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"Wenn Fler das wüsste ..."


(Bild: NicoJenner. Danke!)

Auch der Spiegel versucht sich wieder einmal an seinem neuen Lieblingsthema Deutschrap. Jurek Skrobala spürt dort Sexismus im Rap nach und spricht dafür mit der Sprach- und Medienwissenschaftlerin Heidi Süß:

"Natürlich gibt es so etwas wie Rap-Jargon. Aber 'Hoe' bedeutet meiner Ansicht nach im Rap-Jargon genau das, was es auch sonst heißt, nämlich 'Hure' oder 'Schlampe'. Eigentlich müsste man solche Texte ganz anders lesen, mit einer gewissen Entspanntheit. Die Message in so einer Zeile ist ja: Fler kann nicht lieben. Oder er fürchtet einen Männlichkeitsverlust, wenn er sich zu so etwas wie Liebe oder Emotionen bekennt. Also will er keine Frauen und tritt hypermännlich auf, indem er die Frau zur sexuellen Dienstleisterin erniedrigt. Wenn er wüsste, dass die Überbetonung von Männlichkeit immer auf einen Bruch verweist oder auf eine Fragilität, dann würde er das wahrscheinlich nicht rappen."

Ein lesenswertes Gespräch, in dem Süß auch die schon viel kritisierte Spiegel-Titelgeschichte noch einmal rügt:

"In Ihrer Titelgeschichte wurden Gangsta-Rapper als prollige und materialistische Menschengruppe exotisiert. Es mag ja auch sein, dass oft 'Ficken', 'Bitch' und 'Para' gesagt wird. Die Frage ist aber eigentlich: Warum? Kann es sein, dass in Deutschland Menschen leben, die auf solche Mittel zurückgreifen müssen, um gehört zu werden?"

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