laut.de-Kritik

Das Gothic-Ministerium bleibt seiner Politik verpflichtet.

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Im heimischen Norwegen sind Gothminister eine recht große Nummer, und dank der Touren durch Rest-Europa und auch die USA steigt der Bekanntheitsgrad auch international. In den hiesigen Alternative-Charts mischte die Band bislang mit jeder Scheibe vorne mit: "Happiness In Darkness" wird da keine Ausnahme machen. Alles andere wäre auch unverständlich, denn Mr. Brem hat einmal mehr ein paar erstklassige Dancefloor-Füller auf Lager.

Den Reigen eröffnet das treibende "Dusk Till Dawn", das sofort in die Beine und Hüften geht und zudem Soundtrack-Atmosphäre verbreitet. Die findet sich ebenfalls in "Darkside" ansatzweise wieder, was vornehmlich an den Keys und dem dramatischen, zum Teil aber etwas gezwungen klingenden Gesang von Björn Brem liegt.

Den deutlichsten Soundtrack-Flair verströmt das hymnischen "Freak". Zu Hörnern, Streichern und den breitflächig angelegten Sounds lässt sich ebenso gut ein Kopfkino abspulen wie zum plakativ treibenden "Sideshow". Trotz spooky Text und entsprechenden Intros bleiben die Rob Zombie-Parallelen nahezu aus.

Mehr Material für die Tanztempel wird mit "Your Saviour" geboten. Der Song dürfte die prädestinierte Gothic-Rock-Single sein. Angefangen bei Rammstein-Gitarren und Keys bis hin zur typischen Rhythmik und dem eingestreuten, weiblichen Gesang. Auch "Beauty After Midnight" ist tanzbar, lässt es in Sachen Drum- und Gitarrenarbeit jedoch ganz schön krachen.

Ruhiger geht es bei "The Almighty" zu, einer rein von Frauengesang getragenen Ballade, die etwas an Enya erinnert. Allerdings liegt auf der Stimme soviel Hall und Delay, dass die Dame mit sich selbst im Kanon singen kann.

Etwas unspektakulär erscheint einem zunächst das reduzierte und ruhige "Emperor". Nach und nach steigert sich die Nummer zwar, doch das furiose Finale, das man erwartet, bleibt aus.

Fans der zwei Vorgänger werden von "Happiness In Darkness" jedenfalls nicht enttäuscht sein. Mit zwei, drei sicheren Hits auf der Tanzfläche und ausgiebigen Touren wird das gotische Ministerium wohl weiter auf dem Weg nach oben sein.

Trackliste

  1. 1. Dusk Till Dawn
  2. 2. Darkside
  3. 3. Your Saviour
  4. 4. Freak
  5. 5. Sideshow
  6. 6. The Allmighty
  7. 7. Beauty After Midnight
  8. 8. Emperor
  9. 9. Mammoth
  10. 10. Thriller
  11. 11. Forgotten (Video)
  12. 12. Gothic Anthem (Video)
  13. 13. Devil (Video)

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8 Kommentare

  • Vor 13 Jahren

    da bist du ja gnädig gewesen, eddy. :D

    von mir hätte dieser uralte wein in ebenso uralten schläuchen nur ein bis zwei zähler erhalten.

    gothminister sind ein perfektes beispiel für den niedergang bzw die stagnation der szene.

    die clevere - aber wirklich nicht spektakuläre - produktion und das ewige rammstein, pseudo-ebm, heavemly voices-ding auf einer basis von recht überschaubarem 2. liga-songwriting ist dermaßen lamgweilig.

    für mich eines von 100000 alben, die in dieser art in den letzten 15 jahren geflickschustert wurden und die vorbilder erkennen lassen ohne sie auch nur annährend zu erreichen.

  • Vor 13 Jahren

    ich glaube, Gothminister ist es eher angebracht von Essig zu reden, weil den Weinzustand haben wir diesbezüglich schon lange hinter uns gelassen...

    dann doch lieber crüxshadows...

  • Vor 13 Jahren

    Naja, so ganz unrecht habt ihr ja nicht, Mädels. Aber ich seh's von dem Standpunkt: Ich kann in ner Disse nicht ständig nur die alten Vorbilder laufen lassen, wenn da hauptsächlich junges Gemüse rumrennt, dass die Klassiker gar nicht mehr kennt ;)