Ob von Großfamilien erpresst oder nicht: Kaum ist so ein Jahr vorbei, schiebt Pashanim "Airwaves" den nächsten Sommerhit hinterher.

Berlin (dani) - Ne, so ganz versteh' ich die Faszination nicht, die von Pashanim ausgehen muss. Okay, er hat 'ne ganz angenehme, in Melancholie getränkte Stimme. Seine äußerst raren Tracks leben aber eher von der Atmosphäre als von lyrischen Offenbarungen - erzählt bekommt man da nicht allzu viel. Trotzdem sprechen die Klickzahlen eine ganz eindeutige Sprache: Die Aufrufe von "Airwaves" von vergangenem Sommer bewegen sich locker im achtstelligen Bereich. Kollege Gölz attestierte dem Track damals: "Unglaublicher Beat, unglaubliche Stimmung, eindeutiger Song des Sommers." Nun haben wir wieder Sommer, und der Playboismafioso hat den nächsten poteniellen Sommerhit am Start. "Stickle macht mir 'n Beat und dann mach' ich, was ich machen muss" - nämlich das hier:

"Letztes Jahr hatten wir nichts, aber jetzt ist es vorbei", erzählt Pashanim da die klassischste denkbare From-rags-to-riches-Geschichte. "Unsre Eltern kam'n mit zwei Taschen damals aus Türkei / Deshalb jag' ich das Papier in 'nem blauen Prada-Sweatshirt / Mein Kumpel aus Paris schreibt mir, dass man da mein'n Track hört."

Nicht nur in Paris, wie es aussieht, und das, obwohl Pashanim im Grunde auf jede vermeintliche Regel des Marktes pfeift. Statt den eigenen Hype zu reiten und Tracks am Fließband unters Fanvolk zu werfen, lässt er zwischen seinen Releases vergleichsweise endlos Zeit verstreichen. Zwischen "Airwaves" und diesem Track hier veröffentlichte er gerade einmal eine drei Tracks starke EP im Dezember ("junge ceos 2") und einen Featurepart auf "Mmmhh", der Pashanim zugeordnet wurde, obwohl er unter dem Alias Ymsosa erschien.

PA Sports streut Gerüchte

Pashanims Abwesenheit sorgte in der Vergangenheit bereits für Spekulationen: PA Sports orakelte im Interview mit TV Strassensound (wer sich das nicht in epischer Länge gegen möchte: etwa bei einer Stunde, 21 Minuten), zwar ohne Namen zu nennen, aber schon recht ersichtlich auf Pashanim gemünzt, selbiger halte sich bedeckt, weil er von Berliner Großfamilien unter Druck gesetzt werde.

Pashanim selbst greift diese Gerüchte im Text auf - allerdings, ohne näher drauf einzugehen: "Sie hat gehört, ich werd' erpresst, und sie fragt mich, ob es stimmt / Aber, Baby, ich bin good, glaub' mir, das ist alles taff." Wie diese Aussage, bleibt auch der Rest des Songs relativ vage. Am Ende haben wir genau nichts erfahren, dafür aber immerhin gesehen, dass Pashanim den rosafarbenen Roller aus dem "Airwaves"-Video gegen einen rosafarbenen Porsche eingetauscht hat: Glückwunsch zum Upgrade.

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