Porträt

laut.de-Biographie

Antifuchs

"Das Anti beschreibt die Haltung, der Fuchs bin ich." Mit Maskenträger und Female MC gleich zwei der ganz großen Stigma-Kästchen im Deutschrap-Universum abgehakt, steht die Karriere der Flensburgerin Antifuchs von vorneherein unter einen eigenartigen Stern. Allerdings beschützt den Fuchs hier ein sehr relevanter Umstand vor eventuellen Gimmick-Vorwürfen: Micskill.

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Die häufige Reaf-Kollaborateurin scheint nämlich offensichtlich unter dem Einfluss der späten Zweitausender im Deutschrap zu stehen, hört man doch die klassische Battlerap-Ader eines Kool Savas oder Samy Deluxe in ihrer Attitüde oder ihren Flowpattern. Dazu mit einer eindringlichen, schneidenden Stimme gesegnet, ergibt es nur Sinn, dass Antifuchs' Karriere im Eilschritt Fahrt aufnimmt.

Den Startschuss setzt zunächst ein typisches Szenario für Kinder der Internetgeneration: 2013 nimmt Antifuchs an einem Online-Battle (nicht einmal einem relevanten) teil und lässt die YouTube-Zuschauerschaft nicht schlecht staunen. Unweigerlich entsteht ein konstanter Zuzug in ihre Richtung, es kommt zu einer Zusammenarbeit auf dem Labelsampler der Versunkenen Fabrik, die allerdings nicht all zu lange anhalten wird.

Erst Gold-Produzent Reaf macht aus dem kleinen Hype der Flensburgerin so etwas wie ein kommerzielles Musikprojekt. Aber mit entsprechend hochkarätigen Instrumentals und einem frischen Distri-Vertrag in der Hinterhand kann man schon einmal im Game aufspielen: "Willkommen Im Fuxxxbau" landet als Debüt-EP für umme im Netz und sorgt für eine große Welle neuer Fans.

Ein Debütalbum lässt daraufhin aber eine ganze Weile auf sich warten. Drei Jahre gehen nach der 2015 erschienenen EP ins Land, bevor Antifuchs ihr Longplayer-Projekt Ende März 2018 unter dem Namen "Stola" veröffentlicht.

Der rapide Aufstieg kommt dabei auch nicht zu unrecht: Handwerklich wird sie ihren offensichtlichen Einflüssen aus Berlin und Norddeutschland durchaus gerecht, die Stimme an sich macht für rotzige Battleraps tatsächlich auch Einiges her. Der Fuchs hat also gute Karten, um sich in der Szene zu etablieren, gerade in Anbetracht der Sehnsucht vieler Hörer, in der Trap-Ära wieder ein wenig mehr Battle und Dipset zu hören.

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