Weil ein Journalist nach einem Streit mit Fler nicht des Saales verwiesen wurde (warum auch?), verließ der Rapper unter Getöse seine eigene Verhandlung.

Berlin (dani) - Wegen diverser Vergehen steht Fler derzeit in Berlin vor Gericht. Ihm werden Beleidigung in mehreren Fällen, versuchte Nötigung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Sachbeschädigung vorgeworfen. Der mittlerweile dritte Verhandlungstag vor dem Amtsgericht Tiergarten endete gestern jedoch ohne den Angeklagten: Fler hatte den Gerichtssaal nach der Aussage eines Zeugen empört verlassen.

Zuvor hatte er sich mit mehreren Zwischenrufen eine Ermahnung des Richters eingefangen. Unter anderem, so zitiert ihn der Spiegel, soll er die Staatsanwältin mit "Was reden Sie, Mann?" angefahren und das ganze Procedere mit "So ein Blödsinn!" kommentiert haben.

Windelweicher Schlingerkurs

Besagter Zeuge, ein Reporter des Tagesspiegels, hatte ausgesagt, sich von Fler wiederholt massiv bedroht gefühlt zu haben. Der Rapper verteidigte daraufhin sein Verhalten als "Kunst" und "nicht ernstgemeint". "Er sieht nicht, dass ich ein Rapper bin, der sich wie ein Rapper verhält." Kein Wunder: Bei diesem windelweichen Schlingerkurs zwischen unentwegt beschworener Authentizität und offensichtlichem Showgegockele, das niemals irgendeine handfeste Aktion nach sich zieht, kann ja keiner mehr durchblicken.

Flers Drohung "Entweder der verlässt den Raum oder ich gehe" beeindruckte das Gericht nicht: Der Richter sah bei einer öffentlichen Verhandlung jedenfalls keinen Grund, den Journalisten vom Spiegel, mit dem Fler sich in einer Verhandlungspause auch noch in die Haare bekommen hatte, des Saales zu verweisen. Hier machte der Rapper dann ausnahmsweise, was er vorher angekündigt hatte: Er verließ selbst den Raum, die Verhandlung wurde ohne ihn fortgesetzt.

Cholerisch und schnell beleidigt

Im weiteren Verlauf ging es um ein medizinisch-psychologisches Gutachten, das 2019 zur Überprüfung seiner Fahrtauglichkeit erstellt wurde. Fler bezeichnete sich damals im Gespräch mit dem Psychologen selbst als "cholerisch" und gab an, er fühle sich schnell ungerecht behandelt. Daran hat sich nichts geändert, wie man sieht:

Fotos

Fler

Fler,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Fler,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Fler,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Fler,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Fler,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Fler,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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laut.de-Porträt Fler

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7 Kommentare mit 10 Antworten

  • Vor 28 Tagen

    Der Typ ist ein soziopathischer Narzisst, der weder die Aufmerksamkeit noch das Geld kriegen sollte, was er jahrelang bekommen hat. Der Typ gehört in eine geschlossene Psychiatrie und sollte erst rauskommen, wenn er ein wenig gesunden Menschenverstand und Empathie entwickelt hat.

  • Vor 28 Tagen

    Wie weit kann man diese "Künstlerische Freiheit" eigentlich treiben? Kann er auch jemanden abknallen und mit Gangster Image begründen? Muss man dann abwägen??? Lächerlich!

    Sicher, andere könnten das "Kunstding" irgendwie einfliessen lassen, aber Fler ist zu dumm für sowas....

  • Vor 28 Tagen

    Schon der Verhaftungsclip ist peinlich. Man merkt, wie das fadeste Lauch des Pseudo-Gangster-Raps um Stress mit der Polizei bettelt, um diesen Marketingmove zu bringen, weil er glaubt, dass es ihm irgendwie Street-Credibility bringt. Zum fremdschämen.