Vor ihrem Auftritt in Münster werfen Kritiker Retrogott & Hulk Hodn Homophobie vor. Der Veranstalter spielt den Vorfall herunter.

Münster (has) - Huss & Hodn aka Retrogott & Hulk Hodn sehen sich vor ihrem Auftritt in Münsters Skaters Palace einem Homophobie-Vorwurf ausgesetzt. Den Grund des Anstoßes liefert ihr Song "Radiowecker", der bereits vor fünf Jahren releast wurde.

Ein Leser der Westfälischen Nachrichten hat in einer E-Mail dazu aufgefordert, den Auftritt des Hip Hop-Duos abzusagen, da ihre Texte homophobe Inhalte verbreiten. Formulierungen wie "Tuntenrap" oder "bei Homoraps ziehen Hulk Hodn und ich den Stecker" stoßen den Kritikern böse auf: "Es geht nicht, dass so jemand in Münster auftritt".

Stellungnahme vom Retrogott

Kurt Tallert, seines Zeichens der Retrogott, lässt es sich nicht nehmen, zum Thema Stellung zu beziehen. "Einen solchen Text würde ich heute in der Form nicht mehr schreiben", klärt der MC aus Köln auf. Der Song liege schon Jahre zurück und werde heute auf Bühnen mit abgeändertem Text präsentiert. Zum Verständnis zieht er einen Vergleich heran: "Schauspieler kann man ja auch nicht für ihre Rollen verurteilen."

Der Veranstalter spielt den Vorfall indes herunter und stellt sich auf die Seite der Rapper. Kritiker seien für ihn "Moralapostel". Dennoch stellt er klar, dass rassistische und antisemitische Künstler keine Chance hätten, im Skaters Palace aufzutreten, man aber auch die "Freiheit der Kunst" respektieren müsse.

Währenddessen bemerkte die WN , dass "Hip-Hop-übliche Kraftwörter wie 'Hurensohn' ebenfalls nicht fehlen". Auch sprach man zunächst von den "Rappern 'Retrogott' und 'Huss und Hodn'". Zwei inhaltliche Fehler verteilt auf sechs Wörtern, Hut ab!

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27 Kommentare mit 59 Antworten

  • Vor 7 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 7 Jahren durch den Autor entfernt.

  • Vor 7 Jahren

    Interessant, dass Schwulheit neuerdings eine Rasse ist. Ich dachte bisher immer, dies sei eine sexuelle Orientierung. Außerdem falls es die Veranstalter vom "Skate Place" noch nicht gemerkt haben: Huss & Hodn wären nicht die ersten, welche Rapper, welche Schwule nicht mögen.

    Rap und Schwulsein passt nun mal nicht zusammen.

    • Vor 7 Jahren

      Auch simple Provo kann man ein bisserl liebevoller schreiben, Herzle.

    • Vor 7 Jahren

      Naja, ich bin ja kein Profi oder so und würde mich selbst jetzt eher noch als Metaller als als Rap-Liebhaber bezeichnen. Trotzdem wünsche ich mir an der Stelle eine Erklärung, warum Schwulsein und Rap einfach nicht zusammen passt. Das übersteigt meinen derzeitigen Horizont.

  • Vor 7 Jahren

    Cool, dass er (d.Ret.d.Red.) so offen äußert, das mit dem Umdichten von "Radiowecker" explizit wegen der Schwulenrap-Lines zu machen, hatte mich genau das nämlich gefragt.
    "Schwul" als Schimpfwort stört mich jetzt nicht mal generell, aber in dem sonst (auch rein sprachlich) so wohlüberlegt, reflektiert & snobistisch daherkommenden Rap eines Retrogott wirkt es einfach deplatziert.
    Das mit dem Schauspieler und ihren Rollen passt auf andere Leute dementsprechend viel besser, muss er sich nicht hinter verstecken. :)

  • Vor 7 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 5 Jahren durch den Autor entfernt.

  • Vor 7 Jahren

    einer nennt sich schon nur "Hodn" ... da sollte man doch meinen dass Homophobie an sich schon wegfällt. Da hat wohl wer wieder mal zu schnell die "ich fühl mich angegriffen"-Kanone abgeschossen.

  • Vor 7 Jahren

    @lautjustitia:

    du hast mit deinem Comment völlig recht... aber im Grunde habe ich nichts anderes behauptet ( vllt. hätte ich noch nen Leerzeile reinhauen sollen da ich ab Zeile 4 eher auf die im Rap herrschende Bigotterie abzielte und nicht mehr auf eine fucking Zeile die jemand in jüngeren Jahren verfasst hat ), aber eben weil wir hier von Retrogott sprechen muss man nunmal sagen dass die Zeile einfach plump wirkt....

    Weiterhin als Anmerkungen - Homo" und "Tunte" sind eben gerade im und durch Hip-Hop negativ besetzt, das ist zum einem für homosexuelle Jugendliche schwer einzuordnen wenn sich seine Idole so artikulieren, zum anderen darfst du nicht voraussetzen das intelligenter Rap nur von einer intelligenten Hörerschaft konsumiert wird ( was allerdings nicht das Problem des Künstlers sein sollte )... und wie schon erwähnt, tausche "Homo" durch "Nigga" aus und du hast den Skandal, das ist nun mal heuchlerisch...

    aber klar, letzendlich ist immer der Kontext entscheidend, hatte nie die Absicht den Eindruck zu erwecken das Kunst vorgefertigte Verhaltensregeln haben muss...

    • Vor 7 Jahren

      48 Std:
      Naja, der ganze Track ist ja so, nicht nur die eine Zeile - und ich finde das auch heute noch völlig ok, weiß z.B. ich es aber auch richtig einzuordnen. Typischer Battle-Rap alter Schule halt.
      Kunst muss natürlich nie Vorbild sein und sich auch niemals an dem dümmesten anzunehmenden Rezipienten orientieren, klare Sache.