laut.de-Kritik

Schweißgebadete, zypriotische Metal-Jünger feiern die Kings of Power Metal.

Review von

"Wir haben im letzten Jahr richtig Vollgas gegeben und dabei mehr Shows gespielt als in den vergangenen zehn Jahren zusammen", berichtet Iced Earth-Chef Jon Schaffer mit stolzgeschwellter Brust. Die letzten vierzehn Monate hatten es für die Band wahrlich in sich. Nach der überstandenen Akklimatisierung von Neu-Shouter Stu Block und der überaus erfolgreichen "Dystopia"-World Tour soll nun erst einmal kräftig gefeiert werden.

Um die Geschehnisse in Erinnerung zu behalten, nahm man im vergangenen Jahr zur Show im alten Kourin Amphitheater in Limassol auf Zypern die Filmklappen mit. Das Ergebnis heißt "Live In Ancient Kourion" und präsentiert die amerikanischen Powermetal-Heroen bei über 30 Grad Außentemperatur inmitten von tausenden schweißgebadeten zypriotischen Metal-Jüngern.

Doch den Verantwortlichen konnte es an jenem denkwürdigen Abend scheinbar gar nicht heiß genug zugehen. Permanent eingesetzte Feuersäulen vor der Bühne dürften die Thermometer im Location-Rund zusätzlich in die Höhe getrieben haben. Den Anwesenden scheint das aber schnuppe zu sein, denn vom ersten Ton des martialischen Intros an bis zum letzten Paukenschlag von "The Hunter" treten Jon Schaffer und Co. aufs Gaspedal und servieren der anwesenden Gefolgschaft ein treibendes Metal-Potpourri aus Alt und Neu.

Natürlich steht dabei das aktuelle Schaffen des Quintetts im Vordergrund. Mit "Dystopia", "Anthem", "Boiling Point", "V", "Dark City" und "Days Of Rage" tummeln sich gleich ein halbes Dutzend Songs vom 2011er-Werk auf der 27 Songs starken Setlist des Abends.

Vor allem bei diesen Stücken steht Neuzugang Stu Block bravourös seinen Mann. Doch auch auf älteren Kalibern à la "Stormrider" oder "Iced Earth" kann der Matt Barlow-Ersatz mit beeindruckenden Balance-Spielereien zwischen Kopf- und Bruststimme glänzen, so dass man zu keinem Zeitpunkt den Eindruck vermittelt bekommt, dass das Live-Aushängeschild der Band erst seit knapp zwei Jahren zur Familie gehört. Die Zyprioten fressen dem Blondschopf am Mikrofon jedenfalls durchweg aus der Hand.

Mit freien Oberkörpern und permanenten Fist-in-the-air-Choreografien präsentieren sich die wilden Insulaner wie eine nimmermüde Feier-Horde, die wohl jede Starkstrom-Combo dieser Welt mit Vergnügen filmen würde. Musikalisch gibt es absolut nichts auszusetzen. Die Songauswahl passt und die dargebotene Spielfreude genügt den Ansprüchen. Auch die Produktion lässt kaum Wünsche offen. Die Kameraführung ist solide, der Sound ist fett und obendrauf gibt es auf der Standard-DVD-Version auch noch zwei interessante Hintergrundfilmchen zu bestaunen. Alles in allem also eine lohnenswerte Investition sowohl für Iced Earth-Fans der alten Generation als auch für Neu- und Quereinsteiger.

Trackliste

  1. 1. Intro
  2. 2. Dystopia
  3. 3. Burning Times
  4. 4. Angel's Holocaust
  5. 5. Slave To The Dark
  6. 6. V
  7. 7. When The Night Falls
  8. 8. I Died For You
  9. 9. Invasion/Motivation Of Man
  10. 10. Setian Massacre
  11. 11. Stormrider
  12. 12. Pure Evil
  13. 13. Wolf
  14. 14. Dark City
  15. 15. Dracula
  16. 16. Ten Thousand Strong
  17. 17. Anthem
  18. 18. Declaration Day
  19. 19. Days Of Rage
  20. 20. Melancholy
  21. 21. In Sacred Flames
  22. 22. Boiling Point
  23. 23. Damien
  24. 24. Watching Over Me
  25. 25. Dante's Inferno
  26. 26. Iced Earth
  27. 27. The Hunter

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1 Kommentar mit 5 Antworten

  • Vor 6 Jahren

    Ist ja schön, dass einige epische Sachen wie Damien, Dante's Inferno und Setian Massacre wieder in die Playlist mit reingepackt wurden. Warum aber müssen dafür Stücke wie Travel in Stygian, oder die Something Wicked Trilogie raus? Das alles haben die doch damals auch auf die Alive in Athens draufgekriegt