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Rap braucht kein Abitur?

Spiegel Online berichtete am Montag unter der an Dämlichkeit schwer zu überbietenden Überschrift "Voll krass, der Kafka!" über die (nicht ganz neue) Idee, Rap in den Deutschunterricht zu integrieren. Schüler Tobias Stoll präsentierte seine Interpretation von Franz Kafkas "Der Process" unter dem Namen Thequila in Reimform.

Über die Qualität seines "Raprozesses" darf man gerne geteilter Meinung sein. Ohne Frage stecken darin jedoch eine solide Auseinandersetzung mit dem Ausgangsmaterial, Kreativität und jede Menge Arbeit - was sein Lehrer mit einer sehr guten Note belohnte.

Rap braucht kein Abitur? Rap macht Abitur! Die gute Bewertung fließt in die Abschlussnote des Mannheimers ein. Da wittern einige Zeitgenossen natürlich sofort den unmittelbar bevorstehenden Untergang des christlichen Abendlandes:

"Rap an sich ist ja schon unerträglich; wenn man nun auch noch Kafka zu Rap verhunzt, dann 'Gut' Nacht Marie'", kreischt es aus der Kommentarspalte. "Kein Wunder, dass es mit diesem Land bergab geht."

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