Tay Schmedtmann siegt im reizlosen Männer-Finale. Ein Sieg für die Ödnis des Deutschpop.

Berlin (jim) - Deutschland hat eine neue Stimme: Die Castingshow The Voice Of Germany ging gestern Abend zu Ende und Tay Schmedtmann aus dem Team Andreas Bourani siegte im ersten rein männlichen Finale. Mit 54 Prozent gewann er letztlich knapp gegen Robin Resch aus Samu Habers Team. Der Titel-Hattrick der fantastischen Zwei, Smudo und Michi Beck, die Marc Amacher ins Rennen schickten, blieb somit unvollendet.

Die Show eröffneten alle Finalisten zusammen und trugen den Hit "If I Ain't Got You" von und mit Alicia Keys vor. Die Coaches waren auf die letzte Schlacht vorbereitet: Michi Beck und Smudo trugen Buttons am Revers mit der Aufschrift "AAA", was bedeutete: "Alle außer Andrea", höhö. Klarer Verweis an Kollege Bourani.

Robin Resch: Ed Sheeran hoch zwei

In der ersten Runde sangen alle Kandidaten jeweils abwechselnd drei Songs, die Zuschauer durften sogleich für ihren Liebling anrufen und die beiden, die am meisten Anrufe verbuchten, kamen eine Runde weiter und trällerten ihre eigene Single.

Den Anfang machte der Österreicher Robin Resch, der Ed Sheeran der Steiermark. Kein Wunder, dass er "Photograph" vom britischen Rotschopf auswählte. Robin sang mit spärlicher Begleitung den eh schon langweiligen Song ziemlich unspektakulär, trotzdem gab es Standing Ovations und Moderator Tore konstatierte: "Mensch, das war ja 1:1."

Beim zweiten Auftritt unterstützte ihn Coach Samu mit Sunrise Avenue: "Hollywood Hills" klang aber auch eher zurückhaltend. Robin blieb regungslos auf seinem Stühlchen, nur beim Finnen erkannte man wenigstens etwas Elan. Mit James Arthur harmonierter Resch in "Say You Won't Let Go" sehr gut.

Marc Amacher geht im Rapkontext unter

Rampensau Marc Amacher trat sogleich das Gaspedal durch und rappte fast neben den beiden Fantas auf "Ernten Was Wir Säen". Leider ging seine Stimme seltsamerweise unter und sie wirkte im Rapkontext doch sehr befremdlich.

Neuland war für Marc das Plateau der Balladen, dennoch überzeugte er im Duett mit Emeli Sandé. Die beiden kreierten einen interessanten Kontrast bei "Breathing Underwater", obwohl der Mann aus Bern ohne Gitarre im Anschlag sichtlich verloren über die Bühne torkelte.

Zurück in der Komfortzone brannte er mit "Are You Gonna Go My Way" von Lenny Kravitz die Halle nieder. Stimmlich hielt er sich sogar angenehm im Rahmen und übersteuerte nicht wie sonst üblich.

"Let's do it and rock that shit!" (Thore)

Yvonne Catterfelds Schützling Boris Alexander Stein bzw. "Bobby A. Stone", wie Moderator Thore Schölermann den Zuschauern unentwegt eintrichterte, startete mit One Republic. Zuerst erkundigte er sich aber bei Sänger Ryan Tedder, ob dieser bereit sei, woraufhin der "I'm so ready" floskelte, was wiederum der Moderator mit einem ungeschickten "Let's do it and rock that shit!" goutierte. Sein anschließender Blick ließ darauf schließen, dass er sich ordentlich schämte. Die Darbietung von "Let's Hurt Tonight" hingegen war durchaus passabel, wenngleich der Frontmann den Tattoo-Freak in Grund und Boden sang.

Danach versuchte sich Boris an Herbert Grönemeyers "Demo (Letzter Tag)", blieb aber blutleer. Ohne die einzigartige Intonation des Bochumers klingt dieses Lied einfach nur dröge. Das Duett mit Coach Yvonne war gleichzeitig die Präsentation ihrer neuen Single "Irgendwas". Catterfeld will jetzt anscheinend die deutsche Alicia Keys werden. Auf die Frage, warum er so dermaßen in sich gekehrt wirke, bemerkte Boris trocken: "Wenn ich nervös bin, dann werde ich müde."

Tay Schmedtmann, Bouranis Soul-Man

Tay Schmedtmann aus dem A-Team blieb seiner Linie treu und sang drei Soul-Nummern: Xavier Naidoos "Sie Sieht Mich Nicht", "Love Me Now" im Duett mit John Legend und "Eisberg" zusammen mit seinem Coach. Alle Auftritte gerieten solide, seine warme und kräftige Stimme ist sein größter Trumpf. Etwas Abwechslung wäre trotzdem schön gewesen.

Die erste Abstimmung zelebrierte der Sender mit der gewohnten Mixtur: Countdown, Schnelldurchlauf, Werbung und dann der Auftritt von Notar Dr. Dietrich Mohme. Sein Umschlag diktierte den Fortgang der Show: Robin und Tay durften ihre Single vortragen.

Die Ödnis des Deutschpop

Beide verbliebenen Finalisten zogen der Show dann komplett den Stecker. Robin tirilierte sein "Disneyland", ein belangloses Stück Gute Laune-Pop. Tay mimte den Phrasendrescher in "Lauf Baby Lauf": "Gib alles, nur nicht auf / Es geht immer weiter." Kalendersprüche für die Ewigkeit. Wer Bourani als Coach hat, der braucht nicht nach lyrischer Tiefe suchen. Mit "Blended Family" erhellte Alicia Keys (die echte!) noch einmal dieses doch recht reizlose Finale.

Fotos

Sunrise Avenue, Die Fantastischen Vier und Yvonne Catterfeld

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laut.de-Porträt Tay Schmedtmann

Tay Schmedtmann, gelernter Bürokaufmann aus Bielefeld, gewinnt im Dezember 2016 im Team von Andreas Bourani die sechste Staffel von The Voice Of Germany.

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