laut.de-Kritik

Weit härter, ruppiger und schneller als Scar Symmetry.

Review von

So kanns gehen. Das Debüt von Miseration ist in unseren Breitengraden noch nicht mal auf dem Markt, und schon ist Fronter Christian Älvestam seinen Job bei Scar Symmetry los. Dass beides unmittelbar miteinander zusammen hängt, darf allerdings bezweifelt werden, schließlich kam "Your Demons - Their Angels" in Japan bereits Ende 2006 auf den Markt.

Die Gründe für Christians Rausschmiss kann man in der Scar Symmetry-Bio nachlesen. Hier gehts nun primär um das gefühlte 392. Projekt des Sängers und Gitarristen, das sich inzwischen zur Band entwickelt hat. Das Album hat Christian eigentlich im Alleingang mit Jani Stefanovic eingespielt, der sich um sämtliche Instrumente gekümmert hat.

Auf Janis Mist dürften somit auch die meisten Songs gewachsen sein, die deutlich härter, schneller und ruppiger rüber kommen, als alles, was Scar Symmetry in letzter Zeit veröffentlicht haben. Entsprechend derbe muss Shouter Christian bei den meisten Songs zur Sache gehen und setzt seine klare Singstimme nur selten ein.

Das ist bei den harten Riffs auch angebracht, schließlich bringt es keinem was, wenn Miseration nur einen Klon von Scar Symmetry abgeben würden. Von einem Klon - egal welcher Art - ist der Opener "Thrones" aber meilenweit entfernt. Man kann mit etwas Mühe zwar hin und wieder ein leichtes Fear Factory-Riffing ausmachen, das auch beim "Foul Invective" immer mal wieder aufblitzt, doch das ist eher als Orientierung gedacht.

Seine Singstimme setzt Christian erstmals bei "Perfection Destroyed" ein und erinnert sofort an seine Ex-Band. Allerdings geht einem der Klargesang bei Tracks wie "World Lethality" oder "Chain - Work-Soul" dann fast schon auf die Nerven. Zu der aggressiven, wenn auch an den richtigen Stellen melodischen Mucke passt einfach ein derber Gesang deutlich besser. Dem trägt der Fronter auch weitgehend Rechnung und gibt sich mit seinen Growls, Shouts und gelegentlichem Flüstern so abwechslungsreich wie selten zuvor.

Das passt zu dem technischen Death Metal, der sich am ehesten noch als melodischere Variante von Bands wie Hate Eternal oder Suffocation beschreiben lässt, auch deutlich besser als das Gejodel, das er auf "Holographic Universe" zuewilen an den Tag gelegt hat.

Da geben Geschosse wie "Seven Are The Sins" oder "The End Designed" ein ganz anderes Kaliber ab. Hier geht es richtig heftig ab: schnell, brutal und technisch - vielleicht mal mit ein paar Keys, die aber lediglich einen ausschmückenden Charakter haben und nicht alles zubügeln. Zumindest ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass Älvestam noch einen Sound mit so haarigen Eiern zustande bringt. Respekt!

Trackliste

  1. 1. Thrones
  2. 2. Perfection Destroyed
  3. 3. Seven Are The Sins
  4. 4. World Lethality
  5. 5. The End Designed
  6. 6. Chain - Work Soul
  7. 7. Noctivagant
  8. 8. Foul Invective
  9. 9. Scattering The Few

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