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Flawless like Meh

Apropos Lucki: Was geht eigentlich gerade bei Anthony Fantano? Gefühlt jede zweite Woche geht er einer alternativen Untergrund-Trap-Geschichte ans Eingemachte, und manchmal habe ich wirklich das Gefühl, dass er diesen Alben Sachen ankreidet, die sie sehr bewusst so machen. Gerade Lucki, den er hier mit einer brutalen 1/10 abstraft, habe ich bisher immer als einen sehr interessanten Sound-Kurator wahrgenommen. Einer , der das Bindeglied zwischen SahBabii und Earl Sweatshirt liefert.

Und ja, "Flawless Like Me" ist wohl unwahrscheinlich sein bestes Album, aber hat ein paar genuin hypnotische und interessante Momente zu bieten, gerade weil Lucki als Performer sich über die zehn Jahre seiner Karriere immer mehr dahin bewegt hat, eine Art musikalisches show-don't-tell-Symbol zu sein. Seine Stimmfarbe, seine performte Zermürbtheit, seine manchmal aus dem Nichts tiefschwarzen Sprachbilder, das hat alles schon seine Form. Und die Kritik, die Fantano an diesem Subgenre übt, fühlt sich eher so an, als würde man sich bei Death Metal generell über Geschrei oder bei Shoegaze generell über zu viel Reverb oder bei Hyperpop generell über Autotune beschweren. Vielleicht ist das einfach nicht sein Ding. Wie gesagt, "Flawless Like Me" kommt nicht an Luckis Meisterwerke wie "Freewave 3" heran, aber verdammt, es hat Songs wie diesen hier:

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