laut.de-Kritik

Feldstudien zum Thema "das geht so nicht, Freunde".

Review von

Gleich einmal vorweg. Die Linernotes des Booklets künden von der Intention dieses Albums. "Liebe Fans!" heißt es da und genau für die hat die Band dieses Album konzipiert, quasi als kleines Abschieds-Schmankerl.

Es handelt sich bei The Los(T)Apes" um schon fast angeschimmelte Demo-Aufnahmen, die zu einer Zeit entstanden, die Äonen von heute entfernt zu sein scheint. MySpace? Internet? Jungs und Mädels, vergesst es. Das Quartett hat diese Aufnahmen gemacht, als sich ein Demo-Tape noch seinen Namen verdient hat. Kein fummeln mit MP3s und dergleichen und großartig supersonisches Equipment schon gleich mal gar nicht.

Dementsprechend klingen die Aufnahmen auch; sinnigerweise zum Teil aufgenommen im Jugendzentrum "Nest". Ihr seht, liebe Nachwuchs-Bands, bei euch könnte auch was gehen. Die ersten angestrengten Bemühungen des Vierers gestalten sich so, wie man es von einer ambitionierten Combo erwartet: Zwar ab und an recht grottig im Sound, aber dennoch mit absolut erkennbarem Talent.

Hier sei besonders auf das immer wieder markant heraus zu hörende Bass-Genudel Stefan Udes hingewiesen. Eines werde ich jedoch auch nach dem Genuss von hundert ähnlich gelagerter Aufnahmen nie ganz verstehen: Wieso verhunzt man einen Song mittels künstlich und alles andere als harmonisch klingenden Breaks und Tempi-Wechsel?

Nichts gegen musische Kraftmeierei, die man gerne zur Schau stellt, aber oft ist weniger mehr, zumal dann, wenn sich der Song daraufhin irgendwo verfranst, wohin man ihm nicht folgen mag. So geschehen bei "Hanoi". Interessante musische Feldstudien zum Thema "das geht so nicht, Freunde" offenbaren auch die doch recht holprig klingenden Ansätze zu ihrem wohl größten Hit "Open Your Eyes".

Bei allem vermeintlichen Dilettantismus ist jedoch zu beachten, dass die Band damals wahrscheinlich über kaum finanzielle Mittel verfügte, um sich besseres Equipment für vernünftige Aufnahmen leisten zu können. Unter diesen Voraussetzungen sind die hier zusammengefassten Demo-Aufnahmen beachtlich. Dass hier Potenzial schlummert, hätte auch der letzte Taube gehört. Geschmack hin, Vorlieben her, die Guano Apes hatten es mit diesen Aufnahmen mehr als verdient, gehört zu werden, auch wenn ihnen im Laufe ihrer Karriere dann etwas die Puste ausging.

Trackliste

  1. 1. Break The Line
  2. 2. Open Your Eyes
  3. 3. Big In Japan
  4. 4. Rain
  5. 5. No Speech
  6. 6. Innocent Greed
  7. 7. Living In A Lie
  8. 8. Dödel Up
  9. 9. Lords Of The Boards
  10. 10. Pretty In Scarlet
  11. 11. Mine All Mine
  12. 12. Quietly

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