laut.de-Kritik

Nichts wie raus aus dem DSDS-Korsett.

Review von

Zum Glück hat die DSDS-Werkstatt nicht nur belanglose Pop-Häschen hervorgebracht, sondern auch Musiker wie Max Buskohl. Der blieb nach dem freiwilligen Casting-Ausstieg 2007 mit seiner Band Empty Trash in Erinnerung - bevor er in der Versenkung verschwand. Das übliche Schicksal der DSDS-Teilnehmer, möchte man meinen.

Doch nach der Auflösung seiner Indierockband Empty Trash 2009 ist nun höchste Zeit für ein Neuanfang. Und was trägt zuweilen mehr zur Selbstfindung bei, als ein Trip in die USA? Nach zwei Monaten Songwriting mit ausgewiesenen Profis wie Johnny Andrews, kehrt er mit vielen neue Geschichten und Ideen zurück.

Die klingen jetzt nach in einer hübschen Portion Classic-Rock, die mal auf Blues, mal auf Folk trifft. Gemeinsam mit Roland Spremberg, der schon für A-ha, Sasha oder Reamonn produzierte, machte sich Max an die Arbeit. Schon der schwungvolle Opener "Holding On" zeigt, dass er sich Max weiter entwickelt hat. Die soulig-rauchige Stimme erinnert stark an Paolo Nutini, was auch bei Songs wie "I Made A Mess" und "Invincible" zum Vorschein kommt.

Besonders am Beispiel des letztgenannten Songs zeigt sich, dass nun eher die amerikanische Folk-Richtung angesagt ist. Akustikgitarre und Gesang werden bei der Bridge von einem E-Gitarren-Solo unterbrochen, dazu betont lässigen Einwürfen wie "That's right!" oder "Forever!" Er gibt sich alle Mühe, als Retro-Rocker zu punkten. Das nimmt man ihm allerdings nur bedingt ab, dafür ist der 23-Jährige einfach zu jung.

Auf vielen der Stücke haben Billy Joel oder Tom Petty ihre Spuren hinterlassen - die musikalischen Helden seiner Kindheit. Einen ersten Schritt in diese Richtung machte er bereits 2010: Als jüngster Künstler war er neben Größen wie Paul McCartney oder Cat Stevens auf dem Klaus Voormann-Tributalbum "A Sideman's Journey" vertreten.

Inhaltlich dreht sich fast jeder Song um dieses unergründliche Phänomen namens Liebe, auch wenn er über die erste Singleauskopplung "No More Bad Days" etwas allgemeiner sagt: "Es geht darum, die Angst zu verlieren, die einen konstant begleitet. Das ist einfach diese Angst, alles falsch zu machen oder es gar nicht erst zu versuchen. Wenns dann mal nicht klappt und man es trotzdem probiert hat, kann man sich auch eingestehen, dass man alles versucht hat."

Ohne ein Risiko einzugehen würden auch gar nicht solch sehr schöne Balladen über Herzschmerz entstehen, wie beispielsweise "If You Were Never" oder "Sidewalk Conversation". Seine Stimme verträgt sich sowohl mit melodischen Pianoklängen als auch Fingergeschnipse wunderbar. In "Never Fall In Love Again" realisiert Max, dass jede Liebe mal ein Ende findet, doch sehnt er sich immer wieder nach körperlichen Zärtlichkeiten ("True Lovers Kiss"), und erkennt am Ende: "Love Is The Easiest Part". Dabei unterstützen ihn Backgroundsängerinnen.

Mit "Sidewalk Conversation" wandert Buskohl zwar zurück in die 60er und 70er, ist aber mit der Produktion seinem noch so jungen Alter schon einige Schritte vorraus. Deutlich gereift, wandelt er zwischen Balladen und Rockhymnen, wobei fast jeder zweite Song das Zeug zum Ohrwurm hat.

"Endlich kann ich heute richtig machen, was ich damals falsch gemacht habe." Dieser Satz begegnet einem oft in Zusammenhang mit seiner ersten Soloplatte. Sicher ist es schwer, den Castingshow-Stempel loszuwerden. Max Buskohl schlägt sich allerdings ziemlich gut beim Versuch, als ernstgenommener Künstler Fuß zu fassen.

Trackliste

  1. 1. Holding On
  2. 2. No More Bad Days
  3. 3. Invincible
  4. 4. Can't Get A Minute
  5. 5. Never Fall In Love Again
  6. 6. I Made A Mess
  7. 7. True Lovers Kiss
  8. 8. If You Were Never
  9. 9. Harder To Breathe
  10. 10. I Think You're Wrong
  11. 11. Love Is The Easiest Part
  12. 12. Sidewalk Conversation
  13. 13. Rush

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