Porträt

laut.de-Biographie

Fredro Starr

"Livin' life on the edge, a dangerous way of livin'/Never givin' a shit, 'cause we livin' in it." Auf dem Höhepunkt der New Yorker Crack-Epidemie gründet sich Ende der 1980er Jahre die Hardcore-Rap-Gruppe Onyx, die über die alltägliche Hölle von Queens in aggressiv vorgetragenen Reimen aufklärt. 15 Jahre später hat sich Gründungsmitglied Fredro Starr endgültig aus dieser heraus gekämpft: "I'm doin' shows, gettin' money, government can't trap/And I rap for niggas that understand my pain/I been through the thunder and the rain/You know all my niggas can't pay bail/It's time to say goodbye to this every day hell."

Onyx - Black Rock
Onyx Black Rock
Brachial vertonte Binsenweisheiten im Crossover-Gewand.
Alle Alben anzeigen

Fredro Starr wird im April 1971 als Fredro Scruggs im New Yorker Bezirk Queens geboren. Als Friseur kommt er von Anwälten über Unternehmern bis zu Drogendealern mit einem breiten Bevölkerungsquerschnitt in Berührung. Mit Rakim und Kool G Rap erscheinen auch prominente Rapper in seinem Salon. Scruggs greift 1988 selbst zum Mikro und gründet kurz darauf mit Sonee Seeza und Big DS das Trio Onyx. Später drängt mit einigem Nachdruck auch Fredro Starrs Cousin Sticky Fingaz in die Formation.

Run-DMC-Gründer Jam Master Jay reagiert begeistert auf eine Demoaufnahme der Gruppe und nimmt sie unter seine Fittiche. Für Fredro Starr geht ein Traum in Erfüllung, zumal Onyx nun auch bei Def Jam, dem "Mekka des Hip-Hop", unter Vertrag stehen. "Throw Ya Gunz" erscheint Ende 1992 als Debütsingle des Quartetts. In den US-Charts steigt sie auf Rang 81 ein, im Vereinigten Königreich klettert sie sogar bis Platz 34. Das dazugehörige erste Onyx-Album folgt Anfang 1993 unter dem Titel "Bacdafucup".

Parallel zur durchstartenden musikalischen Karriere forciert Starr seine schauspielerischen Ambitionen. 1993 feiert er unter der Regie des späteren Oscar-Preisträgers Forest Whitaker neben Genre-Kollegen wie Busta Rhymes und Kool Moe Dee sein Debüt im HBO-Film "Strapped". Mit Spike Lee dreht er zwei Jahre später "Clockers", gefolgt von Auftritten in den Filmen "Sunset Park", "Ride", "Light It Up" sowie in knapp 50 Episoden der UPN-Sitcom "Moesha".

Fortan ohne Big DS setzen Onyx mit "All We Got Iz Us" 1995 ihre Bandgeschichte über Def Jam fort. Drei Jahre später bereitet die Single "React" und das dazugehörige adäquat aggressive Video in Eishockey-Montur nicht nur das dritte Album vor, sondern stellt zudem das erste Lebenszeichen mit globaler Resonanz des späteren Top-Sellers 50 Cent dar. "Shut 'Em Down" ist im Sommer 1998 das erste Album des Duos, das die Top 10 der US-amerikanischen Billboard 200 erreicht. Dennoch endet kurz darauf das Kapitel Def Jam und Jam Master Jay Records.

Anfang 2001 wagt Fredro Starr den Schritt in Richtung Solokarriere. Das zum Großteil von ihm selbst produzierte "Firestarr" erscheint über Koch Records und wartet mit Gastparts von den Outlawz, Ice-T, Cuban Link, Capone-N-Noreaga, Aaron Hall, Young Noble, X-1, Mieva, Sin, Versatile, Begetz und natürlich Sticky Fingaz auf. Kurz darauf wirkt Starr in der prestigeträchtigen Serie "The Wire" mit. Doch auch in publikumsstarken Produktionen wie "Law & Order", "CSI: Miami" oder "CSI: NY" verewigt sich der New Yorker.

 - Aktuelles Interview
Onyx "Wer ist Lil Peep? Geht es um Lil Pump?"
Fredro Starr und Sticky Fingaz über Cloudrapper, "Black Rock" und die Liebe zu Russland.

2002 übernimmt Koch Records auch die Veröffentlichung des Onyx-Albums "Bacdafucup Part II". Im Frühjahr 2003 folgt ohne Singleauskopplung Fredro Starrs zweiter Longplayer "Don't Get Mad Get Money", dessen Erfolg sich in Grenzen hält. Bereits ein halbes Jahr später veröffentlicht das Label Riviera "Triggernometry", das sich als erstes Album der Ostküstengruppe nicht in den US-Charts platzieren kann. Sticky Fingaz und Fredro Starr legen im Folgenden eine musikalische Pause ein und konzentrieren sich ganz auf die Schauspielerei.

Erst ein volles Jahrzehnt später tauchen Onyx mit frischem Künstlervertrag bei Mad Money wieder auf der Hip-Hop-Landkarte auf. Fredro Starr widmet sich zunächst wieder seiner Solokarriere, die er mit dem Mixtape "Live 4ever Die 2day" sowie "Made In The Streets" weiterspinnt, ein Kollaboalbum mit Audible Doctor. Im Team mit Sticky Fingaz werkelt er im Anschluss an einem weiteren Onyx-Album, für das sie auf das deutsche Produzentenquartett Snowgoons um J.S. Kuster und Co. setzen. Im März 2014 erscheint "Wakedafucup", das mit A$AP Ferg, Sean Price, Dope D.O.D., Papoose und Cormega prominente Gäste auffährt.

Anfang 2018 veröffentlichen Onyx ihr siebtes Album "Black Rock". Kurz darauf folgt Fredro Starrs drittes Soloalbum "Firestarr 2". Mittlerweile finden sich Onyx bevorzugt auf europäischen Bühnen sowie in Fredro Starrs erklärtem Lieblings-Staat Russland wieder, zu dessen Fans die US-Amerikaner ein besonders enges Verhältnis pflegen. Doch wo auch immer er sich aufhält, seine in Queens erworbene Hip-Hop-Sozialisation trägt Starr grundsätzlich mit sich: "Hip-Hop is life and death to me. No matter what I do, I bring Hip-Hop to it. Anything I do is Hip-Hop. It’s part of my DNA."

Interviews

Alben

Onyx - Black Rock: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2018 Black Rock

Kritik von Dominik Lippe

Brachial vertonte Binsenweisheiten im Crossover-Gewand. (0 Kommentare)

Surftipps

Noch keine Kommentare