"Die Carolin Kebekus Show" nimmt die Geschäftspraktiken der Plattform ins Visier.

Köln (dol) - "Ist Spotify vielleicht gar nicht so toll, sondern vielleicht sogar regelrecht problematisch?" In ihrer Late-Night-Show hat Carolin Kebekus einige der wiederkehrenden Kritikpunkte an dem Streamingdienst hervorgehoben – und musikalisch verpackt. So stört sie sich an der Vergütung der Künstlerinnen und Künstlern. Trotz 2,7 Milliarden Euro Einnahmen im ersten Quartal 2022 zahle Spotify lediglich 0,003 Cent pro Stream. Die Summe werde zudem erst ausgezahlt, wenn ein Song länger als 30 Sekunden laufe, was wiederum die Musikproduktion beeinflusse.

Die durch Neil Young angestoßene Kontroverse um Joe Rogan, der in seinem Podcast Falschinformationen verbreitet hat, verarbeitet Kebekus zusammen mit MC Rene in "Freiheit Für Hass". Spielerisch greift sie an der Seite von Friedemann Weise in "Are You Kidding?" die Macht der Algorithmen auf. Auch dem Spotify-CEO Daniel Ek und seinem Engagement für militärische Technologie widmet sie einen Song, bevor sie sich mit "FCK SPTFY" beherzt von der Plattform verabschiedet: "It's over 'cause I'm sick of you – fuck Spotify!"

Da auch Carolin Kebekus weiß, dass es kein richtiges Leben im falschen gibt, erschien die um eine englische Version von "FCK SPTFY" erweiterte Songliste heute als EP "WTF SPTFY" auf Spotify. "Klar, da hören es die meisten Leute", gesteht sie sich im Angesicht von 182 Millionen Abonnenten und 422 Millionen Nutzerinnen und Nutzern ein: "Es ist ja so, mittelfristig kommen wir an Streamingdiensten auch nicht vorbei. Und gerade deshalb ist es wichtig auf die Probleme hinzuweisen und Besserung zu fordern."

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7 Kommentare mit 7 Antworten

  • Vor einem Monat

    Die Frage ist ja auch, was würde sie denn fair finden als Bezahlung für einen Streamabruf von 30 Sek?

    Polemisieren ist einfach aber feige. Nen wirtschaftlich sinnvollen Gegenentwurf zu präsentieren würde zeigen, das sie sich wirklich mit dem Thema auseinander gesetzt hat... Gehe aber nicht davon aus!

    • Vor einem Monat

      Was erwarten die sich überhaupt? Wenn ich eine CD um 14 € kaufe höre ich mir die 1 Mio. Mal an und kein Künstler verdient auch nur noch einen weiteren Cent daran. Aber wenn die Leute die selben Songs streamen, erwarten die jedes Mal einen Haufen Kohle zu bekommen, wenn sich wer den Song anhört?? Das kanns doch auch nicht sein.

  • Vor einem Monat

    Mal abgesehen davon, dass das fraglos ziemlicher cringe ist: Irgendwie wär's in den ganzen Rants ja auch mal angemessen, auf vorhandene, alternative Vergütungsmodelle der Konkurrenten hinzuweisen.
    https://www.deezer.com/de/ucps

  • Vor einem Monat

    Carolin ist schon wirklich peinlich und unangenehm geworden über die Jahre. Aber was hier inhaltlich so falsch oder cringe sein soll, erschließt sich mir noch nicht so ganz. Dass Satire überspitzt, sollten hoffentlich noch ein paar Leute in diesem Land begreifen können. Friedemann und Reen braucht keine Sau, aber das macht das Thema ja nicht falsch. Über die 30 Sekunden kann man streiten, das ist wie Anspielen im Plattenladen. Aber dass dieses Vergütungmodell insgesamt eher den Mainstream fördert und die Nische beerdigt, sollte doch evident sein.