laut.de-Kritik

Astreine Thrasher mit Klargesang und verspielten Riffs.

Review von

Nachdem das Engagement von Gary Holt bei Slayer auf unbestimmte Zeit verlängert wurde, haben die restlichen Exodus-Mannen ausgiebig Zeit für ihre anderen Projekte. Im Fall von Fronter Rob Dukes ist das natürlich Generation Kill, mit denen er 2011 bereits ein starkes Debüt vorlegte.

Während es bei Instrumentalisten relativ einfach ist, ein Projekt zu starten, das sich von der Hauptband unterscheidet, zeigt sich bei Sängern erst richtig, ob die Herren wirklich mehr drauf haben. Und was Rob auf dem zweiten Album präsentiert, ist wirklich nicht von schlechten Eltern. Wenn man sich den Kerl bei Exodus anschaut, denkt man eher, außer purer Aggression kann da nicht viel kommen. So kann man sich täuschen.

Nun wissen wir ja schon seit dem Debüt, dass Mr. Dukes auch im Klargesang was auf dem Kasten hat. Im Opener "Born To Serve" meint man aber auch immer mal wieder einen leichten Anselmo durchzuhören. Zumindest, was die Tonalität angeht. Seine Sidekicks an Gitarre, Bass und Drums legen ihm einen starken Thrash-Untergrund, auf dem sich der Bullterrier austoben kann.

Generation Kill etablieren sich mit "We're All Gonna Die" recht deutlich als eigenständige Band, die nicht versucht, irgendwo im Exodus-Fahrwasser zu schwimmen. Klar, "Friendly Fire" und der Titeltrack sind astreine Thrasher, die mit leicht verspielteren Riffs zumindest an Robs Hauptband erinnern. Aber die restlichen Nummern stehen auf einem ganz anderen Blatt.

Das düstere "Prophets Of War" deutete den Alice In Chains- bzw. Sludge-Einfluss bereits an, auch wenn der Track nach der Hälfte an Fahrt aufnimmt. In einem ähnlichen Bereich ist das starke "Death Comes Calling" angesiedelt, bei dem sich die variable Stimme des Fronters einmal mehr bemerkbar macht.

Am ungewöhnlichsten ist aber wohl "Carry Love". Was passiert denn da im Intro und was soll der Titel? Wo bleibt denn da der Hass? Ah, der kommt ja dann im Chorus und auch im ausgesprochen zynischen Text, auch wenn Rob die Strophe eher im Sprechgesang absolviert. Vielleicht kein Übersong, aber abwechslungsreich ist die zweite Scheibe von Generation Kill auf jeden Fall!

Wird Zeit, dass die Jungs auch mal in unserer Gegend auf Tour kommen. Vielleicht im Vorprogramm von Slayer und dann noch mit Heathen und Exodus ... Gänsehaut ...

Trackliste

  1. 1. Born To Serve
  2. 2. Prophets Of War
  3. 3. Death Comes Calling
  4. 4. Friendly Fire
  5. 5. Carny Love
  6. 6. Vegas
  7. 7. There Is No Hope
  8. 8. We're All Gonna Die

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