laut.de-Kritik

Fragile Melodien in brachialer Düsternis.

Review von

Was soll ich sagen ... in Finnland ticken die Uhren eben anders. Anscheinend deutlich langsamer. Oder die Tage haben deutlich mehr als 24 Stunden. Oder Multiinstrumentalist Tuomas Saukkonen ist einfach ein verdammtes, musik-produzierendes, aus einem geheimen CIA Labor entkommenes Experiment, das sich die Riffs und Melodien einfach so aus den Fingern saugt.

Erschien im Februar erst noch das aktuelle Before The Dawn-Langeisen "Deathstar Rising", so saß der Mann im Sommer bereits wieder an den nächsten Songs für Black Sun Aeon und legt diese nun in Form von "Blacklight Deliverance" vor. Die Unterschiede zu Before The Dawn sind nach wie vor deutlich, was nicht zuletzt an der wesentlich raueren Produktion der Scheibe liegt. Für den Mix zeichnet Juho Räihä verantwortlich, der für eine gewisse Räudigkeit sorgt.

Das trifft natürlich vor allem auf die auf Tuomas' Stimme basierenden Tracks wie "Sheol" oder "Wasteland" zu, aber auch auf Sachen wie "Oblivion" oder "Nightfall" bei denen die Lunar Path-Sängerin Janica Lönn ihre angenehm dunkle Stimme erschallen lässt und ihr auch immer wieder Tuomas' Spezi Mikko Heikkilä von Sinamore zur Seite steht.

Natürlich sind die Beiträge nicht streng getrennt, denn auch im düster-massiven Opener "Brothers", den Tuomas weitgehend alleine singt, ist Janice bereits am Rande (vor allem in akustischen Outro) zu hören. Die Mischung aus brachialer Düsternis und fragiler Melodie hat den Charme von Tuomas Kompositionen von jeher ausgemacht, und das trifft definitiv auch auf das neue Album zu.

Den Vorgänger zu toppen ist bei einem Werk wie "Routa" allgemein schwierig und mit "Blacklight Deliverance" auch nicht ganz gelungen. Anstatt aber einen einfachen Abklatsch zu machen, hat Tuomas seinen Sound einfach erweitert und sich auf neue Bahnen konzentriert. Da ist weiblicher Gesang, fernab allen Trällerelsen-Gezirpes natürlich einen willkommene Möglichkeit.

Bislang zeigen sich bei den Finnen keinerlei Ermüdungserscheinungen, egal mit welchem Projekt er auch nachlegt. So lange er auch weiterhin immer so ein glückliches Händchen in Sachen Gastsänger hat und Schunkelparts wie in der Mitte von "Sheol" nicht weiter ausbaut, soll mir das recht sein.

Trackliste

  1. 1. Brothers
  2. 2. Solitude
  3. 3. Sheol
  4. 4. Oblivion
  5. 5. Horizon
  6. 6. Wasteland
  7. 7. Nightfall

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