laut.de-Kritik

Zu belanglos: Hochglanz-Pop mit vielen Gästen.

Review von

Vier Jahre nach dem letzten Studioalbum setzen Maroon 5 ihren eingeschlagenen Weg, der da lautet Pop, fort. Mit vielen Kollegen aus der Hit-Branche mittlerweile auf du und du brauchen Adam Levine und Co. dieser Tage nur mit den Fingern zu schnippen, und schon stehen die Featuregäste Schlange.

Satte neun der vierzehn Songs weisen dann auch einen Kollabo-Vermerk aus. Die Erste, die für "Jordi" auf der Matte steht, ist Hip Hop-Rakete Megan Thee Stallion. Nach einem zweiminütigen Soundschongang, bei dem ein luftiger Beat, abgedämpfte Gitarrenchords und ein Adam Levine im "Nanana"-Rausch die Hauptrollen spielen, klinkt sich die Rapperin ein und zeigt eine halbe Minute, was sie kann ("Beautiful Mistakes").

Matthew Tyler Musto alias Blackbear zwängt sich als Nächster zu Adam in die Gesangskabine. Was hängenbleibt: eine 80s-Snare aus der Maschine und nicht enden wollende "Echo"-Spielereien. Auf den Spuren von Sting macht der Maroon 5-Sänger dann gemeinsame Sache mit Fleetwood Mac-Aushängeschild Stevie Nicks. Leider kommt Stevies eher etwas rauchige Stimmfarbe in den doch ziemlich belanglosen Refrain-Passagen so gut wie gar nicht zur Geltung ("Remedy").

Besser funktioniert da schon das Zusammenspiel zwischen Adam und dem afrikanischen Rapper Bantu ("One Light"). Es folgt die beste Phase des Albums: H.E.R. bringt eine Prise Soulpop ins Spiel ("Convince Me Otherwise"), gemeinsam mit Juice WRLD schielt man in Richtung Sonne, Strand und Meer ("Can't Leave You Alone"), gemeinsam in Koop mit Jason Derulo tanzen Maroon 5 die Nacht durch ("Lifestyle").

Insgesamt pendeln die Gästeparts zwischen unaufgeregt, solide und belanglos. Bei so viel großen Namen hätte man sicherlich mehr erwarten können. Bleiben noch die Songs ohne Fremdbeteiligung. Vorne mit dabei ist hier natürlich der Hit "Memories": "Cause the drinks bring back all the memories of everything we've been through", säuselt Levine zu zarten Gitarrenklängen ins Mikrofon. Ja, Alkohol kann helfen – um Songs wie den Dorfdisco-Rausschmeißer "Lovesick" und austauschbaren "You're my starlight, moonshine, burning sun"-Schmalz zu ertragen ("Seasons").

Maroon 5 machen sich im Sommer 2021 überall da breit, wo die Sonne scheint, die Longdrinks schmecken und die Bikini-Hüften wackeln. Mit vielen Gästen aus den Charts, allerlei Effekt-Firlefanz aus der Retorte und einem Sänger, der sich den Titel 'Popstar' von Jahr zu Jahr mehr verdient, feilt die Band weiter an einem neuzeitlichen, zwischen Mainstream-Pop, R'n'B, Hip Hop und Electro hin und her tänzelnden Gesamtbild. Das alles tut nicht wirklich weh, nach ein, zwei Durchläufen wars das dann aber auch mit dem Applaus.

Trackliste

  1. 1. Beautiful Mistakes
  2. 2. Lost
  3. 3. Echo
  4. 4. Lovesick
  5. 5. Remedy
  6. 6. Seasons
  7. 7. One Light
  8. 8. Convince Me Otherwise
  9. 9. Nobody's Love
  10. 10. Can't Leave You Alone
  11. 11. Memories
  12. 12. Memories Remix
  13. 13. Button
  14. 14. Lifestyle

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1 Kommentar

  • Vor einem Monat

    Hin und wieder hauen die tolle Pop-Nummern raus, z.B. "One More Night" - mit Max Martin, ist ja klar. Was neben dem jeweiligen Produzenten und der "Stimme" der Rest der Band überhaupt macht, ist mir schleierhaft, die scheinen selbst am Songwriting nicht ernsthaft beteiligt zu sein. Aber so geht Kommerz-Mukke wohl heute.