Porträt

laut.de-Biographie

Frankie Goes To Hollywood

Frankie Goes To Hollywood gehören ohne Frage zu den bekanntesten Bands der 80er Jahre, was sie vor allem den beiden Top-Hits "Relax" und "Two Tribes" zu verdanken haben. Das Liverpooler Quartett findet 1982 zusammen, nachdem Sänger Holly Johnson auf den Drummer Peter Gill und den Bassisten Mark O'Toole trifft und erneut Interesse an einem Bandprojekt verspürt.

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Zuvor sang er bereits in der New Wave-Band Big In Japan und veröffentlichte zwei weitgehend unbeachtete Solo-Singles. Der Bandname steht fest, als Johnson ein Magazin-Cover ins Auge fällt, das Frank Sinatras Aufbruch ins kalifornische Film-Mekka betitelt. Mit Gitarrist Brian Nash und dem zweiten Sänger Paul Rutherford entstehen die ersten Songs, die der aufstrebende Produzent Trevor Horn zu hören bekommt.

Horn, Ex-Mitglied der Buggles ("Video Killed The Radio Star"), bekundet sogleich Interesse, Hand an die rohen Diamanten zu legen, was die Band, beeindruckt von dessen feschen Produktionen für ABC, freudig annimmt. Ende 1983 erscheint die Single "Relax", die den Weg für das erfolgreichste Jahr der Bandgeschichte ebnen sollte.

Die von der Hi-NRG-Welle beeinflusste Dance-Nummer mit sexuell anzüglichem Text schießt an die Spitze der britischen Charts, vor allem dank einer bislang einmaligen Marketing-Kampagne. Bandmanager Morley füttert die Presse gezielt mit Ein-Wort-Slogans, vertreibt massenweise T-Shirts mit effektheischenden Aufschriften ("Frankie Says Relax") und als zunächst Radio One den Song, die BBC danach den homoerotisch angehauchten Videoclip zensieren, steht die Insel endgültig Kopf. "Relax" bleibt fünf Wochen auf der Eins.

Der Nachfolger "Two Tribes" gerät dank aufwändig designten Single- und Maxiformaten ebenfalls zum Nummer Eins-Hit. Erneut gelingt Horn eine epische Disco-Nummer, die besonders durch die den Kalten Krieg thematisierenden Lyrics zu Kontroversen führt. Im Videoclip sieht man die Karikaturen von US-Präsident Reagan und dem kommunistischen Sowjet-Führer Chernenko in einem blutigen Wrestling-Match.

Die Sensation ist perfekt, als der über sechs Minuten lange Song von Radiostationen in voller Länge gespielt wird, und daraufhin ganze neun Wochen die UK-Charts anführt. Das Debütalbum "Welcome To The Pleasuredome" erklimmt (als Doppel-LP!) die Chartspitze, gefolgt von der dritten Nummer Eins-Single "The Power Of Love". In der englischen Popgeschichte konnten nur Gerry & The Peacemakers ihre ersten drei Singles auf den ersten Platz hieven. Amerika geht mit der "Frankie-Mania" zurückhaltender um, Singles und Album platzieren sich im Chart-Mittelfeld.

1986 veröffentlicht die Band die Single "Rage Hard", die noch recht vielversprechend abschneidet, doch das zweite Album verfehlt das Mainstream-Publikum. Anfang 1987 wird dennoch eine Tour angesetzt, was den Split der Band im April jedoch nicht mehr verhindern kann. Sänger Johnson erklimmt 1989 mit dem Soloalbum "Blast" noch einmal in die Charts, bevor Anfang der Neunziger bekannt wird, dass er HIV positiv ist. Seither widmet sich Johnson vorrangig der Malerei und veröffentlicht 1998 in England das Album "Soulstream".

News

Alben

Surftipps

  • Offizielle Seite

    Ultimativ!

    http://www.fgth.org.uk/
  • The Pleasuredome

    Infoquelle des Ex-FGTH-Sängers Holly Johnson. Musik und Kunst gehen hier Hand in Hand.

    http://www.hollyjohnson.com/

1 Kommentar mit einer Antwort

  • Vor 4 Monaten

    Ich bin in den 80er Jahren geboren und ich muss immer daran denken, wie schlimm es damals gewesen sein muss im Jahr von AIDS 1984. Da hatte die Band ihre grössten Hits.

    Die Party war dann sinnbildlich vorbei....

    • Vor 4 Monaten

      @donkorr:
      Warum soll 1984 das Jahr von AIDS gewesen sein ...? Mir fällt da im Augenblick kein prägnantes Ereignis ein ...
      Also - ja, die Party war vorbei, aber erst mal nur die Schwulenparty und die Drogenparty, aber das wußte man nur in den entsprechenden Kreisen. Das eigentliche Ausrufezeichen kam erst im Folgejahr mit der ersten AIDS-Konferenz und - öffentlichkeitswirksamer - dem Tod von Rock Hudson. Natürlich waren Leute wie etwa Klaus Nomi oder Michel Foucault zuvor auch schon Opfer des Virus' geworden, aber das wußte man nicht, weil zu obskur (Nomi) oder nicht in der Öffentlichkeit breitgetreten (Foucault).
      Gruß
      Skywise