laut.de-Kritik

Punkrock-Powertrip von vier Futurama-Fans.

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Was für ein Bandname: M.A.M.A. nennen sich vier Wiesbadener Quertreiber, die mit "Don't Mess With Superrock" gerade ihre erste Platte in die Läden stellen. Bedeutungsschwanger und dabei so vertraut kommt die Buchstabenkombination daher. Da ist man schnell einmal versucht, den tieferen Gehalt der kryptischen Botschaft zu entschlüsseln. Glücklicherweise machen die 15 ohne Handbremse und doppelten Boden durchstartenden Punkrock-Songs dem schnell ein Ende und blasen frischen Wind ins Oberstübchen.

Melodie und Druck bringen M.A.M.A. vom ersten Tune an spielerisch unter einen Hut. Gleich der Opener "No Love" macht keine Gefangenen. Kompromisse sind nicht erwünscht. Hier geht es um handgemachten Rock, reichlich die Kehle hinunter gespülten Alkohol, um vom Mitgrölen strapazierte Stimmbänder, derbe Flüche, durchschwitzte T-Shirts und um alles, was ein zünftiges Männerleben sonst noch zu dem macht, was das Rock'n'Roll-Klischee fordert.

Kein Wunder, dass M.A.M.A. ausgerechnet im Futurama-Punk Bender ihren Heilsbringer erblicken und ihn auf "Don't Mess With Superrock" mit seinem populärsten Zitat zu Ehren kommen lassen. Soviel Geschmackssicherheit beeindruckt. Und bringt eine gute Portion Selbstironie zum Vorschein, die der ganzen Sache erst richtig auf die Sprünge hilft. "Don't Mess With Superrock" macht Spaß, ohne in belanglosen Fun Punk abzugleiten und surft über die volle Spielzeit auf der schmalen Welle zwischen ernstgemeintem Punk-Rock und sich selbst verleugnender Persiflage.

Dabei beweisen die vier Wiesbadener aber stets, dass sie ihre Instrumente im Griff haben. In bester Hardcore-Schule prügelt Drummer Andie Säge seine Jungs bei "Life Sucks" gnadenlos nach vorne und hämmert einem die Breaks mächtig in die Birne. Die allermeiste Zeit leben M.A.M.A. jedoch ihre Liebe zu melodiegeschwängerten California-Punk-Hymnen aus und bringen mit "All I Got" und "Bastard" auch gleich mächtige Geschütze in Stellung.

Nach dem 15 Songs währenden Powertrip bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen. Was wollen uns Tankboy, Andie Säge, Satansfuckboy und Frau Schmidt mit M.A.M.A. eigentlich sagen? Wer eine Antwort auf diese existentielle Frage sucht, der sei auf die Homepage der vier Wiesbadener verwiesen.

Trackliste

  1. 1. No Love
  2. 2. All I Got
  3. 3. Asso
  4. 4. King Of The Road
  5. 5. Satans Rock 'n' Roll
  6. 6. Anecdotes
  7. 7. Bastard
  8. 8. Live Sucks
  9. 9. For You
  10. 10. No Brain, No Pain
  11. 11. You're An Asshole
  12. 12. Shoot Up The Satellite
  13. 13. Teethcollector
  14. 14. SXE
  15. 15. O fürn U

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