laut.de-Kritik

Unplugged, intim und direkt.

Review von

Nach elf Jahren Bandgeschichte, sieben Studioalben und etwa 1000 Konzerte möchten diese Schweizer Sympathieträger mal "was Neues" wagen. Nicht revolutionär, aber bewährt bietet sich die Idee eines Unplugged-Projekts an: "Intim und direkt soll es sein!". Hier beweisen die Lovebugs ihr Können, ohne sich hinter der Lautstärke zu verstecken. Name ist Programm. Die Band steht nackt da: "Naked steht für eine Reduktion bis auf die Knochen. Wir wussten nicht, wo das hinführen würde, aber es war einfach an der Zeit, mal wieder aufzuräumen, Ballast loszuwerden und neu anzufangen", begründet Sänger Adrian Sieber die mühsame Arbeit des Akustik-Arrangements.

Im August 2004 konnten die fünf nach neun Monaten Vorbereitung endlich den ersehnten Gig spielen. Ein Erfolg auf der ganzen Linie: Das Theater in Basel füllt sich bis zum Rand mit begeisterten Besuchern, der Ablauf klappt wie am Schnürchen. Anschließend spricht die Combo von einem der besten Konzerte, das sie je gespielt habe. Das achte Release ist im Kasten. Eine Live- und Unplugged-Scheibe, die einer Studio-Produktion technisch in nichts nachsteht. Auf "Naked" finden sich, wie beim Vorgänger, überwiegend federleichte Popstücke, die eine Gänsehaut und gleichzeitig ein wohliges Gefühl hinterlassen. Textlich schwelgt Adrian Sieber wieder in den schönen Momenten der Liebe: "Herz, Melodie und echten Ausdruck" will er an den Mann bringen.

Unter die Perlen des letzten Jahrzehnts fädeln sich auf "Naked" fünf neue Tracks. Dabei harmoniert die Bryan Adams-artige Stimme perfekt mit dem akustischen Arrangement aus Gitarren, Klavier, Harmonika und Drums. Nur manchmal erinnern die Stücke an Klangkonzepte, wie sie Sonntagmittag durchs Radio in das Ohr eines einsamen Singles dümpeln. Daran hat der Hörer sich bereits tot gehört, es klingt ein wenig abgedroschen. Oder, wie es Kollege Schuh bei Simply Red ausdrückte: "Der vorgebliche Soundtrack für knisternde Liebesnächte dröppelte bei mir meist eher auf's Gemüt wie Nieselregen an die Fensterscheibe".

Der Sänger kann sich zumindest damit rühmen, dass seine Stimme das Potenzial des Rotschopfes hat, die Bandbreite reicht von soulig verrucht bis zu frommem Säuseln zu spärlichen Gitarren-Klängen. In die Fußstapfen des inzwischen aufgelösten Duos Roxette tritt die Band mit "'72". Der Track sticht dank gesanglicher Unterstützung von Songwriterin Shirley Grimes und seinem folkloristischen Touch heraus. Trotz Anleihen an gängige Künstler haben die Schweizer mit "Naked" ein astreines achtes Release hingelegt: Von der Bühne aus perfekt aufs Band.

Trackliste

  1. 1. Rock With You
  2. 2. Everybody Knows I Love You
  3. 3. Angel Heart
  4. 4. '72
  5. 5. Flavour Of The Day
  6. 6. A Love Like Tides
  7. 7. Bitter Moon
  8. 8. The Sun In Your Eyes
  9. 9. When I See You Smile
  10. 10. Under My Skin
  11. 11. Free Feeling
  12. 12. Music Makes My World Go Round
  13. 13. Coffee and Cigarettes
  14. 14. What Have They Done To My Song, Ma

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