R.E.M., die Band um Sänger Michael Stipe, beendet nach 31 Jahren ihre erfolgreiche Karriere.

Athens (mis) - Die seit Jahren im Mainstream agierende, ehemalige Indie-Collegeband R.E.M. hat sich nach 31 Jahren aufgelöst. Die Nachricht ging gestern via Pressemitteilung ihres Labels Warner um die Welt und wurde kurz danach um ausführliche Statements aller drei Bandmitglieder auf ihrer Website remhq.com ergänzt.

"Wir danken jedem einzelnen von euch"

31 Jahre nach ihrer Bandgründung in Athens/Georgia und 30 Jahre nach der Veröffentlichung ihrer Debütsingle "Radio Free Europe" sah das Trio den geeigneten Zeitpunkt für die Trennung gekommen: "Liebe Fans und Freunde: Im Namen von R.E.M. und als lebenslange Freunde und Mitverschwörer haben wir beschlossen, die Band aufzulösen. Wir gehen mit großer Dankbarkeit, Entschiedenheit und Erstaunen darüber, was wir alles erreicht haben. Wir danken jedem einzelnen von euch, dem unsere Musik je etwas bedeutet hat."

Über Nacht zu internationalen Superstars

Die Entscheidung sei ihnen nicht leicht gefallen, wie Sänger Michael Stipe in branchenüblicher Diktion betont. Aber man wollte den Zeitpunkt selbst bestimmen, "freundschaftlich und im Interesse aller" (Bassist Mike Mills). Beim Besuch einer Party läge die Kunst schließlich auch darin, "zu wissen, wann es Zeit ist zu gehen", so Stipe.

Die kommerziell erfolgreichste Zeit von R.E.M. ist lange her. Nachdem die Gruppe in den 80er Jahren das Genre US-College Rock hoffähig macht, katapultiert das siebte Album "Out Of Time" die Band im Zuge des Welthits "Losing My Religion" über Nacht in die Superstar-Liga.

1997 verliert die Band Schlagzeuger Bill Berry

Der exzentrische und mittlerweile kahlköpfige Sänger Stipe wird im MTV-Zeitalter zur Identifikationsfigur, die von Bodyguards abgeschirmt werden muss, während seine Kollegen ungestört in der Öffentlichkeit einkaufen gehen können. Mitte der 90er Jahre unterschreiben R.E.M. den seinerzeit mit 80 Millionen Dollar höchstdotierten Plattenvertrag der Musikgeschichte für weitere fünf Studioalben.

1997 verlässt Schlagzeuger Bill Berry die Band aus persönlichen Gründen. Zwei Jahre zuvor erlitt er während eines Konzerts eine Hirnblutung. R.E.M. arbeiten offiziell als Trio weiter.

"Collapse Into Now" (2011) als Karrierekrönung

In den Nullerjahren verwaltet die Gruppe ihren Status als etablierte Rockband mit zumeist routiniert freundlichen, oftmals spannungsarmen Alben. Mit ihrem diesjährigen Album "Collapse Into Now", für das man Patti Smith, Eddie Vedder und Peaches als Gäste einlud, feierten R.E.M. ihre künstlerische Auferstehung, die nun als ihr Vermächtnis eine besondere Karriere krönt.

"Das Tolle daran, bei R.E.M. zu sein, war die Tatsache, dass unsere Platten und unsere Songs den Fans genau so viel bedeuteten wie uns", findet Peter Buck zu einem schönen Schlusswort.

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laut.de-Porträt R.E.M.

Als R.E.M. am 5. April 1980 ihr erstes Konzert in der Kirche ihrer Heimatstadt, Athens/Georgia, geben, hört die Band noch auf den Namen Twisted Kites.

17 Kommentare

  • Vor 10 Jahren

    Na dann bin ich ja richtig froh dass ich noch das Vergnügen hatte REM vor 2 Jahren live zu erleben.
    Ich seh die Trennung ganz entspannt und könnte fast wetten das es irgendwann zu einer reunion kommt mit grosser Tour. Genau so wette ich darauf dass es bald ein Solo Album von Stipe geben wird.
    Trotzdem vielen Dank REM für tolle Jahre mit toller Musik.

  • Vor 10 Jahren

    Na dann bin ich ja richtig froh dass ich noch das Vergnügen hatte REM vor 2 Jahren live zu erleben.
    Ich seh die Trennung ganz entspannt und könnte fast wetten das es irgendwann zu einer reunion kommt mit grosser Tour. Genau so wette ich darauf dass es bald ein Solo Album von Stipe geben wird.
    Trotzdem vielen Dank REM für tolle Jahre mit toller Musik.

  • Vor 10 Jahren

    ...oh, das ist aber schade. Aber irgendwie ein würdiger Abgang auch irgendwie, ohne Gestreit, noch nicht soweit, dass man sagt 'gabsdiedennnoch?'....hätten aber ruhig weitermachen können. Wie U2....