laut.de-Kritik

Das Allstar-Team zockt geile Thrash-Riffs.

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Vor nicht allzu langer Zeit haben sich Testament-Gitarrist Alex Skolnick, Megadeth-Basser Dave Ellefson und der ehemalige Dream Theater-Drummer Mike Portnoy mit ein paar befreundeten Kollegen getroffen und für diverse Live-Shows die Metal Allegiance gegründet. Dabei wurden diverse Bands gecovert, und irgendwann kam man zu dem Entschluss, dass man auch zusammen ein paar Songs schreiben und mit unterschiedlichen Sängern und anderen Musikern aufnehmen könnte.

Was ist Metal Allegiance jetzt eigentlich genau? Nun, zum einen ist es für Testament-Gitarrist Alex Skolnick die Gelegenheit, mal auch wieder als Songwriter ein paar richtig geile Thrash-Riffs zu verbraten. Wie weit er da bei Testament zum Zug kommt, ist bei der Arbeitsweise von Mr. Billy und Mr. Peterson ja eher fraglich. Und auch Mike Portnoy wollte laut eigener Aussage endlich mal wieder ein ordentliches Thrash-Brett zocken.

Warum er sich dann so einen knochentrockenen und pappigen Drumsound verpassen ließ, erschließt sich mir allerdings nicht ganz. Soundtechnisch überzeugt mich "Metal Allegiance" leider nicht wirklich. Musikalisch ist das eine andere Sache. Da gib es wenig zu meckern, was bei der Liste der beteiligten Musiker auch kaum verwunderlich ist. Auch passen die verschiedenen Sänger sehr gut zu den jeweiligen Tracks.

Das Abrissmonster "Gift Of Pain" eignet sich jedenfalls hervorragend, um von Randy Blythe in Grund und Boden gebrüllt zu werden. Grooviger und melodischer lässt Troy Sanders seine Stimme in "Let Darkness Fall" erklingen, das sogar mit einem atmosphärischen Flamenco-Part aufwartet, der vermutlich auf Mr. Skolnick zurückgeht.

Der eher düster-balladeske und von Phil Anselmo intonierte "Dying Song" wurde bereits im Splitter samt Video vorgestellt und zeigt den ehemaligen Pantera-Fronter in Bestform. Der etwas altbackene Mittelteil nervt zwar, aber was solls? "Can't Kill The Devil" könnte im Anspruch auch direkt von einem Testament-Album stammen. War vielleicht sogar die einzige Möglichkeit für Skolnick, den Song überhaupt zu veröffentlichen, aber streuen wir mal nicht zu viele Gerüchte. Die Nummer knallt jedenfalls extrem gut.

"Scars", in dem sich Mark Osegueda und Cristina Scabbia den Gesang teilen, kommt da zunächst recht unauffällig daher und unterscheidet sich auch maßgeblich vom bis dahin gehörtem Material. Die Nummer wächst aber mit der Zeit, und möglicherweise passiert das auch mit dem von Matt Heafy gesungenen "Destination: Nowhere". Beim ersten Hören wirkt der Gesang aber viel zu flach und unemotional. Klar, die Töne sitzen und die Melodie ist gut, aber es fehlt einfach das Feeling.

Von der Stimmung her nahe an "Dying Song" ist eingangs noch "Wait Until Tomorrow", bei dem Doug Pinnick mit seiner Stimme glänzt. Die Nummer wird allerdings bald ganz schön ruppig, weswegen Jamey Jasta passenderweise das Mikro übernimmt. Der Wechsel zwischen den beiden Kerlen funktioniert ausgesprochen gut und steht dem Alternative-Track sehr gut zu Gesicht.

Mit "Triangulum (I. Creation, II. Evolution, III. Destruction)" steht dann ein Instrumental auf dem Plan, das man sich für meinen Geschmack auch hätte sparen können. Auch das abschließende "Pledge Of Allegiance", bei dem Mark Osegueda noch mal ans Mikro darf, klingt zumindest für meine Geschmack ein wenig zu altbacken. Wer auf straighten Thrash der 80er steht, sollte aber voll auf seine Kosten kommen. Wer sich das Digipack zulegt, kommt zusätzlich noch in den Genuss der Dio-Coverversion von "We Rock" (mit Vocals von Mark Osegueda, Chris Jericho, Tim 'Ripper' Owens, Alissa White-Gluz, Chuck Billy und Steve 'Zetro' Souza) und einer 45-minütigen "Behind The Scenes"-Doku.

Auf "Metal Allegiance" sind auf jeden Fall ein paar gute Lieder, und die Idee dahinter ist auch nicht so ganz schlecht. Wer allerdings die Kohle haben soll, sich so ein Projekt noch im Laden oder bei Amazon zu kaufen, ist mir ein Rätsel. Im Endeffekt graben sich die Bands selber das Wasser ab, und wenn man so ein Projekt aus Spaß an der Musik macht, dann sollte man es vielleicht auch nur aus Spaß kostenlos ins Netz stellen. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen ...

Trackliste

  1. 1. Gift Of Pain
  2. 2. Let Darkness Fall
  3. 3. Dying Song
  4. 4. Can't Kill The Devil
  5. 5. Scars
  6. 6. Destination: Nowhere
  7. 7. Wait Until Tomorrow
  8. 8. Triangulum (I. Creation, II. Evolution, III. Destruction)
  9. 9. Pledge Of Allegiance

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