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Jay-Z berät die NFL: Sell-Out oder Chance?

Als ganz gute Strategie gegen das Aus-Langeweile-auf-dumme-Gedanken-Kommen gilt traditionell - neben der Musik - ja jede Art von Sport. Die Verquickung von Sport mit Hip Hop ist entsprechend wirklich nichts Neues, eher schon die Dimensionen, die diese Symbiose annimmt: Die amerikanische Football-Liga NFL, die zuletzt unter anderem wegen ihres Umgangs mit schwarzen Spielern in die Kritik geraten ist, hat sich, wohl um das ramponierte Image wieder aufzupolieren, Jay-Z und sein Imperium Roc Nation ins Boot geholt. Der Rap-Star soll die NFL der New York Times zufolge nicht nur bei der Gestaltung der prestigeträchtigen Superbowl-Halbzeitshow beraten, sondern auch im Engagement gegen soziale Ungerechtigkeit.

Gerade das stößt nun manchem sauer auf. Betroffene bezeichnen die Kampagne als Feigenblatt-Aktion und werfen Jay-Z vor, an einer Organisation Geld zu verdienen, die systematisch Minderheiten unterdrückt und diejenigen, die dagegen aufgebehren - wie Ex-49ers-Quarterback Colin Kaepernick - grußlos vor die Tür setzt. Besonders geschickt war in dieser Situation sicher nicht, dass Jay-Z kundtat, man sei "schon weiter als nur zu knien". Kaepernick, der während der US-Hymne kniend gegen Polizeigewalt und Rassismus protestierte, reagiert auf einen solchen Kommentar verständlicherweise angefressen und greift Jay-Zs Aussage ("We have moved past kneeling") auf:

Inzwischen haben sich neben den zahlreichen Jay-Z-Gegnern auch Verteidiger zu Wort gemeldet. Unter ihnen: Freddie Gibbs. Er glaubt, die ganzen Anfeindungen gegen den Rap-Mogul beruhen bloß auf Neid und Vorbehalten dagegen, dass er bei der NFL einen Fuß in die Tür bekommt.

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