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Unkraut vergeht?

Apropos Comeback: Wenn das so weitergeht, dann dürfte auch Capital Bra eines brauchen. Die Zahlen für sein neues Projekt "8" rollen ein und sehen überhaupt nicht so aus, wie man sie sich von einer der Speerspitzen der deutschen Trap-Szene vorstellt. Gerade einmal Nummer vier der Charts erreicht das ellenlange Album, nachdem Capis letzte Projekte quasi alle verlässlich ganz oben charteten.

Woran liegts? Qualitativ kann man das Album ja eigentlich nicht gerade als ein Downgrade zum ebenso wahllosen und nur zuweilen vielversprechenden "CB7" nennen. Beide haben eine Menge uninspirierten Ramsch zu bieten, aber auch ein paar eigentlich ganz solide Nummern. Vielleicht liegt es einfach am Über-Angebot, nach all den Jahren, die Capi an der Spitze verbracht hat. Immerhin hat er ja auch gefühlt ein Dutzend Singles vor dem Projekt veröffentlicht, die nacheinander zu hören schon ein vollwertiges Album-Erlebnis ergeben hätten. Dazu kommt, dass die wirklich all over the place klangen, ein paar ziemlich klare Schwächen zeigten, und als die eineinhalb Stunden Album endgültig gedroppt sind, war der Appetit darauf wohl bei den meisten auch schon wieder versiegt.

Fragt sich, ob die Ära Capital Bra sich damit ihrem Ende zuneigt? Auf jeden Fall beweist es, dass seine Taktik, einfach rauszuhauen und rauszuhauen, bis irgendwann ein Hit dabei ist, sich langsam abgenutzt hat. Sollte er tatsächlich mal wieder etwas Liebe in ein Projekt stecken, glaube ich nicht, dass er schon komplett untendurch ist. Aber vielleicht geht der Hype-Zyklus eben doch irgendwann verloren, wenn man zwischen seinen Hits so viel Schrott veröffentlicht.

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