laut.de-Kritik

Geht allenfalls als stinkiger Langhaardackel durch.

Review von

Als im Dezember 2001 "I Get Wet" raus kam, und ich flugs die Höchstzahl zückte, war in der Redaktion nur kollektives Kopfschütteln angesagt. Doch auch bei Erscheinen der zweiten CD der Saufziege mit der Vorliebe für blutige Riechkolben würde ich "I Get Wet" immer noch die selbe Punktzahl geben, denn mit der Scheibe konnten seitdem einige Partys auf Vordermann gebracht werden.

Auch "The Wolf" zeigt wieder das Angesicht von W.K.s Andrew, doch diesmal sind die Haare nicht fettig und verschwitzt, und die Schnauze steht auch nicht unter Blut. Soll uns das sagen, dass der Mann reifer und gepflegter geworden ist, das will doch keiner hoffen. Doch stellen wir uns der Realität: genau so ist es. "The Wolf" geht vielleicht gerade mal noch als stinkiger Langhaardackel durch, vom ungezähmten Verwandten ist er jedenfalls ganz schön weit entfernt, und wenn er denn im Schafspelz ist, fühlt er sich darin anscheinend ausgesprochen wohl.

Was genau soll das jetzt heißen, fragt ihr euch? Ganz einfach: Ging es auf dem Debüt beinah durchgehend rockig ab, so erscheint mir "The Wolf" auch nach mehreren Durchläufen einfach zu zahm und zu glatt, um die selbe gute Laune zu verbreiten, wie der Feuchtmacher. Wenn von insgesamt zwölf Songs gerade mal "Long Live The Party", "Your Rules" und "Totally Stupid" richtig nach vorne abgehen, dann ist das bei der Art Mucke doch ein bisschen wenig.

"Tear It Up", Free Jumps" und "The End Of Our Lives" sind auf ihre hymnische Art zwar auch ganz in Ordnung, aber mit "Never Let It Down" "Really In Love" ist das Maß an Pathos beinahe überschritten. "I Love Music" klingt zwar ansatzweise wie eine prima Saufhymne, aber genau wie bei der ganzen Scheibe ist das zu glatt gebügelt. Man vermisst einfach diese versoffen hingerotzten Vocals von Andrew in Verbindung mit simplen Melodien, die genau wie der Alkohol direkt ins Blut gehen.

So geil das Debüt auch immer noch ist, und so sehr die Mucke nach Party schreit, so sehr werd ich das Gefühl nicht los, dass "The Wolf" eher auf dem nächsten Kindergeburtstag als auf der nächsten Bikerfete laufen wird. Entweder der Wolf bekommt wieder Zähne oder er strickt sich 'n Ballkleid.

Trackliste

  1. 1. Victory Strikes Again
  2. 2. Long Live The Party
  3. 3. Tear It Up
  4. 4. Free Jumps
  5. 5. Never Let It Down
  6. 6. Your Rules
  7. 7. The Song
  8. 8. Make Sex
  9. 9. Totally Stupid
  10. 10. Really In Love
  11. 11. The End Of Our Lives
  12. 12. I Love Music

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