laut.de-Kritik

Hintergrundmusik für einen stickigen, klebrigen Dark Room.

Review von

Eigentlich könnten Hercules and Love Affair gar nicht näher am Zeitgeist sein. Der elektronischen Musik gesteht man derzeit einen irre großen Anteil am Airplay der Radios zu, auch der, die nicht von David Guetta gemacht ist. Spätestens seit dem ESC-Sieg von Conchita Wurst ist die Frage nach Geschlechtern und deren Abbildern Teil der medialen Diskussion - doch trotz aller Brandaktualität schmeckt "The Feast Of The Broken Heart" fad und aufgewärmt.

Dabei beginnt das dritte Album des New Yorker DJs noch äußerst amüsant. Das "Hercules Theme 2014" spielt augenzwinkernd mit 80er-Ästhetik und Robo-Vocals. Mit Plastik-Streichern und Knarze-Synthies verbeugt sich der Track vor den tiefen Wurzeln des House und versetzt nicht nur hippe Second Hand Shopper in Tanzlaune. Auch "The Light" sticht heraus. Der Refrain zwar beliebig, begeistert der Track dennoch mit kreativen Einsätzen schwurbelnder und piepsender Hintergrundgeräusche und unerwarteter, verzerrter Gitarrenmelodien.

Und da liegt der Knackpunkt. Überraschungsmomente, Unerwartetes oder Kreatives sind schwer zu finden. Das Album wummert 44 Minuten vor sich hin, schwankt dabei von euphorisierend ("That's Not Me") über egal ("Do You Feel The Same?") bis hin zu regelrecht nervtötend ("Liberty"). Ganz berechnend sammeln sich Hercules And Love Affair ihre Referenzen rund um Funk, Soul, Disko und (später) elektronisch bestimmter Musik der 70er bis 90er Jahre zusammen.

Die dominierenden Themen sind Freiheit, Selbstfindung, Liebe und Sex - häufig inbrünstig und stichwortartig in Zwischenrufen und chorischem Gesang vorgetragen. Hercules and Love Affair bieten ein zahlreiches Spektrum an Features, Stimmen und Verzerrungen an. Als hätten sie alle ihre Freunde zu einer Riesenparty ins Studio eingeladen. Und für ein gepflegtes Vorglühen ist "The Feast Of The Broken Heart" sicher auch nicht falsch - für ein nachtfüllendes Tanzprogramm allerdings zu vorhersehbar.

Auf die Spitze getrieben wird das in "My Offence" - der hüpfende Beat wird besungen von rauchigen Stimmen, untermalt von Techno-Trillerpfeifen und tiefem Keuchen. Dabei versprüht der Song ungefähr die Erotik einer Plastikpuppe. Das Album macht auf sexy - ist aber schlussendlich nichts anderes als Hintergrundmusik für einen stickigen, klebrigen Dark Room.

Trackliste

  1. 1. Hercules Theme 2014
  2. 2. My Offence (feat. Krystle Warren)
  3. 3. I Try To Talk To You (feat. John Grant)
  4. 4. That's Not Me (feat. Gustaph)
  5. 5. Think (feat. Rouge Mary)
  6. 6. 5.43 To Freedom (feat. Rouge Mary)
  7. 7. The Light (feat. Krystle Warren)
  8. 8. Liberty (feat. John Grant)
  9. 9. Do You Feel The Same? (feat. Gustaph)
  10. 10. The Key (feat. Rouge Mary)

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