laut.de-Kritik

Die zehn Tracks kommen als Popwolf im Metal-Schafspelz angeschlichen.

Review von

Brilliante Lyric-Highlights werfen deepe Schatten voraus:

Oh my heart I'll bear the shame
No prayer can ease the pain
No one will love you
No one will love you the way I do
No one will love you
Love you like I do.

And there's no escape
Only countless mistakes
No one will love you
No one will love you the way I do
No one will love you
Love you like I do

Was sich auf den ersten Blick liest wie ein Gedicht eines Viertklässlers an seine sehnlichst vermisste Austauschfreundin aus England, ist in Wahrheit der Text von "Love You Like I Do" der neuen Him-CD. Kaum zu glauben, dass der gute Willi Waldi, der in Interviews so eloquent des Angelsächsischen mächtig ist, so einen Unsinn verzapfen kann. Nun ja, die Lyrics sind ja nur ein Teil dessen, was eine Platte ausmacht. Lässt man das übliche Him-Gewäsch mal außen vor und widmet sich der Mucke, muss man Valo attestieren, dass er - was einprägsame Melodien und griffige Hooks anbelangt - genau weiß, wo der Bartel den Most herholt. Mit Metal, geschweige denn Gothic oder Gruft hat das hier noch weniger zu tun als die beiden früheren Outputs. Die zehn Tracks kommen als Popwolf im Metal-Schafspelz angeschlichen. Das ist konsequente Weiterenwicklung - Entertainment At Its Best.

Valo weiß, was er seiner Fangemeinde schuldig ist und so gibt er massig Butter bei die Fische. Pop'n'Roll meets Schmachtballaden - nix Neues in Valoland. Richtig nette Songs hat er auch geschrieben. Refrain-technisch kann "Heartache Every Moment" glänzen und "In Joy And Sorrow" ist wieder was für schöne zweisame Stunden mit der Liebsten. Was aber die Single betrifft, muss man sich doch wundern, dass eines der schwächsten Stücke als Einheizer für die Platte herhalten muss. Das cheesige "Pretending" fällt im Vergleich zum stärkeren Material doch um einiges ab. Was das eingangs erwähnte "Love You Like I Do" betrifft, gerät der Song nicht nur textlich zur absoluten Nulpe. Mit "Pretending" das Schlechteste, was sich auf dieser Platte trollt. Abgesehen von diesen Pleiten gibt es dennoch genügend Schönheiten und deshalb zum Abschluss noch das finale Statement zu diesem Thema:

Just one look into your eyes
One look and I'm crying
Cause you're so beautiful.

Und nun das Wetter ...

Trackliste

  1. 1. Salt In Our Wounds
  2. 2. Heartache Every Moment
  3. 3. Lose You Tonight
  4. 4. In Joy And Sorrow
  5. 5. Pretending
  6. 6. Close To The Flame
  7. 7. Please Don't Let It Go
  8. 8. Beautiful
  9. 9. Don't Close Your Heart
  10. 10. Love You Like I Do

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