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Taki's Magazine: Ressentiments unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit

Das bekannte amerikanische Schwulen- und Lesbenmagazin The Advocate recherchierte daraufhin weitere Thought Catalog-Artikel aus McInnes' Feder und landete bei Headlines wie "Wer Kinder hat, wird zur Schwuchtel" und "Wann es okay ist, Frauen zu schlagen". Muss man wohl nicht mehr Worte drüber verlieren. Kommen wir zum Chef von Taki's Magazine: Taki Theodoracopulos. Ein griechischer Journalist, der Trump-Lobartikel schreibt, die liberale Presse als fremdgesteuert bezeichnet und laut Guardian auch schon mal plumpe Ressentiments drischt. So soll er in einem Artikel Puerto-Ricaner als "Halb-Wilde" und Kenia als "Bongo-Bongo-Land" bezeichnet haben und darüber hinaus Anhänger einer jüdischen Weltverschwörung sein.

Das ist sicher nicht das Umfeld, in dem man gerne Jesse Hughes-Interviews liest, ganz davon abgesehen, dass man seit Paris generell hofft, keine mehr von ihm zu lesen. Denn ganz offensichtlich hält ihn die Therapie, die er nach seinen Worten vom März längst begonnen hat, nicht davon ab, Sätze zu formulieren wie: "Ich weiß genau, dass sie [die Terroristen] schon früh im Club waren. Sie haben meinen Kumpel angestarrt, aber ich tat es ab als Araber-Neid, verstehst du? Wenn ein Muslim einen großspurigen Amerikaner mit Tattoos sieht, starrt er ihn an. Erst später habe ich realisiert, dass es Abdeslam [Salah Abdeslam, der in Brüssel gefasste, mutmaßliche Beteiligte bei den Pariser Anschlägen] war, der meinen Kumpel anstarrte, weil er ihn für eine Bedrohung hielt."

Auf die einfältige Frage, ob ein Teil der Bataclan-Belegschaft wohl aus Muslimen bestanden habe, steigt Hughes sofort ein: "Ja, ich weiß es. Das Security-Personal hinter der Bühne ist bekannt dafür, aus Schnüfflern zu bestehen. Sie überprüfen deinen Ausweis alle paar Minuten und niemand geht vor oder zurück, ohne gecheckt zu werden, selbst als Bandmitglied. Aber dieser Typ [in Paris] interessierte sich überhaupt nicht für uns. Er schaute uns nicht einmal an." Seine Freundin, die Mexikanerin ist, aber auch als Libanesin durchgehen könnte, sei allerdings angesprochen worden, so Hughes. Dies sei doch Beweis genug, dass man sie als potenzielle Muslimin vor dem Anschlag habe warnen wollen.

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