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Generationenkonflikt

Ganz sicher ein Ding, ein immerwährendes sogar, ist der Generationenkonflikt, wann immer es um Musikgeschmack geht. "Ach, das war noch Musik!", seufzt es angesichts dessen, das in der eigenen Jugend en vogue war, hinter den Nostalgiebrillen hervor. "Richtige Musik", am Ende sogar.

Inzwischen ist Hip Hop alt genug, um hier dasselbe Phänomen beobachten zu können. Hier weinen die Realkeeper dann "richtigem Rap" hinterher, im Gegensatz zu dem ganzen modernen Mumpitz, der "mit Hip Hop nichts zu tun" hat. (Wenn ihr mich jemals sowas schreiben seht: Erlöst mich bitte von meinem Leiden.)

Kollege Daniel Fersch von MZEE hat sich mit diesem Sachverhalt auseinandergesetzt und bündelt in seinem Kommentar einige Erkenntnisse zum Thema. Sein Fazit kann ich nur abnicken:

"Der Stillstand wäre der Tod der Szene. Wenn ich mir vorstelle, Rap stünde in allen Belangen noch an dem Fleck, an dem ich ihn für mich entdeckte und Gefallen daran fand, würde ich mir heute wohl gerade die 'Aggro Ansage Nr. 20' ins Regal stellen – und nichts, was Nummer 20 von irgendwas ist, ist gut. Denn ohne Entwicklung würde darauf Sido mit fast 40 (und weiterhin mit Maske) von Geld, Sex, Gewalt und Drogen rappen und B-Tight in jeder zweiten Zeile das N-Wort droppen. Nichts an einer "Ansage Nr. 20" – abgesehen von weiteren Tony D-Parts – klingt also in irgendeiner Weise verlockend."

Ich war zwar nie ein Aggro-Fan - aber neue Brüllphrasen vom Damager fände ich unter den aktuellen Umständen auch höchst willkommen. Aber der Mann hat ja längst eine andere Passion gefunden:

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1 Kommentar

  • Vor 10 Monaten

    Auch die Aggro Ansage war schon scheiße :P

    Natürlich ist Stillstand der Tod, aber Innovation kann ebenso komplett in die Hose gehen und beschissen klingen. Beispiele gibt es en masse. Die Argumentation allein ist ziemlich schwach. Außerdem kann es auch Evolution innerhalb eines Subgenres geben. Joey Badass rappt ja auch nicht wie Chuck D. Und der größte (ernstzunehmende) Hype kommt mit RTJ von zwei Mitvierzigern, die all ihre Prägungen und Steigerungen zu etwas Frischem gebündelt haben.