laut.de-Kritik

Die Band powert sich durch 18 Klassiker.

Review von

Die Reunion nach sechs harten Jahren Pause scheint perfekt. LOA melden sich mit einem krachenden Live-Set aus New York City zurück und spielen ihre bisherigen Meisterwerke so brilliant runter, dass man schon gierig und gespannt auf neues Studiomaterial warten darf. Die DVD dokumentiert zwei restlos ausverkaufte Gigs vom Januar 2003 im New Yorker Irving Plaza und die Fans gehen ab wie Schnitzel: Sie zeigen ihre LOA-Tattoos, singen jeden einzelnen Song leidenschaftlich mit Keith Caputo zusammen und feuern Joey Z zu Höchstleistungen am Saiteninstrument an.

Die Band powert sich wie im Rausch durch 18 Songs, die einen guten Querschnitt der bisherigen drei Studioalben darstellen und keinen Hit auslassen. Drei Kracher eröffnen das Set, bevor es etwas ruhiger und melodischer zugeht. Richtig dramatisch wird es aber bei "How It Would Be". Der Song ist Caputos verstorbener Mutter gewidmet und der Sänger legt sich zuerst Joey Z in die Arme (habe ich da eine Träne entdeckt?), um danach ins Publikum hinabzusteigen und in der kreischenden Menge weiterzusingen. Wow. Erstmal durchatmen.

Man merkt ständig, wie wichtig dieser Band die direkte Kommunikation mit den Fans ist. Kein Klassiker wird auf diesem Reunion-Spektakel ausgelassen: "This Time", "Weeds", "The Method of Groove" - hier kommt jeder auf seine Kosten und angesichts der Qualität des Materials dürfen aktuelle Schmalspur-Metaller schon mal vor einem neuen Output der Mannen um Caputo schlottern.

Die Energie und der Zauber reißen nur einmal kurz ab: Die Akustikversion von "Let's Pretend" erinnert zu sehr an Caputos Solo-Ausflüge. Da sitzt er vorn am Bühnenrand mit seiner Westerngitarre und keiner singt mit - bei einem der erhabensten LOA-Klassiker! Trotzdem: Die Band spielt sich sofort wieder in einen Rausch und man wird förmlich reingezogen, wenn die Bildregie ständig zwischen der Großaufnahme von Joeys flinken Fingern und den Stagedivern hin- und herwechselt.

Anzumerken ist übrigens, dass die Performance der Songs vom dritten Album "Soul Searching Sun" eine Live-Weltpremiere sind, da Caputo genau in dem Moment die Band verließ, als sie mit ihrem letzten Album auf Tour gehen wollten. LOA sind also definitiv wieder da und diese Live-DVD durchaus empfehlenswert, auch wenn das 20-minütige Bonusmaterial zum Großteil aus mehr oder weniger belanglosen Interviews mit allen Bandmitgliedern, sowie einer Diskografie (lest lieber LAUT) und Biografie (dito) besteht. Rock.

Trackliste

River Runs Again: Live 2003

  1. 1. Rivers Run Red
  2. 2. This Time
  3. 3. Other Side Of The River
  4. 4. I Regret
  5. 5. Weeds
  6. 6. Seasons
  7. 7. Hope
  8. 8. Methode Of Groove
  9. 9. How It Would Be
  10. 10. Bad Seed
  11. 11. Heroin Dreams
  12. 12. Tangerine
  13. 13. Lost At 22
  14. 14. My Mind Is Dangerous
  15. 15. Let's Pretend
  16. 16. Underground
  17. 17. My Eyes
  18. 18. Through & Through

Bonus Material

  1. 19. Interviews
  2. 20. Biografie
  3. 21. Diskografie
  4. 22. Fotogalerie

Preisvergleich

Shop Titel Preis Porto Gesamt
Titel bei http://www.amazon.de kaufen Life Of Agony – RIVER RUNS AGAIN LIVE 2003 D €5,69 €3,00 €8,69
Titel bei http://www.amazon.de kaufen Life of Agony – River Runs Again: Live 2003 €6,33 €3,00 €9,33

Videos

Video Video wird geladen ...

Weiterlesen

LAUT.DE-PORTRÄT Life Of Agony

1993 kommen die Großstadtkinder Life Of Agony mit "River Runs Red" gleich ganz groß raus und werden in der New Yorker Subkulturszene sofort in einem …

Noch keine Kommentare