laut.de-Kritik

Lalala-Musik mit drei Akkorden.

Review von

Vielleicht kann man Liquidos neuen Longplayer "At The Rocks" von zwei Seiten angehen: Die eine befindet sich unweigerlich im Urlaub an sonnigen Stränden unter Palmen. Freiheit, Freizeit, Beachvolleyball. Zu einem solchen Umfeld ohne Sorgen und Nöte passt Liquidos Schönwettermusik sicherlich wie die Faust aufs Auge. Schon der Opener "The Joke Is On You" täuscht gute Laune vor. Schönste Lalala-Musik mit drei Akkorden. "Catch Me" kommt gar im monotonen Beach Boys-Stil daher. Backgroundchöre dominieren die Refrains und man hört die Wellen schon rauschen. Sommer, Sonne, Drei Akkorde.

Die andere Seite beschleicht ein mulmiges Gefühl beim Hören von "At The Rocks". Habe ich die richtige CD ins Gerät geschoben? Ist das nicht gerade "Narcotic"? Den gleichen Refrain gab es doch schon zwei Lieder zuvor. Oder doch nicht? Eintönigkeit, Einfalls- und Ideenlosigkeit wird diese Seite Liquidos neuester Produktion vorwerfen. Die erste Single "Play Some Rock" erinnert wirklich fatal an "Narcotic". Das Keyboard dürfte die selben technischen Einstellungen wie beim Smashhit von vor zwei Jahren haben.

Einzig ein Kinderchor durfte mitsingen - eine dürftige Neuerung. "At The Rocks" ist eine klassische Drei-Akkorde Platte, wie sie einfallsloser nicht sein könnte. Von Weiterentwicklungen musikalischer Art oder gar Verbesserungen im Umgang mit den Instrumenten kann beim besten Willen nicht gesprochen werden. Das enttäuscht. Denn so verspielen Liquido die Chance, vom Image des One-Hit-Wonder wegzukommen und als Band ernstgenommen zu werden.

Sicherlich wird man "Play Some Rock" bis zum Erbrechen im Airplay der Chartradios hören können, aber wenn das der Anspruch eines ehemaligen deutschen Hoffnungsträgers in Sachen Rockmusik ist, wird spätestens die dritte CD in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Der Weg dorthin ist leider schon eingeschlagen.

Trackliste

  1. 1. The Joke Is On You
  2. 2. Park Drive
  3. 3. Catch Me
  4. 4. Tired
  5. 5. The Opera
  6. 6. California
  7. 7. Play Some Rock
  8. 8. Radio
  9. 9. Suzanna
  10. 10. Finally Fine
  11. 11. Courtainfall

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