laut.de-Kritik

Eine Band zitiert sich selbst - nur etwas härter.

Review von

Es ist 2019 und der deutsche Folk-Punk-Export Fiddler's Green fiedelt munter weiter. Das mittlerweile 14. Studioalbum "Heyday" soll aber große Veränderungen bringen. "Wir waren immer sehr konsequent und haben unseren Stil nie verleugnet. Wir wollen uns aber nicht wiederholen, sondern unser Spektrum erweitern, verfeinern, ja perfektionieren", meinte die Band im Vorfeld.

Den ersten Satz kann man unterschreiben, den zweiten weniger. Ja, Fiddler's Green sind sich treu geblieben, mehr noch: Sie zitieren sich selbst. Innovation? Spärlich vorhanden. Man kriegt, was man an Fiddler's Green kennt und liebt: Schnellen treibenden Punkrock, wunderbare Fiedeln, Banjos, Mandolinen und Pat Prziwaras bellenden Gesang, der stark an die Folk-Punk-Legenden von der Insel erinnert, allen voran die Pogues.

Und bevor ich beim nächsten Festival von einem karotragenden Lynchmob übers Gelände gejagt werde: Ein paar Experimente haben die Fiddlers dann eben doch gewagt. "Heyday" setzt deutlicher auf verzerrte Gitarren und hymnenartige Gesänge, der Sound ist härter geworden und besitzt auch mehr Punch als auf dem letzten Album "Devil's Dozen".

"Born To Be A Rover" kommt mit seinem Offbeat-Groove sehr tanzbar um die Ecke, die Fiddlers beweisen, dass sie mehr können als den ewigen Uff-Tscha-Punkrhythmus. Passend dazu röhren die Gitarren mit einer Prise Neue Deutsche Härte durch die Boxen. Bei Songzeilen wie "I didn't get her number / I must be gotten dumber" ("Cheer Up") fährt man aber trotzdem kurz zusammen. Zum Glück bleiben solche Reim-Schöpfungen die Ausnahme.

Für "John Kanaka" experimentieren die Erlanger gar mit Body Percussion. Und das klingt zum Glück nicht nach Körper-und-Seele-Workshops an der Volkshochschule. Das Ergebnis ist sogar ziemlich cool und tanzbar. Mit dem letzten Song "Together As One" hat es auch ein 3/4-Takt aufs Album geschafft.

Insgesamt liefern Fiddlers Green ein stabiles Folk-Punk-Album ohne große Überraschungen ab. Mit ihrer deutschen Version erfinden sie den Irish Folkrock nicht neu. Eigentlich klingen sie immer noch ziemlich genau so wie ihre Kollegen von der Insel: Flogging Molly, Pogues oder die Dropkick Murphys.

Trackliste

  1. 1. Prelude
  2. 2. The Freak Of Enniskillen
  3. 3. No Anthem
  4. 4. Limerick Style
  5. 5. Farewell
  6. 6. Born To Be A Rover
  7. 7. The Congress Reel
  8. 8. Sláinte
  9. 9. Better You Say No
  10. 10. Cheer Up
  11. 11. One Fine Day
  12. 12. John Kanaka
  13. 13. Heyday
  14. 14. Steady Flow
  15. 15. Together As One

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