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Tom Morello und Co. gegen Gesichtserkennung

Handyfotos auf Konzerten sind einigen Musikern bekanntlich ein Dorn im Auge. Von Tom Morello ist bekannt, dass er kürzlich Rob Halfords Beispiel folgte und auf einem Konzert das Smartphone eines Besuchers ins Publikum warf - im Gegensatz zu Halford aber mit Vorwarnung. Nun hat Morello einen größeren Feind: Der US-Veranstalter Ticketmaster testet schon lange Gesichtserkennungssoftware für Konzerte, um Eintrittskarten zu ersetzen. Die Software soll Gesichter bereits in weniger als einer Sekunde spezifischen Personen zuordnen können, selbst wenn diese nicht in die Kamera schauen. Selbstverständlich nur zum Wohle des Kunden: Lange Warteschlangen vor Konzerthallen gehörten dann der Vergangenheit an. Zudem lockt eine schnelle Identifikation von Straftätern.

Morello, Amanda Palmer, Thievery Corporation, Anti-Flag und Brian Fallon sehen darin jedoch eine Bedrohung der Grundrechte und befürchten Repressionen gegenüber gesellschaftlicher Minderheiten: "24-Stunden-Massenüberwachung macht Konzerte nicht sicherer." Mit Tweets machen sie im Verbund mit der NGO Fight For The Future auf das Thema aufmerksam, in der Hoffnung, den Einsatz der Technologie zu verhindern. Einwanderergruppen und Verbraucherschützer sind ebenfalls alarmiert. US-Fans können auf der Seite "Ban Facial Recognition" nach Angabe ihrer Lieblingsband eine Petition unterzeichnen und sich so als Gegner der Software in Stellung bringen.


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1 Kommentar

  • Vor einem Jahr

    Ich verstehe, daß Ticketmaster (übrigens ein richtiges Drecksunternehmen) mehr Daten haben und Venues Personal sparen möchten. Die vorgeschobene Begründung ist aber dürftig, da nicht die Ticketkontrolle, sondern die Körper- und Taschenkontrollen für die großen Verzögerungen sorgen. Tickets zu prüfen dauert wohl kaum länger, als die Zuschauer ohnehin auf sichere Weise einen Saal betreten würden