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Das hässliche alte Lied

Rassismus, Polizeigewalt, Polizeigewalt, Rassismus: Dieses hässliche alte Lied muss auch wieder singen, wer von den Krawallen erzählt, die in der Nacht zum Sonntag das sonst so beschauliche Stuttgart erschütterten. Um zu rekonstruieren, was genau dort vorgefallen ist, müsste man dabei gewesen sein. Allzu viel Fantasie braucht man allerdings nicht, um sich vorzustellen, wie eine Drogenkontrolle wohl ausgesehen hat, wenn sich in der Folge unzählige Jugendliche gegen die Polizei solidarisieren. Wie anschließende Plünderungen und Verwüstungen irgendwelcher Geschäfte dem Protest dienlich sein sollen, erschließt sich mir zwar nicht. Wieso so eine Situation eskaliert, kann ich mir aber lebhaft vorstellen.

Diese Krawalle jedenfalls beschäftigen nun auch Rap-Medien. David Molke veröffentlichte bei hiphop.de einen ausufernden Kommentar zum Thema und positionierte sich darin insbesondere gegen Innenminister Seehofer, der (wovon er inzwischen absieht) eine Klage gegen eine Kolumnistin der taz angedroht hat: "Horst Seehofer muss endlich zurücktreten! Wenn wir schon dabei sind, sollte er am besten gleich auch noch für seine unzähligen diskriminierenden Aussagen zur Rechenschaft gezogen werden. Hetzer wie er tragen einen Teil der Verantwortung für NSU und rechte Terror-Anschläge wie in Halle oder Hanau."

Falk Schacht referierte beim Deutschlandfunk über die Thematisierung von Polizeigewalt im deutschen Rap. Die wird da ja tatsächlich nicht erst seit gestern behandelt, sondern schon seit den frühen 1990ern. Schon irgendwie frustrierend, dass sich über die Jahre so wenig zu ändern scheint, dass Tracks wie "K.E.I.N.E." zwar nicht musikalisch, aber doch inhaltlich brandaktuell wirken.

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