job erlernen und am Abend Musik machen sollen! »):

    Weißt Du, was mein Bekannter mir bei diesem Thema mal gesagt hat?
    "Es gibt Berufe und es gibt Berufungen."
    Ein befreundeter Liedermacher hat sich mal so ähnlich geäußert, als wir uns darüber unterhalten haben, wie er vom Bäckerhandwerk zum Liedermachen kam. Er selbst hätte die Möglichkeit gehabt, ebenfalls in die Bäckerei einzusteigen, aber er hat es nicht gemacht, obwohl er dort einen sicheren Job gehabt hätte und sein Bruder bis vor einigen Jahren wirklich ordentlich Geld verdient hat. Er selbst hat in den letzten 10 Jahren bestimmt kein großes Geld verdient, aber die Musik deshalb aufzugeben, kam für ihn nicht in Frage, denn:
    "Wenn ich etwas tu, dann will ich es deshalb tun, weil ich es tun will, und nicht deshalb, damit ich es eines Tages nicht mehr tun muß."
    Er hat nebenher einige Jobs gehabt, aber die Musik hat ihn nicht losgelassen; eher hat er wegen der Musik die anderen Jobs sausen lassen.
    Ich kenne seinen Lebenslauf nicht, den er bei Bewerbungen vorlegen würde, aber ich persönlich würde ihn nicht einstellen, um mit mir im kaufmännischen Bereich zu arbeiten. Ich arbeite lieber mit einem Vollblut-Kaufmann zusammen als mit einem Vollblut-Künstler auf Abwegen.

    Zitat (« Und wenn das in der Musikindustrie nicht der Fall ist, wenn es vorkommt, dass die ihre eigenen Musiker ausbeuten, dann ist das nicht mein Problem! »):

    Es gibt keine einheitlich geschlossene "Musikindustrie".

    Zitat (« Ja, da magst Du Recht haben, dass nicht jeder Millionär wird... wobei das mit dem 1 (oder was auch immer) Prozent Blödsinn ist... ich meine, da müssen wir zwischen Berufsmusikern und Hobbymusikern entscheiden... wenn nicht genug Geld mit der Musik abfällt, dann muss man halt Hobbymusiker bleiben und darf sich nicht darüber beklagen, dass man mit der Musik nicht überleben kann! »):

    Okay, ich unterscheide:
    auch unter den Berufsmusikern liegt der Anteil der Millionäre unter einem Prozent, und sie werden allein durch das Machen von Musik niemals einen siebenstelligen Betrag auf ihrem Konto verbuchen können.

    Zitat (« Und diese Leute, egal jetzt ob Hobby- oder Berufsmusiker, die nicht in dem Millionenverdienerbereich sind, müssen sich wohl auch nicht so viel Sorgen machen, denn diese Leute werde sicher nicht in dem Masse runtergeladen wie eine Madonna, ein Michael Jackson, ein Robbie Williams oder die Rolling Stones! »):

    Gerade diese Leute dürften sich Sorgen machen, da es ja anscheinend Sitte geworden ist, sich mal ein Album oder ein paar Lieder eines unbekannteren Interpreten "zur Probe" runterzuladen und es dann dabei zu belassen.
    Nebenbei - "Musiker" sind auch die Komponisten, Texter und Arrangeure, die manchem weniger kreativen Superstar unter die Arme greifen. Diese Leute sind natürlich auch davon betroffen, wenn ihre Stücke nicht mehr gekauft, sondern illegal runtergeladen werden. Das ist mit ein Grund dafür, daß sich auch Autoren, Verleger oder "reine" Komponisten unter diesem Schreiben verewigt haben.

    Zitat (« Ich denke, die Musiker, die gemeinhin bekannt sind, verdienen mehr als genug, entweder durch die verbliebenen Albumverkäufe oder durch Konzerte und Merchandise! »):

    Hm. Kennst Du eigentlich noch Bill Ramsey?
    Ich mag mich irren, aber irgendwas sagt mir, daß der Mann bestimmt nicht in Geld schwimmt, zumindest nicht so viele Alben verkauft, daß es für die Charts reicht, und an Bill Ramsey-Merchandising-Artikeln bin ich in den letzten Jahren auch nicht vorbeigekommen. Trotzdem würde ich ihn als "gemeinhin bekannt" bezeichnen.
    Wir können auch gerne über Roberto Blanco reden. Was war sein letztes Album in den Charts? Ob seine Konzerte ausverkauft sind, kann ich nicht sagen - hab' in den letzten Jahren zumindest keine größere Ankündigung mehr gesehen und außer seinen regelmäßigen Oktoberfest-Auftritten, wo er den Besoffenen seine Titel aufnötigt, und ein paar Gala-Auftritten war da wohl auch nicht so viel. Und mit Roberto-Blanco-Memorabilia sieht es wohl auch eher mau aus ... gemeinhin bekannt? Joah, schon ... oder?
    Von den vielen Künstlern, die keinen Fuß auf die Bühne setzen und demzufolge auch kein Live-Publikum haben, das ihnen die Miete zahlt, fange ich hier am besten gar nicht an ...

    Zitat (« Musiker, die man nicht kennt, werden nicht wirklich runtergeladen bzw. Fans von Indie oder sonstigen kleinen Gruppen werden auch weiterhin deren CDs und Konzerttickets kaufen! »):

    Solange diese erschwinglich bleiben. Und da habe ich bei beiden momentan eher Sorgen.

    Zitat (« Und wenn jemand keinen Plattenvertrag hat, dann entgeht ihm auch nichts durch Downloads, aber er kann immerhin auf sich aufmerksam machen und vielleicht kommen mehr Leute zu den Konzerten wodurch man dann vielleicht eine Plattenfirma auf einen aufmerksam machen kann! »):

    Joah, nur gibt es halt auch Musiker, die kein großes Publikum vertragen (Kabarettisten / Liedermacher) und für die sich gerade deshalb keine Plattenfirma interessiert; die fangen meistens damit an, ihre Titel in Kleinstauflagen selbst zu brennen. Werden die Leute dann etwas bekannter, bekommen Preise oder ähnliches, dann interessiert sich vielleicht trotzdem noch keine Plattenfirma für sie ... aber das potentielle Publikum ... und das könnte sich dann auch den Krempel illegal aus dem Internet runterladen ...

    Zitat (« Dieser Anspruch, ich mache Musik, ich muss davon, ohne dass ich noch andere Arbeit mache, gut leben können, nervt mich einfach! »):

    Nun gut, dann staple tiefer. Die meisten Musiker haben nicht den Anspruch, GUT von ihrer Musik leben zu können, sondern ÜBERHAUPT von ihrer Musik leben zu können. Nur sind sie selbst in der Regel ziemlich machtlos, wenn es darum geht, an ihrer Situation etwas zu verändern - das Einkommen richtet sich praktisch niemals nach der Qualität der abgelieferten Arbeit. Obwohl's geil wäre, einer in der Gosse kauernden Paris Hilton einen Groschen zu verweigern ... nur mal so nebenbei ...

    Gruß
    Skywise

  • Vor 13 Jahren

    @JaDeVin (« Ist natürlich keine schöne Situation, aber evtl. sollte man dann mal die Plattenindustrie und ihr Geschäftsgebaren kritisieren, als das böse Internet zu verteufeln. »):

    Letzten Endes sind beides Teile desselben Phänomens und ich kann bei der "Plattenindustrie" zunächst mal keine größere Schuld sehen als bei den Nutzern des Internets.

    Zitat (« Also die CD erfunden wurde, da war diese neue Technologie der Musikindustrie mehr als recht und man Unsummen an Geld gescheffelt. »):

    Stimmt so nicht. Es gab auch sehr (!) viele, vor allem kleinere Plattenfirmen, die diese Umstellung finanziell nicht verkraftet haben oder verkraftet hätten und sich aus dem Grund völlig vom Markt zurückgezogen haben.
    Die Musik-Riesen, diese gigantischen Plattenfirmen, sind mit eine Folge dieser Entwicklung. Die kleinen Labels konnten nicht mehr, die großen hatten Geld übrig. Viele Plattenfirmen sind übrigens trotzdem auf der Strecke geblieben; nicht alle wurden aufgekauft.

    Zitat (« Aber p2p ist aber Feind. Lachhaft. »):

    P2P ist ganz bestimmt nicht der Feind. Der gemeine Nutzer von P2P, der sich einen Scheißdreck um die Rechte Dritter kümmert, ist der Feind. Und wer kümmert sich heute schon im breiten Maße um die Rechte Dritter? :D

    Gruß
    Skywise

  • Vor 13 Jahren

    @Skywise (« Weißt Du, was mein Bekannter mir bei diesem Thema mal gesagt hat?
    "Es gibt Berufe und es gibt Berufungen." »):

    Na, das ist doch schön für ihn! Dann soll er seiner Berufung folgen und aufhören zu jammern (wobei ich Deinem Bekannten jetzt natürlich nicht unterstellen will, dass er tatsächlich jammert, das ist nur als Pauschaulaussage zu verstehen!)!

    Zitat (« Ein befreundeter Liedermacher hat sich mal so ähnlich geäußert, als wir uns darüber unterhalten haben, wie er vom Bäckerhandwerk zum Liedermachen kam. Er selbst hätte die Möglichkeit gehabt, ebenfalls in die Bäckerei einzusteigen, aber er hat es nicht gemacht, obwohl er dort einen sicheren Job gehabt hätte und sein Bruder bis vor einigen Jahren wirklich ordentlich Geld verdient hat. Er selbst hat in den letzten 10 Jahren bestimmt kein großes Geld verdient, aber die Musik deshalb aufzugeben, kam für ihn nicht in Frage, denn:
    "Wenn ich etwas tu, dann will ich es deshalb tun, weil ich es tun will, und nicht deshalb, damit ich es eines Tages nicht mehr tun muß."
    Er hat nebenher einige Jobs gehabt, aber die Musik hat ihn nicht losgelassen; eher hat er wegen der Musik die anderen Jobs sausen lassen. »):

    Ja, klar... es macht natürlich mehr Spass Musik zu machen als jeden morgen um 4:00 in einer Bäckerei zu stehen... das ist halt die Entscheidung, die er treffen musste, entweder einen sicheren Job, den man vielleicht nicht so liebt, zu ergreifen, oder das zu machen was man liebt und um seine Existenz "kämpfen"... um es mal so überspitzt auszudrücken... das war seine freie Entscheidung! Ich würde auch lieber mein Geld mit was verdienen was richtig Spass macht und nicht unter "Arbeit" läuft!

    Zitat (« Okay, ich unterscheide:
    auch unter den Berufsmusikern liegt der Anteil der Millionäre unter einem Prozent, und sie werden allein durch das Machen von Musik niemals einen siebenstelligen Betrag auf ihrem Konto verbuchen können. »):

    Wenn sie nicht erfolgreich genug sind, dann müssen sie halt sonst arbeiten! Wenn sie nicht genug verdienen, dann sind sie keine Berufsmusiker, sprich dann müssen sie halt noch "richtig" arbeiten! Wenn ich in meinem Job nicht genug verdiene, dann muss ich halt noch anderweitig Geld verdienen! Wir drehen uns da im Kreis!

    Zitat (« Gerade diese Leute dürften sich Sorgen machen, da es ja anscheinend Sitte geworden ist, sich mal ein Album oder ein paar Lieder eines unbekannteren Interpreten "zur Probe" runterzuladen und es dann dabei zu belassen. »):

    Wenn ich es zur Probe runterlade, dann würde ich es anderweitig auch nicht kaufen!

    Zitat (« Nebenbei - "Musiker" sind auch die Komponisten, Texter und Arrangeure, die manchem weniger kreativen Superstar unter die Arme greifen. Diese Leute sind natürlich auch davon betroffen, wenn ihre Stücke nicht mehr gekauft, sondern illegal runtergeladen werden. Das ist mit ein Grund dafür, daß sich auch Autoren, Verleger oder "reine" Komponisten unter diesem Schreiben verewigt haben. »):

    Wie gesagt, die Verkäufe werfen auch so noch genug ab.... und wenns nicht reicht, dann müssen diese Kreativen halt noch mehr Songs schreiben oder sonstige Arbeit machen!

    Zitat (« Hm. Kennst Du eigentlich noch Bill Ramsey?
    Ich mag mich irren, aber irgendwas sagt mir, daß der Mann bestimmt nicht in Geld schwimmt, zumindest nicht so viele Alben verkauft, daß es für die Charts reicht, und an Bill Ramsey-Merchandising-Artikeln bin ich in den letzten Jahren auch nicht vorbeigekommen. Trotzdem würde ich ihn als "gemeinhin bekannt" bezeichnen.
    Wir können auch gerne über Roberto Blanco reden. Was war sein letztes Album in den Charts? Ob seine Konzerte ausverkauft sind, kann ich nicht sagen - hab' in den letzten Jahren zumindest keine größere Ankündigung mehr gesehen und außer seinen regelmäßigen Oktoberfest-Auftritten, wo er den Besoffenen seine Titel aufnötigt, und ein paar Gala-Auftritten war da wohl auch nicht so viel. Und mit Roberto-Blanco-Memorabilia sieht es wohl auch eher mau aus ... gemeinhin bekannt? Joah, schon ... oder? »):

    Die Leute haben in den fetten Jahren schon genug Geld (zu unrecht?) gemacht! Und wenns nicht mehr reicht, gut, dann müssen sie halt auf Tour! Ich denke, da gibt es genügend mittelalterliche Leute die zu deren Konzerte gehen würde! Udo Jürgens und Howard Carpendale müssen sich da ja auch keine Sorgen machen! Ganz abgesehen davon bezweifle ich stark, dass deren Klientel zu den Downloadern gehört!

    Zitat (« Von den vielen Künstlern, die keinen Fuß auf die Bühne setzen und demzufolge auch kein Live-Publikum haben, das ihnen die Miete zahlt, fange ich hier am besten gar nicht an ... »):

    Es steht denen aber frei, ihre Füsse auf die Bühnen der Welt zu setzen! Wenn das Geld nicht reicht, dann muss man halt mehr arbeiten! Wenn das Geld von 3 Monaten Arbeit im Jahr um ein Album aufzunehmen nicht reicht, dann muss man halt die restlichen 9 Monate auf Tour gehen um zusätzlich Geld zu verdienen! Ich komm auch nicht mit 3 Monaten Arbeit durchs ganze Jahr!

    Zitat (« Joah, nur gibt es halt auch Musiker, die kein großes Publikum vertragen (Kabarettisten / Liedermacher) »):

    Naja, wenn die kein grosses Publikum vertragen, dann sollten die ihre Musik am besten für sich behalten!
    @mr_bad_guy («
    Jemand der mal 2 Stunden nach der Arbeit Zeit zuzm spielen hat wird nichts zu Stande bringen was du dir bereit bist anzuhören. »):

    Woher willste das wissen?
    @mr_bad_guy (« Den Anspruch von deiner Arbeit leben zu können hast du aber, oder? »):

    Ja, aber ich mache meine Arbeit nicht weil ich sie machen will (das soll jetzt nicht heissen, dass ich meinen Job hasse), sondern weil meine Eltern keine Millionäre sind und ich was machen muss um zu leben! Wenn ich es finanziell nicht nötig hätte, dann würde ich meine Arbeit nicht machen!

    Beim musizieren sieht da das wohl ein bisschen anders aus und lässt sich so mit regulärer "Arbeit" nicht vergleichen!

    Wenn das Geld durch die Musik nicht reicht, dann muss ich mir was einfallen lassen bzw. dann bin ich kein Berufsmusiker!

  • Vor 13 Jahren

    Wie viele Musiker kennst du denn die 1. nen ABschluß haben und 2. davon leben?

  • Vor 13 Jahren

    @ Prometheus: Okay. Also jemand der seine Arbeit mag hat gefälligst umsonst zu arbeiten.
    (Der Studiogitarrist von Tokyo Hotel, die live Musiker von Dj Ötzi, etc. Machen ihre Arbeit übrigens sicherlich auch nicht weil sie besonders scharf draquf sind, falls dich das tröstet)

  • Vor 13 Jahren

    @Prometheus77 («
    @mr_bad_guy («
    Jemand der mal 2 Stunden nach der Arbeit Zeit zuzm spielen hat wird nichts zu Stande bringen was du dir bereit bist anzuhören. »):

    Woher willste das wissen? »):

    Okay. Tut mir leid. Bringt nichts zu Stande was ich bereit bin mir anzuhören.

  • Vor 13 Jahren

    @Prometheus77 (« Ich würde auch lieber mein Geld mit was verdienen was richtig Spass macht und nicht unter "Arbeit" läuft! »):

    Musik ist keine Arbeit? Laß das mal keinen Berufsmusiker hören :D

    Zitat (« Wenn sie nicht erfolgreich genug sind, dann müssen sie halt sonst arbeiten! Wenn sie nicht genug verdienen, dann sind sie keine Berufsmusiker, sprich dann müssen sie halt noch "richtig" arbeiten! Wenn ich in meinem Job nicht genug verdiene, dann muss ich halt noch anderweitig Geld verdienen! Wir drehen uns da im Kreis! »):

    Das hast Du schon mal gesagt. Darum ging's aber an dieser Stelle nicht. Ich sage nur, daß Du nicht davon ausgehen sollst, daß jeder Berufsmusiker einen Arschvoll Geld verdient. Das stimmt einfach nicht. Es gibt solche, die davon leben können. Aber sie können damit keine großen Sprünge machen, und fertig. DAS ist die Realität und von DER solltest Du ausgehen, nicht von irgendwelchen von VIVA und MTV versauten Vorstellungen eines Musiker-Daseins.

    Zitat (« Gerade diese Leute dürften sich Sorgen machen, da es ja anscheinend Sitte geworden ist, sich mal ein Album oder ein paar Lieder eines unbekannteren Interpreten "zur Probe" runterzuladen und es dann dabei zu belassen. »):

    Wenn ich es zur Probe runterlade, dann würde ich es anderweitig auch nicht kaufen! »):

    Du fällst nicht ins Gewicht. Ich spreche von der Masse. Auch von der "vielleicht kaufwilligen" Masse, die aber aus irgendwelchen Gründen grade mal wieder gar kein Geld hat, um sich ausgerechnet das Album X von Y leisten zu können - oder was es sonst noch für Ausreden gibt.

    Zitat (« Wie gesagt, die Verkäufe werfen auch so noch genug ab.... und wenns nicht reicht, dann müssen diese Kreativen halt noch mehr Songs schreiben oder sonstige Arbeit machen! »):

    Meine Güte, Du hast auch noch nie im kreativen Bereich gearbeitet, oder? So eine Muse ist ein verdammt zickiges Weibsstück, das einen mitunter schon mal im Stich lassen kann. An anderen Tagen kommt sie Dir dafür gleich mit vier oder fünf guten Ideen entgegen. Kreativität läßt sich nur bedingt steuern. Leute, die das versuchen, neigen dazu, minderwertige Ware abzuliefern oder schlicht zu kopieren, und im Normalfall landen sie dann ziemlich schnell auf dem Abstellgleis.

    Zitat (« Die Leute haben in den fetten Jahren schon genug Geld (zu unrecht?) gemacht! Und wenns nicht mehr reicht, gut, dann müssen sie halt auf Tour! »):

    Bill Ramseys größter Erfolg, "Souvenirs, Souvenirs" hat sich etwa 900.000mal verkauft - dafür gab's seinerzeit noch nicht mal 'ne Goldene Schallplatte - fetter Gewinn?
    Roberto Blanco mag zwar Hans Dampf in allen Gassen sein, aber auch er hatte keine "fetten Jahre". Ein erster Erfolg mit "Heute so, morgen so", einige Jahre (!) später dann nochmal sein Blütejahr 1972 mit "Ein bißchen Spaß muß sein", "Der Puppenspieler von Mexiko" oder "Ich komm' zurück nach Amarillo". Tja, und das war's. Vielleicht hat er 1972/73 ganz gut verdient, aber danach war er in erster Linie eher Promi als erfolgreicher Musiker. Sechs Alben in nunmehr fast 40 Jahren ... hm!

    Zitat (« Ganz abgesehen davon bezweifle ich stark, dass deren Klientel zu den Downloadern gehört! »):

    Beide haben "Klassiker" vorgelegt. Bill Ramsey mit der "Mimi", mit "Pigalle", mit dem "Wumba-Tumba-Schokoladeneisverkäufer", mit "Souvenirs" und mit der "Zuckerpuppe aus der Bauchtanztruppe". Blanco mit "Ein bißchen Spaß muß sein". Und diese Klassiker kann man heute noch auf vielen Parties spielen und hören, selbst auf Ü30-Parties, obwohl die Erstkäufer dieser Stücke wohl eher der Kategorie Ü45 einzuordnen sind. Und Klassiker zählen vermutlich neben aktuellen Charthits mit zu den begehrtesten Download-Titeln. Spart einem das Geld für unzählige Original-Alben oder Sampler :D

    Zitat (« Es steht denen aber frei, ihre Füsse auf die Bühnen der Welt zu setzen! »):

    Nein, eben nicht zwangsläufig.
    Es gibt eben auch Musiker, die auf der Bühne versagen oder sich aus verschiedenen Gründen auf der Bühne nicht zeigen wollen oder können. Ich habe hier CDs von einem Musiker herumstehen, der an Muskelschwund leidet, daher im Rollstuhl sitzt und mit seinem Notations-Programm ungefähr so kommuniziert wie Prof. Stephen Hawking mit seiner Umwelt. Es gibt Musiker mit Parkinson wie Fredl Fesl, die sich auf bewundernswerte Weise durch jeden Auftritt quälen, bis es eben eines Tages nicht mehr geht. Ich habe Musiker im Bekanntenkreis, die an Epilepsie leiden und daher nicht ins flackernde Rampenlicht gehen können, weil sie sonst Anfälle kriegen.
    Nicht jeder Musiker hat die Wahl. Das macht ihn aber nicht zu einem schlechteren Musiker.

    Zitat (« Wenn das Geld nicht reicht, dann muss man halt mehr arbeiten! Wenn das Geld von 3 Monaten Arbeit im Jahr um ein Album aufzunehmen nicht reicht, dann muss man halt die restlichen 9 Monate auf Tour gehen um zusätzlich Geld zu verdienen! Ich komm auch nicht mit 3 Monaten Arbeit durchs ganze Jahr! »):

    Der Standard-Musiker auch nicht.

    Zitat (« Naja, wenn die kein grosses Publikum vertragen, dann sollten die ihre Musik am besten für sich behalten! »):

    Das schönste Konzert, auf dem ich bislang war, war eines von dem österreichischen Liedermacher Ludwig Hirsch. Der hat ein wunderschönes Lied im Repertoire namens "Komm großer schwarzer Vogel", das von einem Menschen handelt, der sich - anscheinend von Krankheit gepeinigt - den Tod herbeisehnt, und der offensichtlich am Ende tatsächlich vom Tod von seinem Leiden erlöst wird.
    250 Zuhörer, die betroffen und völlig ruhig in einem abgedunkelten Raum sitzen und mehrere Sekunden warten, bis sich langsam der erste Mensch erhebt und Applaus spendet ... ein unglaubliches Gefühl der Einigkeit zwischen Künstler und Publikum ... einfach nur ein paar Sekunden andächtige Stille in einem Raum voller Menschen, hervorgerufen durch ein paar Worte und ein paar Töne.
    Dieses Lied taugt einfach nicht für die Masse, weil es das Individuum berührt, also braucht man dafür auch einen kleinen Rahmen, in dem das Individuum Platz hat. Dasselbe gilt für zarte Liebeslieder. Nicht das, was Pur so auf die Bühne bringen, sondern einfach Lieder, die still und intim sind. Die kannst Du einfach nicht vor der Masse interpretieren, weil sie dort entweder untergehen oder lächerlich wirken bzw. gemacht werden.

    Gruß
    Skywise

  • Vor 13 Jahren

    ich versteh auch diesen hier teilweise recht deutlich zur schau gestellte levelling.

    wenn jemand in künstlerischer hinsicht talentiert ist und den menschen tolle mukke darbringt, so ist sein beitrag überdurchschnittlich hoch für die lebensqualität des konsumenten.
    wer von uns möchte geile mukke missen?

    wenn jemand es also versteht, anderer leute leben derart zu bereichern, was nur wenige können, so ist er eben ein besonderer mensch.

    der darf dann auch gerne entsprechend honoriert werden.

    der beitrag ist einfach höher, als nen kaffee zu bringen, ein auto zu verkaufen oder (ich nehme mich da nicht aus) anderen nen ehevertrag zu entwerfen.