laut.de-Kritik

Kunterbuntes Pop-Spektakel für Achtziger-Zeitreisende.

Review von

"Wir hatten ein simples Ziel für dieses Album. Es sollte ein buntes Pop-Album werden." So steht es zu lesen in dem Info-Sheet zum neuen Friendly Fires-Album. Am Endbahnhof angekommen präsentieren die drei Achtziger-Zeitreisenden fürwahr ein kunterbuntes Pop-Spektakel, das farbenfroher kaum hätte ausfallen können.

Unterstützt von Paul Epwoth, dem Neo-Guru unter den Produzenten dieser Tage, entfacht das Trio aus St. Albarn ein großflächiges Dance-Gewitter und kreiert mit "Pala" den fließenden Übergang zu ihrem Debüt und einzelnen Song-Perlen wie "Jump In The Pool" oder "Paris".

Den kantigen und leicht sperrigen Charme des Erstlings verbannen die Friendly Fires und ersetzen ihn mit nicht minder liebreizenden Wellen aus Synthie-Geschwadern, die einem kaum Zeit zum Atmen lassen. "Live Those Days Tonight" klingt, wie sich wohl viele Jünger der Digitalisierungs-Dekade einen Comeback-Hit von Tears For Fears gewünscht hätten. Ein slappiger Bass, treibende Beats und die glasklare Stimme von Sänger Ed MacFarlane laufen bereits beim Opener zur Höchstform auf.

Dem Pop-Universum huldigt "Pala" nicht nur, die drei Briten erliegen förmlich ihren Klängen. Schicht für Schicht stapelt sich alles, was vor fünfundzwanzig Jahren die Charts regierte, zu einem unvergleichlichen emotionalen Dance-Paket auf. Auf "Chimes" lassen Kraftwerk, die Pioniere dieser Epoche, grüßen. Songs wie "Pull Me Back To Earth" oder "True Love" explodieren in Afro-Beats und produktionstechnischer Dichte.

Die Spitze des Eisberges bildet aber "Hawaiian Air". Ein zappeliger Hüftschwinger mit grandiosem Vers-Songwriting, der auch ohne Sommer, Sonne und Strand geballte Urlaubsgefühle empor kochen lässt.
Friendly Fires bieten auf "Pala" ein Pop-Gesamtkunstwerk, das in seiner Kompaktheit sicherlich die eine oder andere Spur Synthies weniger vertragen hätte. Zieht man diesen Makel ab, bleibt nur noch heller Sonnenschein übrig.

Das will etwas heißen. Wer eine derart kontroverse musikalische Generation so leidenschaftlich und originell abfeiert, ohne dabei verschlissen und altbacken zu klingen, dem gehört Einiges an Respekt gezollt. Friendly Fires befinden sich innerhalb ihres Genres bereits mit dem zweiten Longplayer auf einem Qualitätsstand, für den die meisten ihrer Branchen-Kollegen mindestens ein halbes Dutzend Alben brauchen. Das ist schon fast ein bisschen beängstigend.

Trackliste

  1. 1. Live Those Days Tonight
  2. 2. Blue Cassette
  3. 3. Running Away
  4. 4. Hawaiian Air
  5. 5. Hurting
  6. 6. Pala
  7. 7. Show Me Lights
  8. 8. True Love
  9. 9. Pull Me Back To Earth
  10. 10. Chimes
  11. 11. Helpless

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