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Oma Bang

Zum Glück muss ich mich mit meinem Sellout-Geschrei nicht wie die aller-älteste Oma im Ring fühlen. Farid Bang ist ja auch noch da. Der hat die Veröffentlichung seines Albums "Asozialer Marokkaner" zum Anlass genommen, um sich bei der Bild-Zeitung auszuheulen - über diese jungen Rapper heutzutage:

"Lass es mich so sagen", erklärt er da. "Hip Hop besteht heute aus Langzeitarbeitslosen, die versuchen, mit italienischen Designermarken und Rolex-Plagiaten aus dem asiatischen Raum Jugendlichen zu imponieren. Doch den meisten gelingt das nicht – aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse und Grammatik. Ich fühle mich wie ein Streetworker, der schon viel erlebt hat und die Jungs auf den Boden der Tatsachen zurückholen möchte."

Okay, der war gut. Ich musste lachen.

Aber, bitte, was ist das denn für eine großonkelige Abgrenzung gegenüber einer ganzen nachrückenden Kolleg*innen-Generation? Dass man eine Szene, die längst keine einheitliche Szene mehr ist (so sie das überhaupt jemals war), nicht über einen einzigen Kamm scheren kann, sollte jemandem, der Ambitionen auf einen Job als Streetworker hat, doch vielleicht aufgefallen sein.

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