laut.de-Kritik

Wucht und Melodie nähren die Sehnsucht nach mehr.

Review von

"Wir sind hier, um zu wachsen!", unterstreicht Dani Winter-Bates im Interview den Anspruch, mit Bury Tomorrow an die qualitativ dünn besiedelte Spitze des Metalcore zu stürmen. Wie das redensartliche Lauffeuer will man sich weiter im Dunstkreis der Szene ausbreiten. Rein symbolisch, aber auch musikalisch liefert die "Black Flame" den nötigen Zündstoff.

Wer den bemerkenswert beständigen Weg der Briten schon eine Weile verfolgt, weiß, dass es einen wesentlichen Grund gibt, warum die generische Standard-Rezeptur selbst aus dem metallischen Lager ungewöhnlich viel Anerkennung erntet: Und der heißt James Cameron, seines Zeichens Gitarrist und Clean-Sänger des Ensembles.

Ebenso kräftig wie feinfühlig, aber niemals weinerlich klingt seine Stimme. Und diese ist auch dafür verantwortlich, dass das Drama stets authentisch bleibt und nie Überhand nimmt. Daran ist auf "Black Flame" über zehn Songs hinweg nichts zu rütteln.

Man nehme den Titeltrack: Die Shouts sind fast ein Selbstläufer, denn Winter-Bates beherrscht sämtliche Variationen und bringt das satt produzierte Gewand spielend leicht in Wallung. Was Cameron beisteuert, kommt einer wohltuenden Umarmung gleich, die sich zu keiner Zeit gekünstelt oder pseudo-melancholisch aufdrängt.

Könige des ausgefallenen Songwritings waren die Southhamptoner noch nie. Entsprechend gibt es auch diesmal keinen verschachtelten Schnickschnack, wenige Überraschungen, stattdessen aber wuchtigen Metalcore in seiner reinsten Form.

"No Less Violent" skizziert die geradlinige Gangart besonders explosiv. Überzeugender lässt sich ein metallisches Fundament kaum mit Harmonien anreichern. Ein zerberstender Breakdown on top erledigt den Rest. Der Song versammelt alles, was das Core-Herz begehrt.

Für softe Zwischentöne und Lücken füllende Balladen bleibt wie schon auf "Earthbound" kein Platz. Vielmehr befeuern Brandfackeln wie "More Than Mortal" oder "Knife Of Gold" die lodernde Aggression. Das mag phasenweise stumpf anmuten, bewahrt aber immer die nötige Substanz, um dem entgegenzuwirken.

Die hellsten Momente gehören weiterhin jenen Tracks, in denen Cameron seinem Hang zu großartigen Melodien freien Lauf lässt. "The Age", "Overcast" oder "Peacekeeper" haben das auf gewohnt hohem Niveau verinnerlicht.

Selbst die elektronischen Ausläufer am Ende machen sich im Gesamtkonzept erstaunlich gut. Angenehm dezent lassen sie die Songs zur Ruhe kommen. Viel Besseres hat der Metalcore aktuell kaum zu bieten. So muss die erklärte Sehnsucht nach mehr kein Hirngespinst bleiben. Die "Black Flame" brennt und zwar lichterloh.

Trackliste

  1. 1. No Less Violent
  2. 2. Adrenaline
  3. 3. Black Flame
  4. 4. My Revenge
  5. 5. More Than Mortal
  6. 6. Knife Of Gold
  7. 7. The Age
  8. 8. Stormbringer
  9. 9. Overcast
  10. 10. Peacekeeper

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