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Wir haben schon übers Geldscheffeln geredet: Was tun Labels, wenn sie eine schnelle Mark machen wollen? Ganz recht, sie veröffentlichen NFTs. Zumindest haben sie das vor einem Jahr gemacht, als die ganze Sache noch neu war und genug Leute sich in absurde Kaufgeschäfte haben hineinschwatzen lassen. Jetzt? Jetzt wirkt es einfach nur noch wie umweltschädliche, archaische Fragmente aus einer vergangenen Zeit. Was genau stellt sich also Wolfpack unter dieser Initiative vor?

Laut Musikwoche hat das Label von Harris und Antifuchs mit der NFT-Plattform twelve x twelve eine Kollabo für die nächsten Single-Releases der beiden Artists vereinbart. "Digitale Vinyls" wollen sie in der Stückzahl von fünfzig an den Mann oder die Frau bringen, und man muss ihnen hier wirklich zugute halten, dass bei einem Stückpreis von 12 Euro wirklich kein Abzocke-Interesse dahinterstecken kann. Da scheint wirklich jemand der festen Überzeugung zu sein, NFTs seien ein wichtiger Absatzmarkt, den man nicht verschlafen dürfe.

Vielleicht könnte man dem Management bei der Gelegenheit auch noch ein paar coole Werbekampagnen in Telefonzellen oder Brieftauben-Federtattoos vermitteln? Das Ganze wird wahrscheinlich angeleiert worden sein, als NFTs noch nicht das albernste Jetzt-Schon-Relikt der Corona-Zeit waren. Merkt denn niemand, was für ein Oxymoron "digitales Vinyl" ist? Als hätte jemals jemand gedacht: "Mensch, Vinyl finde ich super, mich stört nur, dass diese klobigen Dinger dann in meinem Regal stehen müssen und Staub fangen. Gäbe es doch nur eine Möglichkeit, Alben zu kaufen, aber dann nur die Musik auf meinem Computer zu haben!"

Harris legt ja sogar noch einen Bonus-Song drauf, also kann man gegen das Preis-Leistungs-Verhältnis hier echt nichts sagen. Es läuft wohl auf eine umständliche Version eines Deluxe-Bundles mit Extra-Umweltverschmutzung hinaus. Aber dann nennt das nächstes Mal doch gleich so, ja?

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