laut.de-Kritik

Die bebende Mitte zwischen Nickelback und Pro Pain.

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Nach einer zuletzt selbst für ein Kollektiv wie Five Finger Death Punch turbulenten Band-Phase, in der die Mannen um Sänger Ivan Moody mit diversen privaten und bandinternen Problemen zu kämpfen hatten, geht es nun endlich wieder ums Wesentliche: die Musik. Die hatte man nämlich bei all den nicht enden wollenden Entzugs- und Beziehungsdramen der vergangenen Jahre schon fast gar nicht mehr so richtig auf dem Schirm. Doch jetzt spült "And Justice For None" gleich von Beginn an wieder die verstopften Gehörgänge frei.

Gewohnt bombastisch inszeniert, fällt die aggressive Hart-meets-zart-Mixtur der Herren Moody, Bathory und Co gleich mit der Tür ins Haus. Alles was "Fake" ist, wird dem Erdboden gleichgemacht. Abgedämpfte und doch brettharte Powerchords, klinisch polternde Clawfinger-Drums und Ivans grollende Meskill-Vocals: Die im Einklang mit melodiösen Refrains von jahrelangem Erfolg gekrönte Rezeptur lässt auch im anschließenden "Top Of The World" alles überkochen.

Mit der Single "Sham Pain" atmen die Protagonisten kurz durch. Ein satter Groove und Crossover-Raps übernehmen das Kommando, ehe man mit "Blue On Black" komplett runterfährt und beim Sound von Nickelback andockt.

Weiter geht's mit stadiontauglichen "Ohohohs" aus dem Background ("Fire In The Hole"), einer übergroßen Powerballade fürs Format-Rockradio ("I Refuse"), galoppierendem Hartholz-Gemotze ("It Doesn't Matter") und der Erkenntnis, dass sich pünktlich zum Album-Pausentee der Kreis schließt: Halbzeit zwei kurbelt alles nochmal von vorne an.

Eingezwängt in ein Lyrik-Korsett aus Hass, Wut, Trauer und Hoffnung zünden Five Finger Death Punch zahlreiche metallische Bomben, die Lust auf einen exzessiven Hartwurst-Grillabend machen.

Mit "Fake" und "I Refuse" haben Five Finger Death Punch zwei überdurchschnittliche Knaller an Bord. Beide Songs fassen alle Trademarks der Band perfekt zusammen: wummernder Muskel-Metal (irgendwo zwischen Pro Pain, Nickelback und Disturbed), Backstreet-Boys-Gedächtnis-Refrains und schunkelnder Schmuse-Pathos für die Masse. Der Rest: zwischen Gipfel und Tal polternder Standard, der die Band weiter auf Kurs hält.

Trackliste

  1. 1. Fake
  2. 2. Top Of The World
  3. 3. Sham Pain
  4. 4. Blue On Black
  5. 5. Fire In The Hole
  6. 6. I Refuse
  7. 7. It Doesn't Matter
  8. 8. When The Season's Change
  9. 9. Stuck In My Ways
  10. 10. Rock Bottom
  11. 11. Gone Away
  12. 12. Bloody
  13. 13. Will The Sun Ever Rise

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3 Kommentare

  • Vor 4 Monaten

    Dieser Kommentar wurde vor 4 Monaten durch den Autor entfernt.

  • Vor 4 Monaten

    Ich finde das Album cool - würde 4/5 Sterne geben.
    Ich habe genau das bekommen was ich von FFDP erwartet habe. Coole Songs mit den typischen Band Trademarks.
    FFDP sind meine Lieblings-Mainstream-Metal/Rock Band!
    @laut: Wie sieht es eigentlich mit einer Editierfunktion aus?

  • Vor 4 Monaten

    Ich war immer Fan von FFDP aber dieses Album ist mehr 0815 als jedes Nickelback Album. Und die Lyrics sind in meinen Augen super lächerlich "you`re a fake motherfucker, i hate you motherfucker" ist das eine extrem und das andere ist dann eher Geheule. Warum wurden Limp Bizkit nochmal so gehasst, Fred Durst konnte man die Aggression wenigstens abkaufen. In meinen Augen ist das hier RedneckMetal für Pumper die sich eh nicht für irgendwelche Inhalte interessieren. Aber "Sham-Pain" finde ich trotzdem ganz cool ;)