laut.de-Kritik

Die Ambient-Lehrstunde mit Ryuichi Sakamoto wirkt nach.

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Der Amerikaner Christopher Willits gehört zum vielseitigen Kreis der Musiker, die auf dem in Ann Arbor beheimateten Label Ghostly International ihr zu Hause haben. Dort ist er für die ruhigeren Klänge zuständig, während School Of Seven Bells für verträumten Pop, Matthew Dear für dunklen House und Michna für instrumentellen Hip Hop stehen. "Tiger Flower Circle Sun" ist sein zweites Album für das Indie-Label und sein erster Longplayer seit der Zusammenarbeit mit dem japanischen Komponisten Ryuichi Sakamoto für "Ocean Fire" 2006.

Die war für Willits, der gut und gerne Sakamotos Sohn sein könnte, so etwas wie der Ritterschlag. Schließlich gilt der Japaner als einer wichtigsten Komponisten für zeitgenössische elektronische E-Musik und hat in den vergangenen knapp 40 Jahren ein mehr als beeindruckendes künstlerisches Schaffen vorgelegt. Bei all seinen Releases legte Sakamota stets wert auf die technische Seite seiner Arbeit, beschäftigte sich mit den vielen Möglichkeiten der Klangerzeugung. Diese Leidenschaft teilt auch Christopher Willits, der für sein Album "Tiger Flower Circle Sun" fast ausschließlich auf selbst gebaute Software zurückgreift.

Elektronische Klangerzeuger sind jedoch nicht die einzigen Instrumente, auf die Willits bei seiner Arbeit im Studio zurückgreift. Wie schon bei früheren Releases, so reichert er auch dieses Mal seinen Klangkosmos mit Gitarre, Percussion und Gesang an. Für die allermeisten Spuren ist Willits selbst verantwortlich. Hin und wieder lädt er sich jedoch auch Gastmusiker zu den Aufnahmesessions ein. Für "Tiger Flower Circle Sun" haben die sich Percussioninstrumente und Mikrofon gegriffen und erweitern so das lebendige Klangbild der Tracks.

Die überzeugen zum einen durch ein hohes Maß an Transparenz. Das lässt das Album trotz der vielschichtigen Kompositionsweise nie überfrachtet oder gar undurchdringlich erscheinen. Vielmehr strahlen alle 15 Stücke eine Klarheit aus, die nur wenigen Ambient-Releases zu eigen ist. Zum anderen zeigt sich Christopher Willits einmal mehr als ausgewachsener Komponist, der es versteht, seinem Album ein fesselndes Konzept zu verpassen. Das macht "Tiger Flower Circle Sun" zu einem Stück Musik, das durchweg Ambient ist und dennoch viele unterschiedliche Gesichter hat.

Trackliste

  1. 1. Portal
  2. 2. Sun Body
  3. 3. Sunlight Is You
  4. 4. Green Faces
  5. 5. Uplifting The Streets
  6. 6. Plant Body
  7. 7. New Life
  8. 8. The Hands Connect To The Heart
  9. 9. The Heart Connects To The Head
  10. 10. Intend-Evolve
  11. 11. You Are Always Surrounded By Stars
  12. 12. Subconscious Transmission
  13. 13. Light Into Branches
  14. 14. Branches Into Flowers
  15. 15. Flowers Into Stardust

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