laut.de-Kritik

Die Ukrainer besinnen sich auf ihre Wurzeln.

Review von

Das letzte Album "Handful Of Stars" war für manchen Fan eine recht zwiespältige Sache. Oftmals wurden den Ukrainern vorgeworfen, sich zu sehr an der Shoegazer-Ausrichtung anderer Bands zu orientieren, die versuchen, das enge Black Metal-Gewand ein wenig zu erweitern. Nun hieß es im Vorfeld von "Eternal Turn Of The Wheel", dass man sich wieder mehr auf die eigenen Wurzeln besinnen würde - aber hat man das wirklich?

In gewisser Weise schon, denn nach dem kurzen Intro geht es mit "Breath Of Cold Black Soil" wütend los. Ich muss allerdings gestehen, dass sich mir Intros, die mit dem folgenden Song kaum was zu tun haben und/oder nicht mal in diesen übergehen, nicht wirklich erschließen. Folglich ist "Eternal Circle" auch nicht mehr als ein kleines, leider viel zu kurzes, schönes Akustikgitarrengeplänkel. Allein der eisige Wind weht einem am Ende des Albums noch mal um die Ohren.

Aber geschenkt, denn "Breath Of Cold Black Soil" geht wie gesagt gleich mal in die Vollen und dürfte Fans der älteren Drudkh-Scheiben vollauf zufrieden stellen. So bricht "When Gods Leave Their Emerald Halls" schon fast in wilder Raserei los, wechselt aber im Verlauf immer wieder in schleppende Midtempoparts oder gar in ganz ruhige Gefilde und erzeugt so ein geschicktes Wechselbad der Gefühle. So ganz kehrt man dem Shoegazertum eben doch nicht den Rücken.

Diese Wechselbad findet sich auch in den beiden anderen Tracks, doch vor allem das abschließende "Night Woven Of Snow, Winds And Grey-Haired Stars" hat bei mir Eindruck hinterlassen. Ich wage es ja kaum zu schreiben, doch ist hier tatsächlich einigermaßen wahrnehmbar ein Bass zu hören, eine feine Basslinie, die eine weitere Nuance zu dem ohnehin schon gelungen Song beiträgt.

Drudkh besinnen sich auf "Eternal Turn Of The Wheel" zwar auf ihre Wurzeln, lassen die Entwicklung der letzten beiden Alben aber ebenfalls nicht aus den Augen. Ob sie es damit nun jedem Recht gemacht, oder sich erst recht zwischen alle Stühle gesetzt haben, bleibt abzuwarten.

Trackliste

  1. 1. Eternal Circle
  2. 2. Breath Of The Cold Black Soul
  3. 3. When Gods Leave Their Emerald Halls
  4. 4. Farewell To Autumn's Sorrowfull Birds
  5. 5. Night Woven Of Snow, Winds And Grey-Haired Stars

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1 Kommentar

  • Vor 6 Jahren

    Ungeachtet der politischen Diskussion zu dieser Band muss ich sagen, dass selbst dieses "schlechte" Album (Snare nervt) mehr Potential hat als der sonstige Mittelmäßigkeitskäse, der so im BM herumwabert. 4 Punkte.